Deutschland: Katastrophen-Alarm – und keiner kriegt es mit
Deutschland: KATWARN heißt das neue Warnsystem der Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie der Stadt Emden. Wenn es brennt, eine Sturmflut droht oder ein Lkw mit giftigen Chemikalien verunglückt,…
… informiert „KATWARN“ die Menschen direkt per SMS und E-Mail. In der Theorie. In der Praxis klappt das noch nicht, wie die Katastrophenschützer am 1. April-Wochenende 2011 bei einer Großübung feststellen mussten.
Alle drei Versuche scheitern
Sonnabend, 15 Uhr, Stadtgebiet Emden: Eine Minute lang heulen die Sirenen auf und ab, kurz darauf folgen Lautsprecherdurchsagen, die Feuerwehr fährt mit Einsatzfahrzeugen durch die Straßen. Die Emder Feuerwehr sowie der Fachdienst Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz üben den Ernstfall. Um 16 Uhr sind die 17 Sirenen wieder zu hören, diesmal als Dauerton, das heißt Entwarnung. Das Fazit der Helfer fällt im Anschluss gemischt aus.
Viele Bürger hätten die verschiedenen Sirenensignale nicht deuten können, teilte die Feuerwehr mit. Deshalb sollten die Emder bei dieser Übung auch erstmals per SMS und E-Mail gewarnt werden. Doch das System versagte, alle drei Versuche schlugen fehl.
Zu wenig Handys registriert
„Das ist natürlich keine tolle Werbung für das System“, musste Stadtbrandmeister Bernd Lenz zugeben. Außerdem seien zu wenige Menschen bei „KATWARN“ angemeldet. Nur 400 von rund 25.000 Handys im Stadtgebiet sind laut Lenz registriert. Er vermutet, dass sich die Menschen einfach zu sicher fühlen.
Frauenhofer-Institut prüft „KATWARN“
„KATWARN“ wurde vor zwei Jahren vom Frauenhofer-Institut entwickelt. Es soll die betroffenen Bürger zusätzlich zu Sirenenalarmen und Radiodurchsagen informieren. Bis auf die Anmeldungs-SMS ist der Dienst kostenlos. Die Warnungen sollen im Gefahrenfall zentral von der Stadt Emden ausgegeben werden. Nach einer erfolgreichen Pilotphase befindet sich „KATWARN“ jetzt im Praxistest. Warum die Alarmierung am Sonnabend nicht funktioniert hat, wollen die Fraunhofer-Experten nun prüfen.
