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Deutschland: Freiwillige Feuerwehr fürchtet Profi-Konkurrenz

Villingen-Schwenningen (D): Mit welchem Personal kann die Feuerwehr eine 24-Stunden-Sicherheit der Bevölkerung in Villingen-Schwenningen sicherstellen?

Die Meinungen gingen im Gemeinderat auseinander. Die Mehrheit beschloss, fünf Gerätewarte einzustellen, und erntete dafür Applaus.

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr verfolgten gespannt die Sitzung. Hatte doch eine Stellenbeschreibung für „Beschäftigte im feuerwehrtechnischen Dienst“ im Vorfeld erneut für Unmut in den Reihen der Ehrenamtlichen gesorgt. „Das Fuchs- und Hase-Spiel geht weiter“, stellte Ernst Reiser (Freie Wähler) fest. Im Feuerwehr-Bedarfsplan, der im April vom Gemeinderat abgelehnt worden war, sei die Rede von Gerätewarten gewesen, und jetzt gehe es plötzlich um eine „Einsatzabteilung mit hauptamtlichen Kräften“, die auch die Einsatzleitung und Fahrzeugführung übernehmen sollen. Damit würden ehrenamtliche gewählte Fahrzeug- und Gruppenführer degradiert, fürchtet Reiser. Dass die Wogen erneut hochschlagen, sei durch viele Missverständnisse begründet, erklärte Kommandant Markus Heinzelmann mit Bedauern. Die hauptamtlich Beschäftigten würden aber keinesfalls in Konkurrenz zu den Ehrenamtlichen stehen. Wolle man den zweiten Rettungsweg aber tagsüber sicherstellen, so müssten die fünf neuen Stellen von Feuerwehrkräften besetzt werden. In der normalen Arbeitszeit sei die Rundumsicherung des zweiten Rettungsweges von der Freiwilligen Feuerwehr nicht zu schaffen, machte OB Rupert Kubon klar. Um dies zu erreichen, sei die Einstellung von fünf zusätzlichen Beschäftigten im feuerwehrtechnischen Dienst notwendig. Hauptamtsleiter Joachim Wöhrle wies auf den arbeitsrechtlichen Aspekt hin. Würden Gerätewarte eingestellt, könnten sie nicht verpflichtet werden, gleichzeitig Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zu sein. Sie könnten sich lediglich freiwillig dazu bereit erklären. Sobald sie austreten, könnten sie aber im Ernstfall nicht mehr herangezogen werden. Um dauerhaft sicherzustellen, dass die Mitarbeiter auch tagsüber auf die Drehleiter gehen, müssten Hauptamtliche eingestellt werden. Dies sei kein Angriff auf die Freiwilligkeit, betonte Kubon. Die Fraktionen hoben hervor, dass sie an der Freiwilligkeit der Feuerwehr festhalten wollen. Man habe mit den Ehrenamtlichen bisher sehr gute Erfahrungen gemacht und wolle nicht zweierlei Sorten Feuerwehrleute, unterstrich Renate Breuning (CDU). Die Feuerwehr wolle die Gerätewarte, meinte Erich Bißwurm (FW). Fraktionskollege Gerhard Janasik bat um eine sachliche Diskussion. Letztlich gehe es darum, wer die Sicherheit am besten gewährleisten könne. OB behält sich Widerspruch vor. Harry Frey (SPD) und Joachim von Mirbach (Grüne) unterstrichen, dass gut qualifizierte Leute eingestellt werden sollten. Und Hans-Dieter Kauffmann (FDP) hatte im Feuerwehrausschuss vernommen, dass ausdrücklich Gerätewarte gewünscht werden.

So setzte eine Mehrheit von 25 Räten aus CDU und Freien Wähler schließlich die Einstellung von Gerätewarten durch. Kubon behielt sich allerdings vor, Widerspruch dagegen einzulegen.

Schwäbische.de

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