Deutschland: Feuerwehr tut sich schwer mit Hilfe in Österreich
Passau (D): Ein kurioses Problem brennt der Freiwilligen Feuerwehr Passau aktuell auf den Nägeln: Werden sie zu einem Einsatz im benachbarten Österreich hinzugerufen, kann es bald sein, dass sie mit dem Auto an der Staatsgrenze stehen bleiben müssen.
Eigentlich sind sie eine tolle Sache, die Feuerwehr-Führerscheine, die der Gesetzgeber letztes Jahr ermöglicht hat. Damit die ehrenamtlichen Helfer von Feuerwehren, Rettungsdiensten, THW und Katastrophenschutz nicht extra einen teuren Lkw-Führerschein machen müssen, wurde die sogenannte Sonderfahrberechtigung für Einsatzfahrzeuge (kurz Feuerwehr-Führerschein genannt) geschaffen. Die Ausbildung und Prüfung dafür dürfen erfahrene Mitglieder der jeweiligen Organisationen oder Fahrlehrer durchführen. Der kleine Feuerwehr-Führerschein gilt dann für Einsatzfahrzeuge bis 4,5 Tonnen, der große für bis zu 7,5 Tonnen. Doch die Feuerwehr-Führerscheine gelten nur auf dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland. „Für die meisten Wehren ist das sicher kein Problem. Doch im Grenzgebiet zu Österreich ist es durchaus üblich, dass sich Einsatzkräfte aus beiden Ländern gegenseitig unterstützen“, sagt der Passauer Stadtbrandrat und Vorsitzende des Bezirksfeuerwehrverbands Niederbayern, Dieter Schlegl. „Etwa zehn mal pro Jahr haben wir Einsätze oder Übungen gemeinsam mit unseren österreichischen Kollegen“, ergänzt Jürgen Haselgruber, Zugführer des Löschzugs Innstadt der Freiwilligen Feuerwehr Passau. Sitzt dann ein Helfer mit Feuerwehr-Führerschein am Steuer, darf er die Grenze nicht passieren.
