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T: Feuerwehr in Fehl-Alarmbereitschaft

Innsbruck (T): 24. Juni 2011 – Immer mehr Feuerwehrmänner sind durch ständige Fehlalarme ausgebrannt. Die Alarmpläne bereiten zusätzlich Sorgen.

Es ist Feuer am Dach. Immer mehr Florianijünger verlieren auf Grund der häufigen Fehlalarme die Motivation auszurücken. Alarme, die von automatischen Brandmeldeanlagen – wie sie auch in Hotels zum Einsatz kommen – ausgelöst werden, seien fast ausschließlich Fehlalarme, was sich negativ auf die Einsatzfreude auswirke, stellt etwa Kitzbühels Feuerwehrkommandant Alois Schmidinger fest. „Das ist wirklich ein Riesenproblem. Bei Brandmeldealarmen schalten die meisten schon automatisch auf Durchzug und kommen einfach nicht.“ Wenn es beispielsweise in einem Hotel einmal wirklich brennen sollte, „haben wir ein ernsthaftes Problem“, erklärt Schmidinger.

Zu insgesamt 13.580 Einsätzen wurden die Feuerwehren in Tirol im vergangenen Jahr gerufen, 2700 waren Fehl­alarme. Allein in Kitzbühel würden durch die Fehl­einsätze 349 Einsatzstunden und 661 umsonst gefahrene Kilometer anfallen, betont Schmidinger. Bevor die Leitstelle die Alarmierung der Tiroler Feuerwehren übernommen hat, hätte es deutlich weniger Fehl­alarme gegeben, sagt der Feuerwehrkommandant. „Als noch die Polizei alarmiert hat, wurden viele Fehlalarme herausgefiltert. Die Polizeibeamten haben oft selbst nachgefragt oder sind bei den jeweiligen Hotels vorbeigefahren, um zu schauen, ob es wirklich brennt“, erklärt Schmidinger. Das falle durch die Zentralisierung und die damit verbundene Leitstellen-Alarmierung jetzt weg.

Beim Landesfeuerwehrverband sieht man das Grundproblem nicht in der zentralen Leitstelle, sondern direkt vor Ort, wie Landesfeuerwehrkommandant Klaus Erler sagt: „Die Fehlalarme kommen meist durch falsch montierte oder schlecht bzw. gar nicht gewartete Brandmelder.“ Die Feuerwehr versuche jene Leute, die Brandmelder betreiben, zu sensibilisieren. „Leider gelingt das noch nicht überall“, beklagt Erler Nachlässigkeiten in diesem Bereich.

Dass die Situation in Sachen Fehlalarme trotz leichten Rückgangs nach wie vor unbefriedigend ist, weiß auch LHStv. Anton Steixner. „Vor allem in Tourismusorten sind die Fehlalarme nach wie vor ein großes Problem“, sagt Steixner. Dadurch würden viele Feuerwehrmänner auch nicht mehr „so aktiv rausspringen“, wie Steixner die sinkende Motivation umschreibt. Man sei deshalb weiterhin darum bemüht, die Fehlalarme zu reduzieren.

Allerdings sind Fehl­alarme nicht der einzige Grund, warum einige Feuerwehrleute umsonst zu einem Einsatzort gerufen werden. Vor zwei Wochen schickte die Leitstelle in Innsbruck eine Alarmierung mit dem Einsatzcode für ein Zugunglück in Fügen aus. Sechs Feuerwehreinheiten rückten zu dem Unfallort aus, in der Annahme, dass sie ein Großunglück erwartet. An dem Bahnübergang angekommen dann die Überraschung: Der Zug war bei dem Zugunglück durch eine Kollision mit einem Auto kaum beschädigt. Zum Glück gab es nur einen Verletzten aus dem Auto zu bergen. Vier Feuerwehren waren umsonst gekommen – zum Ärger vom Kommandanten der Feuerwehr Schlitters, Thomas Fankhauser: „Da hinterfragt man den Alarmplan schon, und das nicht zum ersten Mal.“ Er fahre zwar lieber einmal zu oft, als dann in einem Ernstfall gar nicht, aber früher hätte es weniger solcher „Über-Alarmierungen“ gegeben. Weil das früher die Polizei vor Ort abgeklärt hätte. Jetzt läuft alles über die Leitststelle in Innsbruck, von wo aus der Einsatzcode an Einsatzkräfte weitergegeben wird.

Der Geschäftsführer der Leitstelle, Martin Eberharter, lässt Kritik an der Alarmierung nicht gelten: „Der Alarmplan ist Aufgabe des Landesfeuerwehrverbandes.“ Die Leitstelle bekomme eine Version des Alarmplanes mit den entsprechende Codes und setze das auch um. Für Fankhauser gehören genau diese Einsatzcodes „definitiv überarbeitet“.

Landesfeuerwehrkommandant Erler kann den Ärger nur bedingt nachvollziehen: „Anpassungen werden ohnehin ständig vorgenommen.“ Der Landesverband stehe dafür in Verbindung mit den Bezirken.

Schlussendlich wird dann wieder die zentrale Leitstelle mit den neuen Einsatzcodes beliefert. Ein Kreislauf, der für einige Kommandanten allerdings noch nicht reibungslos läuft.

Tiroler Tageszeitung

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