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Deutschland: Personalnot bei der BF Lübeck -> Politik vertröstet Feuerwehr

Lübeck (Deutschland): Eine Posse beschäftigt die Lübecker Berufsfeuerwehr: Es werden dringend neue Leute gebraucht. Alle Politiker stimmen den Einstellungen zu. In der Sitzung der Bürgerschaft Ende Februar hat man allerdings vergessen, einen Beschluss zu fassen, am Donnerstag, 30.3.2011, wurde das Thema vertagt.

Seit fünf Jahren sind 30 Planstellen nicht besetzt. Inzwischen sind 24 Feuerwehrleute eingestellt worden. Doch das reicht nicht. Die Einsatzstärke wird regelmäßig nicht erreicht. Für die Feuerwehrleute, die zuerst am Einsatzort sind, gibt es oft kein Rettungsteam.

Im Februar beschloss der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung einstimmig, fünf Stellen schnell zu besetzen. Leider wurde bei der Haushaltssitzung Ende Februar das Thema vergessen. Ohne einen Beschluss der Politiker kann Bürgermeister Bernd Saxe keine neuen Leute einstellen. Die CDU stellte deshalb am Donnerstag einen Dringlichkeitsantrag zur Personalsituation. Der wurde abgelehnt. Das Thema solle noch einmal im Ausschuss beraten werden. Bei den Feuerwehrleuten ist der Frust groß. Tausende Überstunden sind aufgelaufen, ohne die Einsatzstärke zu erreichen. Am Jahresende werden es 30.000 Stunden sein, rechnet Personalrat Christian Muhs vor. Die Feuerwehrbeamten werfen ihrem Dienstherren vor, mit der Sicherheit der Retter und der Bevölkerung zu spielen.

Ein User-Kommentar dazu:
Dennis schrieb am 31.03.2011 um 16.52 Uhr:
Ergänzung eines Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr:
Wenn schon der Appell der Berufsfeuerwehr nicht eindringlich genug ist, vielleicht helfen diese Zeilen…
Ich bin Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr in Lübeck. Durch die Personalnot bei den Berufsfeuerwehren stellen wir allzuoft die meisten Leute am Einsatzort. Das mag den einen freuen, aber das ist, wenn es um die kompromisslose Sicherheit geht, nicht gut. Wir Freiwillligen versuchen immer und überall zu helfen. Aber laßt uns einmal alle auf der Arbeit, krank, im Urlaub oder nicht in Lübeck sein. Dann sieht die Sache schon anders aus. Wir Freiwilligen können die Berufsfeuerwehr immer nur ergänzen. Wir tuen das gerne. Aber wir können die BF nicht ersetzen, keinen einzelnen von ihnen.
Viele Lübecker denken nicht über die Feuerwehr nach. Es brennt zu selten in der eigenen Wohnung. Das ist gut so, läßt aber viele in Gleichgültigkeit gegenüber der Feuerwehr fallen. Viele reduzieren uns auf die ein bis zwei Feuerwehrfeste im Jahr. — Bis es dann wirklich brennt.
Die Berufsfeuerwehr ist das Rückrad in Lübeck, wenn es um den Brandschutz, Rettungsdienst und Hilfeleistung geht. Wir sollten Sie mit den Problemen nicht alleine lassen. Personalmangel führt zu unzähligen Überstunden. Nicht ausgeruhtes, da überarbeitetes, Personal zu Fehlern, Unmut und Frust. Das ist nicht gut und belastet auch (wenn auch nicht gewollt) die Beziehung zu uns Freiwilligen.
Ich bitte daher alle Lübecker die Berufsfeuerwehr in Ihrem Protest zu unterstützen. Gerade erst kürzlich hat das Feuer bei Karstadt gezeigt wie wichtig es ist, viel Personal ohne Bedingungen vor Ort zu haben.

Hl-Live

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