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Tirol: Sturmtief sorgt für Probleme in Tirol: Kühtai nicht erreichbar

Tirol: Orkan „Andrea“ bringt jede Menge Schnee nach Tirol. Windböen von mehr als 100 Km/h sorgten für Straßensperren und beschädigte Stromleitungen.

Der Winter hält Tirol weiterhin fest im Griff. Orkanartige Windböen mit Spitzen von mehr als 100 Km/h und Neuschnee haben in Teilen Tirols in der Nacht zum Dreikönigstag zu einem Anstieg der Lawinengefahr geführt. Die Experten des Landes rechneten mit keiner raschen Entspannung der Situation. Größere Schäden wurden durch die Neuschneemengen keine verursacht. Auf höher gelegenen Verkehrswegen gab es Straßensperren bzw. bestand Kettenpflicht. In mehreren Bezirken sind derzeit etwa 1500 Haushalte ohne Strom.

Umgestürzte Bäume bereiten Probleme
Wegen umgestürzter Bäume und verschneiter Straßen stehen im ganzen Land die Feuerwehren im Dauereinsatz, berichtet Landesfeuerwehrkommandant Klaus Erler am Freitagvormittag. „Verkehrswege müssen geräumt werden und Bäume, die aufgrund der Schneelast umstürzten, müssen beseitigt werden.“ Vorwiegend im Oberland, in den Bezirken Reutte und Landeck, aber auch im Bezirk Kufstein müssen die Einsatzkräfte immer wieder ausrücken. In Lechaschau beschädigten sieben umgestürzte Bäume ein Haus- bzw. Garagendach. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden beträgt 5000 bis 10.000 Euro. Die umgestürzten Bäume wurden durch die Freiwillige Feuerwehr Lechaschau aufgeräumt.

Kritische Lawinensituation
In Tirol herrscht eine kritische Lawinensituation mit gebietsweise großer Lawinengefahr. Gefahrenstellen liegen laut der Landeswarnzentrale Tirol in Steilhängen aller Richtungen, hauptsächlich oberhalb etwa 2000 Meter. Lawinen können schon bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden. Skitouren und Variantenfahrten erfordern große Erfahrung. Unerfahrenen wird dringend empfohlen, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen. Zusätzlich ist auch mit Selbstauslösungen von Lawinen zu rechnen. In den neuschneereichen Regionen können diese auch große Ausmaße erreichen und dadurch exponierte Verkehrswege gefährden. Unterhalb etwa 2000 Meter ist zudem auf Selbstauslösungen von Gleitschneelawinen zu achten. Aufgrund der enormen Neuschneemengen (Seegrube 1 Meter) sind auf der Nordkette bis auf weiteres alle Spazierwege gesperrt, berichtet die Stadt Innsbruck in einer Aussendung. Die Lawinenkommission und die Gemeindeeinsatzleitung beobachten und beurteilen die Situation ständig.

Laufend neue Schäden an Stromleitungen
Nach Angaben der Tiwag-Netz AG wurden tirolweit Mittelspannungsleitungen durch umgestürzte Bäume beschädigt und abgeschaltet. Laufend gibt es Störungsmeldungen aus dem ganzen Land, berichtet die Tiwag. Die Montagetrupps arbeiten seit Donnerstagabend auf Hochtouren. Betroffen sind laut Tiwag derzeit Buch, Hopfgarten, Westendorf, St. Ulrich, St. Jakob, Eben, Steinberg, zum Teil Achenkirch, Jenbach und Zams. Eine 110-KV-Leitung nach Reutte wurde durch einen weiteren Baum abermals beschädigt, auch in Nassereith und Imst gab es Probleme. Meldungen über Verletzte sind keine bekannt.

Straßen und Bahnstrecken wegen Lawinengefahr gesperrt
Probleme gab es auch im Straßen- und Bahnverkehr. Im Stubaital musste am Freitagvormittag die Gemeindestraße ins Oberbergtal gesperrt werden, drei kleinere Weiler (Bärenbad, Seduck, Oberriss) sind derzeit nicht erreichbar. Der Bahnverkehr ist durch die starken Schneefälle ebenfalls von Sperren betroffen. Die Bahnstrecke zwischen Innsbruck und Wörgl ist an mehreren Stellen unterbrochen. So sind mehrere Bäume im Raum Terfens sowie zwischen Brixlegg und Kundl in die Fahrleitung gestürzt, berichten die ÖBB in einer Aussendung. Einsatztrupps sind mit Hochdruck beim Arbeiten. Die Sperre wird aber noch mehrere Stunden bis mindestens 13 Uhr andauern. Die Karwendelbahn zwischen Innsbruck und Seefeld, sowie wegen Lawinengefahr bei Scharnitz und die Bahnstrecke Reutte-Garmisch sind ebenfalls unterbrochen. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen ist zum Teil eingerichtet. Bahnkunden müssen mit Verzögerungen rechnen. Züge des Fernverkehrs Richtung Salzburg, Wien sowie nach Bregenz und Zürich werden aufgrund der Unterbrechungen große Verspätungen bekommen. Wegen der aktuell schlechten Sicht können am Flughafen Innsbruck derzeit zwei Flugzeuge nicht landen. Sie fliegen Warteschleifen über dem Zillertal und werden bei Wetterbesserung versuchen zu landen. Gröbere Probleme gäbe es derzeit aber noch nicht, erklärte Flughafen-Sicherheitsbeauftragter Marco Pernetta Freitagmittag gegenüber TT.com.

40 bis 60 Zentimeter Neuschnee
Gefahrenstellen lagen in Steilhängen aller Richtungen, hauptsächlich oberhalb etwa 2000 Meter. Skitouren und Variantenfahrten erforderten große Erfahrung. Unerfahrenen wurde „dringend“ empfohlen, die gesicherten Pisten nicht zu verlassen. In den Staulagen des Arlberg, Außerfern, der Silvretta, den westlichen Nordalpen und am westlichen Alpenhauptkamm betrug der Neuschneezuwachs 40 bis 60 Zentimeter. In den nördlichen Stubaier und Ötztaler Alpen, den Tuxer und Zillertaler Alpen sowie entlang des Osttiroler Tauernkammes waren es 30 bis 50 Zentimeter. In den östlichen Nordalpen, den Kitzbüheler Alpen sowie im südlichen Osttirol waren es noch 15 bis 30 Zentimeter. Nach einer kurzen Beruhigung am Samstagvormittag erwarteten die Meteorologen die nächste Schneefallperiode aus Nordwesten.

Tiroler Tageszeitung Online

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