Stmk: Feuerwehrmatura – 35. Bewerb um das FLA Gold
Lebring (Stmk): Die Königsdisziplin im Einzelbewerbswesen in Feuerwehrkreisen schlechthin, ist der Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold. Dieser fand am 09. April 2011 in der Landesfeuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark in Lebring statt.
82 Bewerber sind angetreten, davon sind sechs weiblich. Das Leistungsabzeichen in Gold stellt unbestritten eines der höchsten Leistungsziele für ein aktives Feuerwehrmitglied dar, weil es sich hier um eine der wohl schwersten Einzelprüfungen im Feuerwehrwesen handelt. Deshalb wird das FLA Gold in Fachkreisen als „Feuerwehr-Matura“ bezeichnet.

In insgesamt sieben Prüfungen ist von den TeilnehmerInnen umfangreiches Fachwissen gefordert. Löschwasserberechnungen, einsatztaktisch richtiges Vorgehen bei technischen Einsätzen und Brandeinsätzen, Brandschutzpläne, das Formulieren und Geben von Befehlen als auch das Verhalten vor der Gruppe sind Teile des Prüfungsportfolios. Theoretisches Wissen – zu einem aus mehreren Hundert Fragen starken Katalog – in Bezug auf das Feuerwehrwesen sowie die Prüfungsstation „Ausbildung in der Feuerwehr“ mit lernpsychologischen und didaktischen Hintergründen runden das Anforderungsprofil für das FLA Gold ab.

82 KandidatInnen
„Auf das FLA-Gold haben sich die 82 Bewerberinnen und Bewerber“ wochenlang vorbereitet“ berichten der Bewerbsleiter für das FLA in Gold, Brandrat Josef Hager, sowie sein Stellvertreter, Landesbewerbsleiter Brandrat Hans Hönigschnabl. „Den Bewerbern und Bewertern kann gar nicht Dank genug ausgesprochen werden“, zeigen sich Hager und Hönigschnabl unisono überzeugt, „denn zusätzlich zu den täglichen Anforderungen an Beruf, Familie und dem allgemeinen Feuerwehrdienst bringen sich hier Bewerber und Ausbilder über das normal übliche Maß hinausgehend ein, ohne auch nur einen Cent dafür zu erhalten“. Das erworbene Fachwissen wird fortan von den KandidatInnen im Feuerwehrdienst für die Gesellschaft, für die Mitmenschen perfekt eingesetzt werden, zeigt sich die Bewerbsleitung überzeugt.

Dank der hervorragenden Vorbereitung im Vorfeld zur Prüfungsabnahme durch Bewerter- und Ausbildnerteams erreichten 80 Bewerber der steirischen Feuerwehren ihr Bewerbsziel und haben im Rahmen der Schlusskundgebung und Siegerverkündigung das begehrte Abzeichen von Landesfeuerwehrkommandant-Stv. LBDS Gustav Scherz verliehen bekommen.

Den Tagessieg holte sich Oberbrandinspektor Christian Hatzl von der FF Lafnitz (HB) mit 187 Punkten (+37 Zeitgutpunkte), Oberbrandinspektor Karl Hanzlich von der FF Gosdorf (RA) erreichte mit 185 Punkten (+55 Zeitgutpunkte) Platz 2 und Brandmeister Stefan Huber von der FF Hirnsdorf (WZ) belegte mit 185 Punkten und 29 Zeitgutpunkten den dritten Platz. Beste Teilnehmerin bei diesem Bewerb war Oberfeuerwehrmann Martina Freidl von der FF Rettenbach (DL) mit 184 Punkten und 36 Zeitgutpunkten auf Rang 7.

Bewerbsleiter BR Josef Hager konnte zahlreiche Bezirksfeuerwehrkommandanten, BFK- Stellvertreter bzw. die Schulleitung der FWZS zur Schlusskundgebung willkommen heißen. HBI d.LFV Ingrid Lobnig, langjährige Mitarbeiterin im LFV, hatte heute ihren 100. und gleichzeitig letzten Einsatz im Bewerterstab, da sie mit 15. April dJ in Altersteilzeit gehen wird. Für ihren jahrzehntelangen Einsatz als zuständige Sachbearbeiterin und Mitglied im Bewertstab wurde sie feierlich mit einem süßen Gruß – in Form einer Bewerterspange – aus dem Bewertergremium verabschiedet. Mit dem Einholen der Bewerbsfahne wurde die „Feuerwehr-Matura 2011“ kurz vor 17.00 Uhr beendet.
