Rosenbauer übergibt 3.000. CBS-Fahrzeug: Werkfeuerwehr Industriepark Höchst erhält 4-Achs-ULF

Das Fahrzeug ist mit aufgeprotzten Schlauchhaspeln über zwölf Meter lang und als eines der ersten in Europa auf Mercedes Benz Antos mit Tridem Hinterachse aufgebaut. Die Löschtechnik besteht aus einer N100 Einbaupumpe in Kombination mit zwei unabhängig voneinander einsetzbaren Schaumsystemen: dem Industrie-Druckzumischsystem HYDROMATIC und dem Druckluftschaumsystem CONTI CAFS WR30 mit vorgeschaltetem Zumischsystem DIGIMATIC42. Darüber hinaus hat es eine Pulver- und eine CO2-Löschanlage an Bord, die Löschmittelbeladung besteht aus 3.000 l Wasser, 2 x 2.000 l Schaummittel in separaten Schaumtanks, 750 kg Löschpulver und 180 kg CO2. Damit ist die Werkfeuerwehr für jeden industriellen Brandfall gerüstet und sofort für den Erstangriff bereit.

Höchste Leistung
Die N100 ist die leistungsstärkste Einbaupumpe von Rosenbauer und fördert bis zu 10.000 l/min bei 10 bar im Tanksaugbetrieb und bis zu 14.000 l/min bei 4 bis 5 bar Einspeisung. Die HYDROMATIC ist eines der stärksten Druckzumischsysteme am Markt und in Rosenbauer Industriefahrzeugen auf der ganzen Welt im Einsatz. Die Schaummittelpumpe des Infraserv Fahrzeuges fördert bis zu 700 l/min, damit kann die gesamte Menge Wasser, welche die Pumpe im Hydrantenbetrieb liefert, in Wasser-/Schaummittelgemisch umgewandelt werden. Beide, N100 und HYDROMATIC, werden von je einem Nebenabtrieb des Fahrzeugmotors angetrieben und sind optimal aufeinander abgestimmt. Der Schaummittelpumpenantrieb ist so geregelt, dass der Druck der Schaumseite immer 0,5 bar über dem der Wasserseite liegt.

Höchste Flexibilität
Die große Stärke der HYDROMATIC ist ihre Flexibilität: An jedem Abgang kann zwischen Wasser und Wasser-/Schaummittelgemisch gewählt und die Zumischrate individuell eingestellt werden. Jeder Abgang ist mit einem automatischen Venturi-Zumischer ausgestattet, die Zumischrate lässt sich stufenlos zwischen einem und sieben Prozent verstellen, auch bei laufendem Betrieb. Bei den Druckabgängen erfolgt die Verstellung manuell über ein am Abgang sitzendes Schaummittelventil, die Zumischer der Dachwerfer werden im Bereich des zentralen Pumpenarmaturenbrettes im Heck gesteuert.

Bei dem Jubiläumsfahrzeug werden von der HYDROMATIC nicht weniger als acht Druckabgänge pro Fahrzeugseite versorgt. Über jeden Druckausgang können bis zu 1.200 l/min abgegeben, zusammen mit den Dachwerfern kann die komplette Pumpenleistung auf einer Seite ausgebracht werden. Das ist Teil des Einsatzkonzeptes der Werkfeuerwehr Höchst, nämlich möglichst jeden Löschangriff von einer Fahrzeugseite aus durchzuführen. So kann sie unter beengten Platzverhältnissen optimal operieren, kuppelt Schläuche immer nur auf einer Seite an und muss rund um das Fahrzeug keine Schläuche kreuzen. Über die Druckabgänge versorgt sie in der Regel transportable Werfer und halbstationäre Löschanlagen, weshalb die Dachwerfer mit Leistungen bis zu 2.000 l/min (RM15) bzw. 3.000 l/min (RM25) nicht allzu groß dimensioniert sein müssen.

Höchste Schaumqualität
Zusätzlich zur HYDROMATIC ist in dem Fahrzeug ein CAFS-System mit elektrischer Nass-/Trockenverstellung verbaut. Es besteht aus dem elektrisch angetriebenen und elektronisch geregelten Druckzumischsystem DIGIMATIC42 in Kombination mit dem Druckluftschaumsystem CONTI CAFS WR 30. Die Schaummittelzumischung erfolgt durch Einspritzung in einen eigenen B-Abgang der Pumpe über die DIGIMATIC. Die Erzeugung des Druckluftschaumes in einer nachgeschalteten CAFS-Mischkammer unter Beimengung von Druckluft. CAFS-Schaum zeichnet sich durch seine homogene Struktur und seinen hohen Energiegehalt aus, der beste Haftung an glatten und vertikalen Oberflächen aufweist und exzellente Wurfweiten ermöglicht.

Netzmittel, Pulver, CO2
Der CAFS-Abgang lässt sich auch nur mit Wasser oder einem Wasser-Schaummittelgemisch aus der DIGIMATIC betreiben, bei der die Zumischraten stufenlos zwischen 0,1% und 6% eingestellt werden können. Aufgrund dieser Spreizung kann die DIGIMATIC sowohl zur Erzeugung von Löschschaum, der im Strahl-/Schaumrohr verschäumt wird, als auch von unverschäumtem Netzwasser genutzt werden.

Insgesamt ist das Fahrzeug mit 20 Druckabgängen ausgestattet: 16 werden von der HYDROMATIC versorgt, einer von DIGIMATIC/CONTI CAFS und drei direkt von der Pumpe, die immer schaummittelfrei bleibt. Zudem verfügt es über je eine Schnellangriffseinheit für Löschpulver und CO2. Die Pulverlöschanlage und die CO2-Löschanlage sind in den beiden vorderen Geräteräumen verbaut.

Modulares Aufbaukonzept
Das Fahrzeug wurde im CBS Baukastensystem aus lasergeschnittenen, gekanteten und verklebten bzw. verschraubten Aluminiumblechen gefertigt. Das System erlaubt die Realisierung individuell konfigurierbarer Feuerwehrfahrzeuge jeder Größe und Ausstattung, vom kommunalen Sondereinsatzfahrzeug bis zum industriellen Universallöschfahrzeug. Der komplette Aufbau, bestehend aus einem Tank-, einem Geräteraum- und zwei Pumpenraummodulen, ist auf einem zentralen Hilfsrahmen montiert.

Der Mannschaftsraum ist über eine Faltenbalgverbindung mit dem Original-Fahrerhaus verbunden und aufrecht begehbar. Die Einstiege sind mit Klapptreppen ausgestattet, im Mannschaftsraum vier Sitze mit PA-Haltern angeordnet. Am Aufbaudach befindet sich ein ausfahrbarer Lichtmast FLEXILIGHT, im Heck eine Verkehrsleiteinrichtung, alle Beleuchtungseinrichtungen sind in LED ausgeführt.

Kurzporträt der Werkfeuerwehr Höchst
Die Infraserv Werkfeuerwehr Höchst gehört zu den größten und bekanntesten Werkfeuerwehren der chemischen Industrie in Deutschland. Sie betreibt zwei Feuerwachen auf dem 4,6 km2 großen Areal des Industrieparks Höchst, sodass sie bei Alarmierung jeden Punkt des Werksgeländes innerhalb von fünf Minuten erreicht. In ihrem Fuhrpark befinden sich vier Industrielöschfahrzeuge mit nahezu gleicher löschtechnischer Beladung, sieben Gerätewagen, zwei Hubrettungsfahrzeuge sowie zahlreiche Abrollcontainer samt Wechselladerfahrzeug.

Rund um die Uhr sind mindestens 24 der insgesamt 115 hauptberuflichen Kräfte im Einsatz, etwa 1.000 Einsätze absolviert die Werkfeuerwehr im Jahr. Zu ihren Aufgaben gehören neben Brandschutz, Menschrettung und technischer Hilfe unter anderem auch die Hilfeleistung im Rahmen von TUIS (Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem), die Brandschutzplanung sowie die Wartung und Überprüfung der stationären Brandschutzeinrichtungen im Industriepark. Ebenso ist es Aufgabe der Werkfeuerwehr die Flucht- und Rettungspläne sowie die Feuerwehrpläne zu erstellen.

ULF Infraserv Höchst

  • Universallöschfahrzeug in CBS-Bauweise
  • Fahrgestell: MB 3251L/8×2 Antos, Euro 6
  • Besatzung: 1 + 5
  • Mannschaftsraum: 4 Sitze mit PA-Haltern gegen Fahrtrichtung, 2 m Innenhöhe
  • Geräteräume: je drei links und rechts
  • Löschmittel: 3.000 l Wasser, 2 x 2.000 l Schaummittel, 750 kg Löschpulver, 180 kg CO2
  • Einbaupumpe: N100 mit 10.000 l/min bei 10 bar bzw. 14.000 l/min bei 4 bis 5 bar
  • Industrie-Druckzumischsystem: HYDROMATIC mit 700 l/min bei 16 bar
  • Zumischraten HYDROMATIC: 1% bis 7% stufenlos
  • Druckluftschaumsystem: DIGIMATIC42 mit 0,1 bis 42 l/min + CONTI-CAFS WR30
  • Zumischraten DIGIMATIC: 0,1% bis 6% stufenlos
  • Pulverlöschanlage mit je einem Pulverabgang pro Fahrzeugseite
  • CO2-Löschanlage mit Schnellangriffshaspel
  • 1 ND-Schnellangriffshaspel
  • 10 Druckabgänge pro Fahrzeugseite (davon ein CAFS-Abgang rechts)
  • 2 Dachwerfer: RM15 + RM25
  • 2 fahrbare Haspeln mit Druckschläuchen
  • L x B x H: 12,80 x 2,55 x 3,80 m (inkl. Aufprotzhaspeln)
  • zul. Gesamtgewicht: 32 t

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