Wien: Vollbrand eines Eisenbahnwaggons -> Langwieriger Einsatz
Wien, 14. Bezirk: Der Rangierbahnhof Penzing verfügt über etwa 30 parallel gelegene Gleise und wird auf Seite der Linzerstraße von drei Gleisen der Vorortelinie/Westbahn umfahren. Aus unbekannter Ursache war am Rangierbahnhof Penzing am Gleis 730 Höhe km 3.00 kurz nach 23.00 Uhr des 31. Dezember 2011 …
… ein leerstehender Personenwaggon in Brand geraten. Rund um diesen waren weitere Waggons abgestellt. Bei Ankunft der alarmierten Berufsfeuerwehr Wien war der Waggon bereits im Vollbrand, die Flammen schlugen beidseitig aus den geborstenen Fenstern. Die Flammen bedrohten sowohl die umliegenden Waggons als auch die noch stromführende Oberleitung.
Um den Frachtenbahnhof im betroffenen Bereich auf kürzestem Wege zu erreichen und dadurch einen raschen Löscherfolg zu garantieren, wurde das Zauntor zum Bahndamm gewaltsam durch Abreißen des Einbauzylinder geöffnet. Zu diesem Zeitpunkt traf der ÖBB Einsatzleiter ein und versicherte, dass auf den betroffenen Gleisen der Fahrbetrieb eingestellt sei. Es gab jedoch keine Bestätigung für eine Spannungsfreischaltung der Oberleitung. Daher wurde zunächst aus der Deckung heraus mit einem Rohr im Außenangriff (mit gebotenem Sicherheitabstand zu den stromführenden Teilen) eine Ausbreitung des Brandes auf die Nachbarwaggons (mit Hauptaugenmerk auf Tankwagen noch unbekannter Ladung) verhindert. Das Rohr musste dabei über eine steile, mit Dornenbüschen verwachsene Böschung und über die Hauptverkehrsgleise verlegt
werden.
Zur Absicherung der Einsatzstelle wurden beiseitig Sicherungsposten entsendet. Parallel dazu wurde eine geeignetere Stelle für die Vornahme weiterer Rohre erkundet. Nach Bestätigung der Spannungsfreischaltung und Einlegen der Sicht-Erdung durch den ÖBB-Einsatzleiter gemeinsam mit dem Melder/M wurden über eine B-Zubringleitung und ein Verteilungsstück BCBC an der anderen Seite des brennenden Wagons zwei weitere Rohre im Außenangriff vorgenommen. Zur wirksamen Brandbekämpfung wurde dem Löschwasser Schaummittel zugemischt. Dadurch kam es rasch zu einem Löscherfolg. Sowohl der gelöschte als auch die benachbarten Waggons auf dem Gleis 728 wurden vom 1.Rüstlöschfahrzeug Kaisermühlen kontrolliert. Die benachbarten Waggons auf den Gleisen 730 und 734 vom 1.Rüstlöschfahrzeug: Keine Personen aufgefunden und keine weitere Gefährdung festgestellt.
Um möglichst rasch einen Betrieb der Vorortelinie/Westbahn zu ermöglichen, wurden nach dem „Brand aus“ sämtliche Löschleitungen zurückgenommen und eine zusätzliche Löschleitung über den betriebsinternen Personenübergang (Metallbrücke) vorgenommen. Dieser Zugang ist nur über ein Betriebsgebäude möglich, das zu Beginn des Einsatzes mehrfach versperrt war. Über diese Löschleitung wurden Nachlöscharbeiten durchgeführt. Die Gleise der Vorortelinie/Westbahn wurden danach über die Nachrichtenzentrale wieder freigegebenen. Der Fahrbetrieb auf den Gleisen 1, 2, und 1VO war für die Dauer der Löscharbeiten (ca. 2 Stunden.) für den Zugverkehr gesperrt.
Mit dem Einsatzleiter der ÖBB und dem zwischenzeitlich eingetroffenen Mitarbeiter der „Oberleitung Hütteldorf“ wurde vereinbart, das der Frachtenbahnhof bis in die Morgenstunden für den Zugverkehr gesperrt bleibt, da plangemäß ohnehin keine Arbeiten durchgeführt würden. Weiters wurden diese angewiesen, die Oberleitung zu den Gleisen 734b,732a, 730, 728 keinesfalls ohne Rücksprache mit der Feuerwehr wieder unter Spannung zu setzen, da eine Nachuntersuchung angesetzt ist.
Während der Nachlöscharbeiten versuchten zwei Personen die Einsatzstelle zu betreten. Da sie unvermittelt zwischen den Wagons herannahten, wurden sie erst spät bemerkt. Die Dame und der Herr setzten uneinsichtig ihren Weg fort und wurden von der anwesenden Sicherheitswache der Einsatzstelle verwiesen, weitere Schritte durch diese. Die Einsatzstelle wurde um ca, 2:00 Uhr an das 1.Rüstlöschfahrzeug Penzing zum Zwecke von Nachlöscharbeiten und zur genaueren Untersuchung des Brandgutes übergeben. Von
diesem wurden Nachlöscharbeiten mittels 1 Kombischaumrohr durchgeführt.
Einsatzende: 05.28 Uhr.
