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Honduras: 357 Tote bei Feuer in Gefängnis

Honduras: Bei einem Gefängnisbrand in Honduras sind nach Behördenangaben 357 Häftlinge ums Leben gekommen. Dies teilte das honduranische Justizministerium mit. Zuerst war noch von 272 Todesopfern die Rede gewesen.

Die Chefin der Gerichtsmedizin des Ministeriums, Lucy Marrder, sagte Reportern, die Identifizierung werde Tage dauern. Der Brand war nach Angaben lokaler Medien am späten Dienstagabend, 14. Februar 2012, bei einer Meuterei von Gefangenen in der Haftanstalt von Comayagua in Zentralhonduras gelegt worden.

Hunderte von Einwohnern aus der Umgebung versammelten sich vor der Haftanstalt, um Informationen über das Schicksal ihrer Familienangehörigen zu erhalten. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, als verzweifelte Angehörige versuchten, auf das Gefängnisgelände einzudringen. Die Sicherheitsvorkehrungen hätten die Lösch- und Rettungsarbeiten verzögert, berichtete die Zeitung «La Prensa» Online. Bei Ausbruch des Feuers seien Schüsse zu hören gewesen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Nach Angaben von Polizeisprecher Héctor Iván Mejía befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks rund 820 Insassen in dem für nur 400 Personen ausgelegten Gefängnis.

Dutzende Verletzte in Spitälern: Rund 500 von ihnen konnten nach seinen Angaben vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden. Dutzende Menschen seien verletzt in Spitäler eingeliefert worden. Die übrigen seien aus dem Gefängnis geflohen. In den 24 meist überbelegten Gefängnissen von Honduras herrschen oft unmenschliche Bedingungen. Sie sind für maximal 8.000 Gefangene ausgelegt. Doch sitzen derzeit 13.000 Häftlinge im gesamten Land ein. Immer wieder kommt es zu Meutereien gegen die Haftbedingungen und zu Zusammenstößen zwischen Mitgliedern krimineller Banden. So wurden im Oktober des vergangenen Jahres neun Menschen bei solchen Aufstand getötet.

Schweizer Fernsehen

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