Nö: Unwetter lässt Bäume umstürzen -> Mehrere Personen eingeklemmt, 1 Todesopfer
Pöchlarn (Nö): Schwere Unwetter halten derzeit, in den Abenstunden des 28. Juli 2012, die Einsatzkräfte in Niederösterreich in Atem. In Pöchlarn hat der starke Sturm mehrere Bäume umgeknickt, die auf die Besucher eines Mittelalterfestes gefallen sind. Mehrere Personen wurden eingeklemmt.
Die Besucher des Mittelalterfestes im Schlosspark Pöchlarn dürften noch versucht haben in den Zelten Schutz vor den Unwettern zu finden. Der starke Sturm, im Bezirk Melk wurden Windspitzen von 120 km/h gemessen, hat dann aber einige Bäume umgeknickt.
Mehrere Personen wurden eingeklemmt
Diese sind auf die Zelte gefallen und haben einige Besucher unter sich begraben. Zahlreiche Personen sind laut 144 Notruf Niederösterreich eingeklemmt worden. Ein Großaufgebot an Einsatzkräften ist derzeit am Unfallort. Die Feuerwehrleute sind dabei, die eingeklemmten Personen zu befreien. Mehrere Personen, darunter auch Kinder, sind laut ersten Informationen zum Teil schwer verletzt worden, sie werden im Moment von den Notärzten und Sanitätern versorgt. Auch zwei Notarzthubschrauber sind im Einsatz. Näheres zu dem Unglück ist noch nicht bekannt.
NOTRUF 144-Meldung:
Ein schweres Unwetter zog am Samstagnachmittag über den Raum Melk/Krems. Der Sturm brachte an vielen Orten Bäume zum Umstürzen und riss Äste ab. In diesen beiden Bezirken gab es sogar Verletzte durch umstürzende Bäume und herabstürzende Äste. Am dramatischten war die Situation in Pöchlarn wo mehrere Äste auf Zelte einer Veranstaltung fielen, Personen darunter begruben und zum Teil schwer verletzten.
Kurz vor 18.00 Uhr gingen mehrere Notrufe ein, dass Bäume auf Zelte gefallen waren und dabei mehrere Personen verletzt wurden. 144 Notruf NÖ alarmierte sofort drei Notarztteams aus Ybbs/Persenbeug, Melk und Amstetten, vier (Not)ärzte aus der Region, neun Rettungswagen vom Samariterbund Pöchlarn und Persenbeug, sowie vom Roten Kreuz Melk, Ybbs, Blindenmarkt und Wieselburg. Ebenso wurden die Führungskreise der Rettungsorganisationen im Bezirk Melk informiert, sowie die Polizei und Feuerwehr.
Die Notärzte und Sanitäter versorgten die zum Teil schwer verletzten Personen am Unfallort und bereiteten den Abtransport in die Kliniken vor. Nachdem die Gewitterfront weitergezogen war, konnte auch der ÖAMTC Notarzthubschrauber Christophorus 15 alarmiert werden. 13 Personen, fünf davon schwer verletzt, wurden in umliegende Landeskliniken eingeliefert.
Auch im Bezirk Krems musste eine Person vom Roten Kreuz Krems versorgt und in ein Klinikum eingeliefert werden. Während dieses Ereignisses lief aber der Regelbetrieb bei den NÖ Rettungsorganisationen weiter. 124 weitere Einsätze bis 21.00 Uhr in Niederösterreich, wurden trotzdem ohne Zeitverzögerung alarmiert und die Patienten konnten adäquat versorgt werden.
ORF-Meldung vom Sonntag:
Das Unwetter in Pöchlarn hat am Sonntag ein Todesopfer gefordert. Ein 51-Jähriger erlag im Spital seinen schweren Kopfverletzungen. Bei dem Mittelalterfest waren am Samstag mehrere Äste auf Zeltdächer und Menschen gestürzt. Zwölf weitere Menschen wurden verletzt.
Der 51-jährige Trafikant aus Pöchlarn war einer der 400 Besucher des Mittelalterfestes im Schlosspark. Als am späten Nachmittag eine Unwetterfront mit Starkregen und Sturmböen aufzog, suchte der Mann Schutz in einem der Zelte. Auf dieses Zelt fielen dann Äste eines umgeknickten Baumes. Der Mann wurde am Kopf getroffen und ins Spital nach St. Pölten gebracht. Dort verstarb er am Sonntag, 29.7.2012.
Viele Besucherinnen und Besucher berichten von chaotischen Zuständen. „Das war wie ein Weltuntergang, das kann man sich nicht vorstellen“, sagte ein Besucher. „Die Zelte hat es wie bei einem Hurricane weggeblasen. Dann sind riesige Äste von den Bäumen runtergehaut, auf der anderen Seite ist der Baum umgefallen. Das hat vielleicht fünf oder sieben Minuten gedauert. Dann haben wir nur geschaut, dass wir die Kinder versorgen. Kinder sind alleine herumgerannt, haben ihre Eltern gesucht und geweint.“
Hätte Unglück verhindert werden können?
Nach dem Fest mehrte sich die Kritik an den Veranstaltern, man habe die Gewitterfront heranziehen sehen, die Verantwortlichen hätten das Gelände früher räumen sollen. Die Veranstalter wiesen die Kritik zurück, man habe das Unglück nicht vorhersehen können. Die Polizei ermittelt.
