Mix

Oö: Extrem-Wasserwehrleistungskampf 2011 in Steyrermühl

Steyrermühl (Oö): Zahlreiche Ausfälle, viele Wasserstürze sowie enorme Kraftanstrengungen – so die Kurzbilanz des zum 2011 zum 50. Male ausgetragenen Oberösterreichischen Landes-Wasserwehrleistungsbewerbes.

Zum 50. Male wurde 2011 der Oö. Landes-Wasserwehrleistungsbewerb ausgetragen. Ein sehr praxisnaher Leistungsvergleich, da die Zille auch heute noch eines Top-Utensilien im Hochwasserdienst darstellt. Was sich jedoch am 17. und 18. Juni in Steyrermühl anbot, war alles andere als die 50 Standardwiederholung eines Bewerbes. Während auf der Strecke für das Leistungsabzeichen in Bronze viel Kraft erforderlich war, war die Strecke in Silber nur in Kombination von Kraft und Geschick zu bewerkstelligen.

Wehröffnung für den Leistungskampf
Flüsse abseits der Donau sind bei den Teilnehmern an und für sich oft schon mehr oder weniger gefürchtet, da starke Strömungen den Bewerb immer wieder zu einer Herausforderung werden lassen. Diese war jedoch in der letzten Zeit auf der Traun aufgrund niedrigen Wasserstandes nicht wirklich präsent. Am Tag des Bewerbes bzw. an den zwei Bewerbstagen sollte es jedoch anders sein: Die Wehr wurde geöffnet, was zu einem markanten Wasseranstieg als auch zu einem deutlichen Anstieg der Strömungsgeschwindigkeit beitrug. Es war klar, dass man sich 2011 das Meistern des Parcours redlich verdienen musste und mit standardmäßigem Dahinstochern nichts zu machen war.

Teamgeist, Kraft und Geschick erforderlich
Das Zillen fahren erfordert Geschick und Kraft zugleich, verbunden mit gutem Teamgeist, da sich die Fortbewegung in diesem lange bewährten Gefährt auf zwei Personen konzentriert, dem Steuer- und dem Kranzelmann. Teamarbeit wird noch weitaus bedeutender, wenn die Bedingungen – wie in Steyrermühl – alles andere als einfach sind. Das Stechen am Ufer oder teilweise auch Rudern entgegen der Strömung über eine längere Strecke fordert körperliches Durchhaltevermögen und daher auch entsprechendes Training. Vor allem beim Wenden an den Bojen zeigte die Strömung in sehr vielen Fällen ihre Tücken.

Die Wendeboje zu eng angefahren und die Überraschung von der plötzlich starken Strömung und der damit verbundenen Abtrieb des Gefährts: Faktoren, deren Zusammenwirken nicht selten im Wasser der Traun endeten. Aber wie bei den Feuerwehrleuten üblich: Kein Vorantrieb ohne auch Rückschläge einstecken zu können. In den meisten Fällen stiegen die unfreiwilligen Badegäste – alle sind während des Leistungskampfes auch mit Schwimmwesten ausgestattet – kurzerhand wieder in die Zille und setzten ihre Fahrt – sofern noch nicht wegen eines damit verbundenen Fehlers disqualifiziert – wieder nass, jedoch ungehindert fort.

Landes-Feuerwehrkommandant kämpfte im Einer-Bewerb
Auch der am 1. Juni 2011 frisch gewählte Landes-Feuerwehrkommandant von Oberösterreich, Dr. Wolfgang Kronsteiner, ließ es sich weiterhin nicht nehmen, seinem Wasser treu zu bleiben. Er kämpfte sich in der Extremklasse der „Einer“ (gefahren auf der Silber-Strecke und nicht im Team, sondern alleine!) durch die Strömung. Sein Resümee nach der Absolvierung des Parcours: „Heute habe ich den Beweis aufgestellt, dass man auch in eine Holzzille einen „Patschen“ (einen Platten) fahren kann…. Denn auf einmal ging mir die Luft aus!“

Großes Teilnehmerfeld
Das Teilnehmerfeld konnte sich beim Jubiläumsbewerb ebenso sehen lassen. Angemeldet waren:
372 Zillenbesatzungen in Bronze
311 Zillenbesatzungen in Silber
299 Zillenbesatzungen Einer

Siegerehrung und die Ergebnisse
Die Siegerehrung wurde am Samstagabend, 18. Juni 2011, in Steyrermühl vorgenommen. Aufgrund der zahlreichen Klassen des Bewerbes, ist es sehr schwierig bzw. nahezu unmöglich, einen einzigen Sieger zu nennen, da jede Klasse für sich seine Sieger hat. Welche Feuerwehr sich insgesamt am besten geschlagen hat, darüber gibt die sog. Mannschaftswertung Auskunft. Alle Ergebnisse sind auf der Internetseite des Oö. Landes-Feuerwehrverbandes im Detail einsehbar: www.ooelfv.at. Dort findet sich zudem auch ein Video mit einer Zusammenfassung einiger Zillenfahrten und Wasserstürze. Ein 10-minütiger Beitrag, der in bewegten Bildern einen guten Einblick in die Thematik des Zillenfahrens bietet.

Oö. Landes-Feuerwehrverband
Direktlink zum Video

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert