Übungen

Bgld: Großangelegte Hochwasserübung in Antau

Antau (Bgld): Am 14.04.2012 fand in Antau, entlang der Wulkalände, in Zusammenarbeit mit dem Bezirksfeuerwehrkommando Wiener Neustadt von 07.00 Uhr bis 15.00 Uhr im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes eine „Hochwasserübung“ statt.

Die Schwerpunkte bei dieser Übung wurden wie folgt im Stationsbetrieb durchgeführt:
– das Bauen einer ersten Verteidigungslinie mit einem Palettendamm und Sandsäcken
– das Füllen von Sandsäcken mit unterschiedlichen Mitteln
– der Bau eines Behelfssteges
– das richtige Retten von Personen aus dem Hochwasser

Weiterer Punkt war das Zeigen und Vorführen von Sandsackersatzsystemen, Großpumpen und Logistikfahrzeugen aus dem Bezirk Wiener Neustadt.

Um 07.30 Uhr wurde von ABI Ewald Tiess die Standesmeldung an den BFK OBR Adolf Binder durchgeführt. Anschließend wurden die anwesenden Feuerwehrmänner/-frauen in vier Gruppen eingeteilt, welche dann die einzelnen Stationen im Laufe des Vormittages durchliefen. Die Gruppen wurden geleitet von HBI Ing. Christian Reuter (FF Zemendorf), OBI Ernst Biederbeck (FF Krensdorf), OBI Wolfgang Misar (FF Hirm) und OBI Bernd Pauer (FF Pöttsching).

Bei der ersten Station wurde von OBI Hans Peter Adelpoller (FF Zillingdorf-BGW) den Kameraden der Bau einer ersten Verteidigungslinie mit Paletten und Sandsäcken erklärt und vorgezeigt. Insgesamt bauten die vier Gruppen entlang der Wulka einen Damm in einer Länge von ca. 60 m. Paletten wurden dabei mit Seilen verschnürt, mit Plastikplanen abgedeckt und anschließend mit Sandsäcken, welche an der zweiten Station gefüllt wurden, verstärkt.

Bei der zweiten Station wurden Plastiksandsäcke in zwei verschiedenen Methoden gefüllt. Die erste Methode war die Befüllung mit einem Betonmisch-LKW, welche an den Feuerwehrkameraden nicht eine allzu große physische Anstrengung darstellte. Dabei wurde Sand vom Betonmisch-LKW in die Säcke, welche nach der Befüllung ein Gewicht von ca. 30 kg hatten, gefüllt.
Die zweite Füllmethode stellte sich jedoch schon etwas anstrengender dar. Dabei mussten die Kameraden Sand aus einem Traktoranhänger in Haberkornhüte, bei denen die Spitze abgesägt und diese kehrt um in eine Aluleiter gesteckt wurden, schaufeln.

Unterhalb der Haberkornhüte, diese wurden also wie Trichter verwendet, hielten die Männer bzw. Frauen die Sandsäcke und nach der Füllung wurden die Säcke verschnürt und auf Paletten gestapelt. Die Paletten wurden dann per Traktor zur ersten Station gebracht, wo sie für den Dammbau benötigt wurden.

Der ideale Sand für die Befüllung von den Sandsäcken ist ein 08er oder ein 4/16 Sand. Auch eine andere Methode wurde erklärt, nämlich die Befüllung mit einer Sandsackfüllmaschine, welche jedoch nicht vor Ort war und daher auch nicht vorgeführt werden konnte. Dabei werden Jutesandsäcke verwendet. Die Säcke werden von der Maschine automatisch gefüllt und vernäht. Diese Art der Befüllung stellt natürlich eine Erleichterung der Kameraden dar. Ein Problem bei dieser Methode kann jedoch das Auftreten eines technischen Fehlers sein, zB. Bruch der Nadel für das Zusammennähen der Säcke, etc., was bei den vorher erwähnten Methoden nicht der Fall sein kann.

Bei der dritten Station, welche zugleich auch die aufwendigste Arbeit darstellte, waren die Kameraden mit dem Bau einer Behelfsbrücke mittels Baumstämmen beschäftigt. Die Behelfsbrücke wurde über die dortige Wulka gebaut. Die Baumstämme wurden dabei in einer bestimmten Vorgehensweise, ohne einen einzigen Nagel oder eine Schraube zu verwenden, verschnürt und aufgestellt. Am Schluss wurden nur mehr Bretter darüber gelegt und die Brücke war bereit für die Überquerung der Wulka. Obwohl die Brücke jeweils in Teilabschnitten von je einer Gruppe gebaut wurde, die einzelnen Gruppen vor Beginn der Arbeit eingewiesen werden mussten, stand diese in einer Bauzeit von nur ca. 3 Stunden.

Bei der vierten und letzten Station demonstrierte die Österreichische Wasserrettung die Rettung einer Person aus einem Hochwasser, die Übersetzung eines Flusses mittels Schlauboot (Fährverkehr) bzw. die Absicherung eines Flusses bei Bau- und Bergearbeiten Flussaufwärts. Die 8 anwesenden Kameraden/Kameradin der Wasserrettung – Einsatzstelle Pöttsching, unter der Leitung von Einsatzleitsteller Ernst Schügerl, gaben ihr Bestes um den Feuerwehrkameraden ihr Wissen und Können zu übermitteln bzw. einen Überblick über die Arbeit der Österreichischen Wasserrettung zu geben. Durch bloße Handzeichen kann der Fährverkehr mittels Schlauchboot koordiniert werden. Sie mussten bei dieser Übung auch in die doch noch eisige Wulka steigen bzw. sich im Freien bei einer Außentemperatur von ca. 10 Grad umziehen.

Gegen Mittag wurden dann Sandsackersatzsysteme, Großpumpen und Logistikfahrzeugen aus dem Bezirk Wiener Neustadt den Kameraden aus dem Bezirk Mattersburg gezeigt. Bei der Großpumpe, AVS650TS, von der FF Markt Piesting ist noch zu erwähnen, dass diese Pumpe eine Förderleistung von 900 m³ Wasser pro Stunde aufweist, welche doch eine gewaltige Leistung darstellt. Diese Anlage wurde von OBI Walter Pfisterer den anwesenden Einsatzkräften bzw. Ehrengästen erklärt. Diese Gerätschaften mit dem entsprechenden Personal können vom Bezirk Mattersburg jederzeit bei einem Hochwassereinsatz abgerufen werden. Diese landesüberschreitende Zusammenarbeit des Bezirksfeuerwehrkommandos Mattersburg mit dem Bezirksfeuerwehrkommando Wiener Neustadt wurde von BFK OBR Adolf Binder mit dem BFK LFR Franz Wöhrer vereinbart.

Desweiteren war auch die Firma Outer-Limits, Vertreten durch Hr. Lukas Oswald, anwesend, welcher diverse Bekleidungsartikel für Hochwassereinsätze vorführte.

Bei dieser Übung waren insgesamt 96 Feuerwehrkameraden/innen vom Bezirk Mattersburg, 8 Einsatzkräfte von der Österreichischen Wasserrettung, 9 Einsatzkräfte von der Schnelleinsatzgruppe der Rettung, 5 Kameraden von der FF Urschendorf und 10 Mann vom KHD Zug 3/21 von Niederösterreich im Einsatz. Der KHD Zug 3/21 von NÖ kam mit 5 Fahrzeugen und Einsatzkräften von den Feuerwehren Markt Piesting, Dreistätten, Sollenau, Kirchschlag, Wöllersdorf, Bad Fischau, Stein am Brückl und Brunn a d Schneebergbahn. Weiters waren noch Kameraden vom Bezirksfeuerwehrkommando Wiener Neustadt, welche von den Feuerwehren Hochwolkersdorf, Haderswörth, Katzelsdorf und Zillingdorf/Bergwerk entsandt wurden, anwesend.

Unter den anwesenden Ehrengästen befanden sich:
Bezirkshauptmann von Mattersburg: WHR Mag. Klaus Mezgolits
Bezirkshauptmann von Wiener Neustadt: Mag. Andreas Strobl
Landtagsabgeordneter im Landtag Bgld: Christian Sagartz
Bürgermeister von Antau: Adalbert Endl
Stadtrat von Wiener Neustadt: Horst Karas
Bezirksfeuerwehrkommandant Bezirk Wiener Neustadt: LFR Franz Wöhrer
Bezirksfeuerwehrkommandant EU-Umgebung: OBR Bernd Strassner
Leiter der Landessicherheitszentrale Burgenland: Hofrat Dr. Ernst Böcskör

Der Bezirksfeuerwehrkommandant von Mattersburg, OBR Adolf Binder sen., im Beisein seiner anwesenden Stabsmitglieder, übernahm die Führung der Ehrengäste auf dem Übungsgelände. Ihnen wurden die einzelnen Stationen erklärt und die Resultate der Arbeiten der Feuerwehrkameraden bzw. der Einsatzkräfte der Österr. Wasserrettung gezeigt. Ein großes Augenmerk war dabei die Erklärung der Gerätschaften des KHD Zuges 3/21 von Niederösterreich. Hier konnten sich unsere heimischen Politiker von den Geräten überzeugen, welche im Bedarfsfall im Bezirk Mattersburg jederzeit und ohne viel Bürokratie angefordert und eingesetzt werden können.

Um 14.00 Uhr erfolgte die Meldung des KHD Referenten des Bezirkes Mattersburg ABI Ewald Tiess an den BKF OBR Adolf Binder sen. und dieser bedankte sich bei allen Einsatzkräften für die hervorragende Übungsleistung. Es folgten noch die Ansprachen von BH Mag. Klaus Mezgolits, BH von Wiener Neustadt Mag. Andreas Strobl und BFK LFR Franz Wöhrer. Anschließend gab es noch ein von der FF Antau zur Verfügung gestelltes Mittagessen für alle anwesenden Kameradinnen und Kameraden.

Bezirks-Feuerwehrkommando Mattersburg
Bezirks-Feuerwehrkommando Wr. Neustadt

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