Sbg: Feuerwehrbez. Tennengau: Sonderausbildung „Innenangriff und Hohlstrahlrohr“

Tennengau (Sbg): Verrauchte Räume, schlechte Sicht, hohe Temperaturen im Brandraum, Gefahr einer Rauchgasdurchzündung oder Rauchgasexplosion – mit diesen Faktoren werden Feuerwehrleute bei der Brandbrandbekämpfung im Innenangriff konfrontiert.
Am Freitag, den 11.03.2011, und am 12.03.2011 hatten die Feuerwehren des Bezirkes Tennengau die Möglichkeit an einer Spezialausbildung in Hallein teilzunehmen.
Auf dem Programm stand ein Theorievortrag des Halleiner Ortsfeuerwehrkommandanten BR Otto Miller mit dem Thema „Innenangriff und Hohlstrahlrohr“. Im Anschluß wurde der richtige Umgang mit der neuesten Generation von Hohlstrahlrohren praktisch trainiert. Dann wurde es besonders spannend – bei einer Heißausbildung in einem aufgelassenen, jedoch gut erhaltenen und teils ausgebauten Stollen wurde das Erlernte in die Praxis umgesetzt.

Dabei wurden die Atemschutzgeräteträger mit Rauch, schlechter Sicht und teils hohen Temperaturen konfrontiert. Unterstützung bekamen wir dabei durch fünf Ausbildner aus Deutschland, die bei großen Berufs- und Werksfeuerwehren ihrer Arbeit nachgehen.

Besondereres Hauptaugenmerk wurde auf das Betreten des Brandraumes gelegt, hier lauern nämlich auch oft die Gefahren einer Rauchgasdurchzündung oder Rauchgasexplosion. Wie man dem entgegenwirkt und vor allem einen solchen Einsatz mit mehr Sicherheit abwickeln kann, wurde äußerst präzise erklärt und geprobt.
Für die Sicherheit während der Heißausbildung sorgten neben den Ausbildnern auch Atemschutztrupps der Feuerwehr Hallein, die sich ständig im Stollen aufhielten, um im Notfall sofort eingreifen hätten können. Weiters stand auch ein Team des Roten Kreuzes zu unserer Verfügung.

51 Mann (17 Atemschutztrupps) aus allen Feuerwehren des Bezirkes Tennengau nahmen an dieser schweißtreibenden Weiterbildung teil und konnten somit ihren Ausbildungsgrad wieder um einiges erhöhen.
Am Samstag, den 12.03.2011 hatte dann die Feuerwehr Hallein ihren Ausbildungstag mit den selben „Schwerpunkt“. Wobei eines zu sagen ist, dass die Männer und Frauen bereits vor zwei Jahren in den Genuß einer solchen Außbildung gekommen sind. Aber es galt auch hier sich weiterzubilden, das vorhande Wissen aufzufrischen und junge Atemschutzkräfte den Umgang mit gefährlichen Situationen zu lehren.

Bericht FF Hallein: Starkes Feuerwehrwochenende in Hallein
Ein starkes Wochenende hatten die Halleiner Feuerwehrleute vom 11. bis zum 12. März zu absolvieren. Stand doch wieder einmal eine Sonderausbildung im Bereich „Atemschutz/Innenangriff“ auf dem Übungsplan. Durch gute Kontakte von OFK BR Otto Miller standen für diese Sonderausbildung fünf Ausbildner von deutschen Berufsfeuerwehren zur Verfügung und schulten die Mannschaft im Bereich „Hohlstrahlrohr u. Innenangriff“ in Theorie und Praxis.

Bereits am Donnerstag Abend, den 10.03.2011, wurde in der Landesfeuerwehrschule ein Abendseminar mit dem o.g. Thema abgehalten, den theoretischen Teil übernahm BR Otto Miller (Brand-u. Löschlehre, Einsatztaktik usw.), der praktische Teil wurde durch die deutschen Feuerwehrkameraden übernommen. An vier praktischen Stationen wurde der Umgang mit dem Hohlstrahlrohr sowie mit der Wärmebildkamera durchgeführt, insgesamt nahmen dabei 35 Feuerwehrleute aus dem Bundesland Salzburg teil.
Am Freitag war ab 18.00 Uhr ein Übungsabend für die Tennengauer Feuerwehren angesagt, insgesamt nahmen 17 Atemschutztrupps an dieser Schulung teil. Zu Beginn stand wieder Theorie am Programm, danach gings in den Innenhof der Hauptwache zum Hohlstrahlrohrtraining. Nach entsprechender Einschulung gings dann wirklich ans „Eingemachte“. Durch die FF Hallein wurde ein alter Luftschutzstollen im Bereich Gamperstraße für eine Übung entsprechend adaptiert und bot somit realistische Einsatzbedingungen.

Einige Paletten wurden im hinteren Bereich des Stollen angezündet und dienten als „Echtfeuer“, innerhalb kürzester Zeit war der gesamten Stollenbereich stark verraucht. Man sah im wahrsten Sinne des Wortes die Hand vor den Augen nicht mehr. Also ideale Bedingungen für eine solche Übung. Der „Hacken“ an der Sache war aber, dass es in dieser „Übungsanlage“ keinen Not-Aus-Schalter gab und kein „Discorauch“ vorhanden war, sondern echter Brandrauch! Da kam bei einigen nicht so einsatzerfahrenen Kameraden doch ein mulmiges Gefühl auf.
Jeder Atemschutztrupp wurde durch einen Ausbilder begleitet, Vor- und Nachbesprechung wurden abgehalten; ein Sicherungstrupp der FF Hallein stand jederzeit bereit und sorgte auch für den brennbaren Nachschub. Dabei leerten die Halleiner Feuerwehrleute bis zu vier Atemschutzflaschen!
Für eventuelle Notfälle stand ein Fahrzeug des Roten Kreuz Hallein jederzeit bereit. Nach einer entsprechenden Verpflegung – der Flüssigkeitsverlust musste ausgeglichen werden – konnten die Tennengauer Feuerwehrleute mit einer großen Portion Wissen und vor allem Erfahrung die Heimreise antreten.
Am Samstag stand dann die Schulung nur für die Halleiner Atemschutzgeräteträger am Programm. Der Ablauf orientierte sich nach dem bekannten Muster, jedoch wurde das „Echtfeuer“ und somit der Rauch und die Hitze wesentlich er-höht. Somit war – speziell die Praxis – wesentlich anstrengender und verlangte von den eingesetzten AS-Trupps alles ab.

Die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft, vor allem die Grobreinigung der Gerätschaften, wurde noch am Samstag durchgeführt. Das Ausräumen des Stollens sowie die spezielle Reinigung wurden durch die diensthabende Sonntagsbereitschaft und den hauptamtlichen Zeugwarten am Sonntag und Montag durchgeführt.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass diese Ausbildung wieder als eine Bereicherung in der Aus- und Weiterbildung der Halleiner Feuerwehr angesehen werden kann. Auch konnten die Tennengauer Kameraden wertvolle Praxis anlässlich dieser Übung gewinnen und waren von dieser Art der Ausbildung begeistert.
Speziell bei der FF Hallein werden diese Wege der Ausbildung immer wieder gesucht und aufgrund der Örtlichkeiten auch immer wieder „gefunden“. Denn nur hier kann unter realistischen Einsatzbedingungen geübt werden und man sich auf die vielfältigen Gefahren vorbereiten.
Denn nur ein gut ausgebildeter Feuerwehrmann/frau kann den Gefahren von Heute auch entsprechend begegnen.
Ein herzliches Dankeschön an unsere Kameraden aus Deutschland – allen voran Ralph Keipp – für diese wirklich interessante und lehrreiche Ausbildung.
