Sbg: Pensionistin starb bei Wohnungsbrand in Wals-Käferheim
Wals-Käferheim (Sbg): Ein Nachbar wollte die Frau noch retten. Doch jede Hilfe kam zu spät. Brandursache dürfte eine Lampe sein.
Bei einem Wohnungsbrand im Grabenweg in Wals-Käferheim kam am Freitag früh, 18.3.2011, die 85-jährige Pensionistin Marianne R. ums Leben. Ihr Nachbar Andreas Offenhauser hatte gegen acht Uhr früh Brandgeruch bemerkt: „Es hat komisch gerochen. Ich habe gedacht, dass jemand in der Umgebung etwas verbrennt.“ Etwa eine Stunde später habe ihn eine Nachbarin darauf aufmerksam gemacht, dass es im Haus rauche. Offenhauser wollte der 85-Jährigen noch zu Hilfe kommen. Sie wohnt in der ersten Etage – ein Stockwerk unter ihm. Er trat ihre Wohnungstür mit dem Fuß ein. „Ich wollte die Frau retten. Aber mir sind schon dunkle Rauchschwaden entgegen geschlagen“, erzählte er. „Für sie kam leider jede Hilfe zu spät.“ Der 41-jährige Berufspilot lief daraufhin zurück in seine Wohnung, um seine dreijährige Tochter Sofia zu holen. Er flüchtete mit ihr auf den Balkon. Feuerwehrleute bargen die beiden dann von dort mit der Drehleiter. Die Feuerwehr war mit 21 Mann im Einsatz. Ortsfeuerwehrkommandant Walter Eder sagte: „Die Wohnung war total verraucht, als wir angekommen sind. Man hat die Hand vor den Augen nicht gesehen.“ Zwei Atemschutztrupps seien in die Wohnung gegangen. „Der zweite Trupp hat die Fenster geöffnet, damit der Rauch aus der Wohnung dringen kann. Bei den Löscharbeiten haben die Leute vom ersten Trupp dann gesehen, dass die Frau verstorben ist.“ Die 85-Jährige wurde im Schlafzimmer gefunden.
Das gesamte Wohnhaus wurde evakuiert. Auch Herta Windberger und ihr Sohn Martin (4) flüchteten ins Freie. „Er ist krank, und hat ein bisschen Fieber. Wir sind im Bett gelegen, als die Polizei geläutet hat“, sagte die Mutter. Beamte des Landeskriminalamts waren im Einsatz, um die Brandursache zu klären. Der Brandsachverständige Walter Kittl unterstützte sie. Er sagte den SN am Freitagnachmittag, dass das Feuer nach derzeitigem Ermittlungsstand von einer umgestürzten Nachttischlampe ausgegangen sein dürfte. „Durch die Wärme dürfte sich etwas entzündet haben.“ Der Glimmbrand dürfte über Stunden geschwelt haben. Laut dem Experten entwickeln sich giftige Rauchgase schon nach 15 Minuten. Von der Staatsanwaltschaft Salzburg wurde die Obduktion der Leiche angeordnet.
