Technisch

Nö: Junges Mädchen bei Unfall getötet, Lenker schwerst eingeklemmt

Neulengbach (Nö): Es war genau 02:07 Uhr, als die Mitglieder der Feuerwehr Neulengbach-Stadt am 7. April 2012 aus dem Schlaf gerissen wurden. Der Alarmtext: „Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person auf der B 19 in Asperhofen“ ließ nichts Gutes vermuten.

Binnen fünf Minuten rückten das Vorausrüstfahrzeug (VORAUS 1), das schwere Rüstfahrzeug (SRF), das Wechselladefahrzeug (WLF) und das Versorgungsfahrzeug (VF) aus.

Schreckliches Bild vor Ort: Das Bild, das sich den Feuerwehrmitgliedern beim Eintreffen bot, wird wohl niemand so schnell vergessen können. Ein Audi A4 war, von Tulln kommend, an der Ortseinfahrt von Asperhofen ins Schleudern geraten und auf der linken Fahrbahnseite mit der Fahrerseite gegen einen Baum geprallt. Das Wrack war wie eine Banane um den Baumstamm der Birke gewickelt, die Fahrertür und die Bodenplatte fast bis zur Mittelkonsole eingedrückt. Die Kräfte des Roten Kreuzes Neulengbach und die Feuerwehr Asperhofen waren bereits vor Ort, eine Beleuchtung der Einsatzstelle war von den Asperhofener Kameraden bereits aufgebaut worden.

Mädchen tot, Lenker massiv eingeklemmt: Wie die Notärztin mitteilte, war die Beifahrerin – ein junges Mädchen – beim Unfall vermutlich auf der Stelle getötet worden. Der Lenker, ein junger Mann, hatte schwerste Verletzungen sowohl im Kopfbereich als auch innerlich erlitten. Er war so massiv in dem deformierten Wrack eingeklemmt, dass auch ältere Kameraden sich kaum erinnern konnten, so etwas je gesehen zu haben.

Sicherung mit Seilwinden: Zunächst wurde das Fahrzeug mit zwei Seilen gegen Abrutschen gesichert. Hierauf wurde die hintere Türe auf der Fahrerseite vorsichtig entfernt, um den Rettungskräften einen Zugang zum Kopf des Verunfallten zu schaffen. Danach wurde der Schwerstverletzte von der Notärztin provisorisch stabilisiert, ein Venenzugang gelegt, eine Sauerstoffversorgung für ihn hergestellt. Währenddessen verschafften sich die Feuerwehrleute einen Überblick und vor allem Platz zum Arbeiten.

Einstündige Bergungs- und Rettungsarbeiten: Die Beifahrertür wurde geöffnet, die verstorbene junge Frau herausgehoben. Dann schnitten die Einsatzkräfte das Dach ab, um die Spannungen aus dem Wrack zu nehmen und den im Fahrzeug arbeitenden Kameraden etwas mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen. Nun wurden vorsichtig die schwer eingeklemmten Beine des Verunfallten freigelegt. Nach über einer Stunde Schwerstarbeit auf der steilen Böschung konnte der junge Mann schließlich durch die hintere, fahrerseitige Tür befreit werden und wurde nun von den Rettungskräften weiter stabilisiert und in das Landesklinikum St. Pölten eingeliefert.

Die Bergung des Unfallwracks wurde von der FF Asperhofen übernommen, das gerichtlich beschlagnahmte Fahrzeug im Bauhof der Gemeinde Asperhofen abgestellt.
Der Dank der Feuerwehr gilt allen, die bei diesem schweren Einsatz mitgearbeitet haben. Es wurde ruhig und konzentriert vorgegangen, kein lautes Wort gewechselt, der Einsatz war von hohem fachlichem Können aller Beteiligten – sowohl der Feuerwehr als auch des Roten Kreuzes – gekennzeichnet.
Umso tragischer ist der Umstand, dass für die junge Beifahrerin keine Hilfe mehr möglich war.

Eingesetzte Kräfte:
• FF Neulengbach-Stadt mit 4 Fahrzeugen und 13 Mitgliedern
• FF Asperhofen
• Rotes Kreuz Neulengbach mit Notarzteinsatzfahrzeug und SanKW und Polizeiinspektion Neulengbach

Freiw. Feuerwehr Neulengbach-Stadt

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