Tirol: Pkw von Erdrutsch mitgerissen -> Zwei Tote
Inzing (Tirol): Der Erdrutsch im Hundstal bei Inzing hat am Sonntag, 12. August 2012, zwei Todesopfer gefordert. Ein 31-Jähriger und eine 24-Jährige konnten nur mehr tot gefunden werden. Bisher konnte eine der beiden Leichen geborgen werden.
Der gewaltige Erdrutsch auf der Forststraße von Inzing zur Inzinger Alm kurz nach 13.00 Uhr löste am Sonntagnachmittag einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Bergrettung aus. Nach mehrstündiger Suche wurde am frühen Abend zunächst Entwarnung gegeben. Nachdem der junge Inzinger und seine Begleiterin am Abend als abgängig gemeldet wurden, nahmen die Einsatzkräfte die Suche mit Hubschraubern und Handypeilung jedoch wieder auf. Gegen 20.30 Uhr wurde das Fahrzeug schließlich gefunden, ein Hundeführer war als erster bei dem Wrack. Für die beiden Insassen kam jede Hilfe aber zu spät.
Verdächtiger Steinschlag vor dem Erdrutsch
Der Bürgermeister von Inzing, Kurt Heel, sagte gegenüber dem ORF Tirol, ein Mann von Hattingerberg sei talauswärts unterwegs gewesen und habe, nachdem er heruntergefallene Steine bemerkt hat, die beiden aufgehalten und gesagt, „Fahrt nicht hinauf, es schaut nicht gut aus“, dann habe er keinen Kontakt mehr zu den beiden gehabt. In weiterer Folge habe man auch gehört, dass die Eltern des Mädchens und die Mutter des Burschen keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern hätten und deshalb etwas Schlimmes vermuten.
Schwierige Bergungsarbeiten
Eine der eingeklemmten Leichen konnte von der Feuerwehr noch am Abend geborgen werden. Dann mussten die Bergungsarbeiten wegen weiterer Hangrutsche abgebrochen werden und die Einsatzkräfte in Sicherheit gebracht werden. Am Montag früh soll die Bergung fortgesetzt werden, so die Polizei.
Geologe: Feuchtigkeit löste Erdrutsch aus
Auslöser für den 70 Meter breiten Erdrutsch, der die Straße meterhoch verschüttete, sei die Feuchtigkeit im Boden, schilderte Landesgeologe Gunther Heißel. Offensichtlich durch den Austritt von Hangwasser sei ein Großteil eines Hanges zwischen zwei Bächen ins Rutschen gekommen und sich 20 Meter von der ursprünglichen Lage abgesetzt. Der Hauptteil der Erdmassen sei auf dem Weg liegengeblieben, der Rest ergoss sich wie eine Mure in den Bach und habe auch am Gegenhang geringere Erosionen erzeugt. Er sehe im Augenblick jedoch keine Gefahr für den Bach, so Landesgeologe Heißel.
Die Zufahrtsstraße zur Inzinger Alm ist bis auf weiteres gesperrt. Die rund 150 durch die Mure von der Außenwelt abgeschnittenen Gäste der Inzinger Alm wurden von der Feuerwehr über einen sicheren Weg nach Hatting begleitet.
http://tirol.orf.at/news/stories/2545374/
Feuerwehr-Bildbericht (hier auf Fireworld.at)
