Deutschland: Zehn Tote, 97 Verletzte bei Massenkarambolage mit über 50 Autos
Kavelstorf (Deutschland): Bei einer Massenkarambolage in einem Sandsturm sind am Freitag, 8. April 2011, auf der Autobahn Berlin-Rostock mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Einige Opfer seien noch in den ausgebrannten Fahrzeugen, sagte eine Polizeisprecherin. 97 Menschen wurden verletzt.
20 Autos fingen Feuer, darunter auch ein Gefahrguttransporter. Die Feuerwehr brauchte mehrere Stunden, um die Flammen zu löschen. Rettungswagen und Hubschrauber brachten die Verletzten in umliegende Kliniken. Nach Angaben der Krankenhausleitungen erlitten die Opfer vor allem Knochenbrüche, Prellungen, Stauchungen und Schädel-Hirn-Verletzungen. Der Unfall ereignete sich gegen 12.50 Uhr auf der A19 zwischen den Anschlussstellen Kavelstorf und Laage, südlich von Rostock. Rund 80 Autos rasten in beiden Fahrtrichtungen ineinander, wie die Polizei mitteilte. Ein Reporter am Unfallort berichtete, die Autos seien regelrecht zusammengequetscht, sie müssten mit hoher Geschwindigkeit aufeinandergerast sein.
„Das ist der schlimmste Verkehrsunfall, den Mecklenburg-Vorpommern je erlebt hat“, sagte Polizeisprecherin Yvonne Burand. „Als ich die ausgebrannten Fahrzeuge gesehen habe, war mir klar, dass es viele Tote gegeben haben muss“, sagte dpa-Reporter Bernd Wüstneck.
Die im beginnenden Wochenendverkehr stark befahrene Autobahn wurde in beiden Richtungen voll gesperrt. Ausweichende Autofahrer sorgten für volle Nebenstrecken. Das habe auch Bergung und Transport der Verletzten erschwert, hieß es. Die Verletzten wurden in Krankenhäuser in Rostock, Güstrow und Bad Doberan gebracht. „Wir haben Ärzte und Schwestern zurückgeholt, zusätzliche Betten vorbereitet“, sagte der Ärztliche Direktor der Uniklinik Rostock, Professor Peter Schuff-Werner. Der Landkreis Bad Doberan richtete ein Bürgertelefon für Angehörige der Unfallopfer ein.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zeigte sich tief betroffen. „Das ist ein schreckliches Unglück, mit so vielen Toten und Verletzten. Ich hoffe sehr, dass es gelingt, schnell zu helfen. Mein Dank gilt allen Feuerwehrleuten, den Rettungskräften und all den anderen Helfern“, erklärte der Schweriner Regierungschef. Der Grund für den Unfall soll extrem schlechte Sicht gewesen sein. Ein seit dem Morgen herrschender Sturm hatte Sand von umliegenden Feldern aufgewirbelt und über die Fahrbahn getrieben. Der Sturm richtete auch an anderen Orten im Land Schäden an.
