Deutschland: Feuerwehrhäuser werden nach Einbrüchen sicherer
Parchim / Lübz (Deutschland): In den vergangenen Wochen und Monaten wurden in Westmecklenburg immer wieder Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren von Einbrechern heimgesucht.
„Vor allem die, die etwas abseits im Dunkeln liegen“, weiß Reinhard Glinka von der Polizeiinspektion Parchim. Ziel der Einbrecher ist die moderne Technik wie Trennschleifer, Motorsägen und andere technische Aggregate. Im Landkreis Parchim war vor allem bei den Feuerwehren in Borkow, Kobrow I, Mustin, Witzin, Pinnow und Wendorf eingebrochen worden. Dabei entwendeten die Täter teure Technik, den größten Schaden aber fügten sie den ehrenamtlich tätigen Rettungskräften zu. „Unsere Kameraden arbeiten alle auf freiwilliger Basis und das zu jeder Tages- und Nachtzeit für andere. Wir haben trotz knapper Kassen kostenintensive Technik angeschafft, weil es dringend benötigtes Handwerkszeug zur Rettung von Menschenleben ist und zur Einsatzbereitschaft gehört“, betont Kreiswehrführer Dietmar Arendt.
Umgestürzte Bäume müssen zersägt werden
Bei schweren Unfällen, bei denen Menschen eingeklemmt sind, wird dieses Gerät benötigt, um sie aus den Wracks zu schneiden. Umgestürzte Bäume müssen zersägt werden, um die Fahrbahnen frei zu bekommen, damit kein Auto dagegen kracht. So ein Diebstahl kann daher durchaus die Folge haben, dass deshalb ein Verunglückter nicht schnell genug gerettet werden kann und an seinen Verletzungen stirbt. „Das wollen wir nicht hoffen“, sagt der Kreiswehrführer.
Auch wenn nicht alle Gerätehäuser auf den heutigen modernen Stand gebracht werden konnten, da das Geld immer knapper wird, so sollte doch zumindest auf einige grundlegende Dinge Wert gelegt werden, sagt die Polizei. Dazu zählen zum Beispiel Lampen am Gebäude, damit man ungebetene Gäste erkennen kann, auch Alarmanlagen leisten mitunter wertvolle Dienste. „Vor allem die Codierung der Technik sollte weiter intensiviert werden.
Zusätzlich könnte man auch in der Nähe wohnende Mitbürger dafür sensibilisieren, ein Auge auf die örtliche Feuerwehr zu haben“, sagt Arendt. In der Vergangenheit hat die Wasserschutzpolizei bereits in vielen Wehren die Codierung vorgenommen und sie hilft auch künftig bei diesen Aktionen. Durch diese Codierung lässt sich zwar kein Einbruch verhindern, aber die Technik kann eindeutig erkannt und dem rechtmäßigen Besitzer zugeordnet werden. Es sind bereits Fälle bekannt, dass im Bereich des Plauer Sees gestohlene Bootsmotoren vom Zoll an der polnischen Grenze auf Grund der Codierung den Dieben wieder abgenommen werden konnten. Der Einstieg in die Gerätehäuser sollte auch erschwert werden, denn es ist bekannt, dass die Einbrecher sich vor allzu langer Aufenthaltszeit, Licht und Krach bei ihren Raubzügen scheuen. Vergitterungen der Fenster ist eine dieser Maßnahmen. „Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die nachträglich angeschraubten Metallgitter stabil sind und die Schraubenköpfe abgerundet werden, damit man diese nicht mit einem einfachen Maul-, Ring- oder Inbusschlüssel bewegen kann“, sagt Glinka.
Eckardt Meyer von der Sternberger Feuerwehr und zugleich Ordnungsamtsleiter im Amt Sternberger Seenlandschaft kann solche Überfälle auf die Feuerwehren überhaupt nicht verstehen. „Wie kann man die Wehren überhaupt beklauen, man weiß doch, dass diese nicht zum Selbstzweck existieren, sondern zum Schutz. Solche Überfälle sind besonders perfide“, findet Meyer.
