Deutschland: Knatsch um „Miete“ für Feuerwehrleute in Bonn
Bonn (Deutschland): Von ihrer Anwesenheit bekommen die allermeisten Gäste nichts mit. Doch dass Feuerwehrleute als Brandsicherheitswache auf Konzerten, Karnevalsfeten und Partys Vorschrift sind, merken in jedem Fall die Bonner Veranstalter – im Portemonnaie.
Seit im Januar 2011 die neue Gebührenverordnung der Stadt rausging, stöhnen die Bonner Eventmacher ganz schön auf. Statt bisher 27,60 werden jetzt 39,96 Euro fällig – pro Feuerwehrmann pro Stunde! Elke Palm (Presseamt) dazu: „Die Pauschale war seit 1998 nicht mehr neu kalkuliert.“
Walter Düren („After Job Party“, AJP) ist auf dem Baum: „Wir verlangen nichts von der Stadt – keine Zuschüsse, nichts. Aber dafür könnte sie aufhören, uns auf der Kostenseite immer mehr zu belasten.“ Düren glaubt, dass er den finanziellen Mehraufwand bald an die Gäste weitergeben muss: „Bislang kostet eine Karte für die AJP bis zu zwölf Euro. Das wird bei den immer höheren Kosten nicht so bleiben.“ Jürgen Harder („Brückenforum“) moniert: „Die Kosten für die Feuerwehrleute kommen teurer als manche Saalmiete.“
Eine Beispielrechnung macht Roland Nenzel (Klangwelle) auf: „Die Feuerwehrleute sitzen zu Karnevalsveranstaltungen locker mal zehn Stunden da. Macht bei zwei Brandwachen 800 Euro. Vorher waren sie mit rund 550 auch sehr gut bezahlt. Kein Wunder, dass immer weniger Veranstaltungen in Bonn stattfinden.“ Nenzel ärgert sich vor allem über die neuen Brandwachengebühren, weil die Sanitäter vom Deutschen Roten Kreuz lediglich eine Spende bekommen. „Die gehen zu zweit im Schnitt mit 200 Euro nach Hause.“
Wie groß der Anteil an den 40 Euro pro Stunde ist, die die Helfer der Feuerwehr behalten dürfen (die Gebühren werden an die Stadt entrichtet), konnte das Presseamt gestern nicht sagen.
