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Stmk: 140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Stainz

Stainz (Stmk): Sektempfang, fesche Dirndlkleider und festliche Tischdekoration zeigten das besondere Ereignis an:
Am 22. September 2012 feierte die Feuerwehr ihren 140. Geburtstag.

„Bitte Platz nehmen“, leitete Moderatorin Löschmeister d.V. Mag. (FH) Susanne Fehleisen mit der Begrüßung der Gäste, darunter Bürgermeister OSchR Direktor Walter Eichmann, Brandrat Fritz Reinprecht, Pfarrer Mag. Andreas Gerhold und Ehren-ABI Franz Hirt, den Festakt ein. Dem Gruß schloss sich HBI Anton Schmidt an, der sich gleichermaßen bei KameradInnen und Förderern der Wehr bedankte. „Es soll so bleiben“, merkte er an, dass ohne diesen Einsatz der heutige Standard nicht möglich wäre. Von einem freudigen Anlass sprach Fritz Reinprecht als Vertreter des Feuerwehrbereichs Deutschlandsberg. Er verwies auf die beherzten Männer, die den Schutz von Mensch, Tier und Gut zu ihrem Anliegen machen und Kameradschaft, Menschlichkeit und Gemeinschaft pflegen und wünschte der Wehr weitere 140 Bestandsjahre.

„Bereits zur Römerzeit gab es Feuerwehrkohorten“, berichtete Bürgermeister Eichmann von der Ausbreitung der Idee über das ganze Reich. Brandwachen wurden im Mittelalter zur Aufgabe der Gemeinden, bevor sich im 19. Jahrhundert aus den Landwehren Landfeuerwehren entwickelten. In Stainz, so Eichmann, gründete Bürgermeister Dr. Johann Nasko die Feuerwehr. „Wir wissen, was wir an euch haben“, zeigte er sich stolz über die stete Einsatzbereitschaft der KameradInnen. In seiner Festrede gab Kommandant Anton Schmidt einen Abriss über die Entstehungsgeschichte der Stainzer Wehr, deren Gründungsdatum per Nichtuntersagungsbescheid der Statuten auf den 25. September 1872 fiel. Mittlerweile hat sie 16 Kommandanten hinter sich, den längstdienenden mit Ernst Kollmann von 1894 bis 1919. Das erste Feuer datiert vom Mai 1873, mittlerweile wird die Brandbekämpfung von den technischen Einsätzen bei weitem übertroffen. Allein 2011 wurden zweihundert Ausfahrten absolviert. Das heißt, wie Schmidt es formulierte, alle 44 Stunden ein Alarm bei Tag oder Nacht. Bildeten 1875 37 Mann den Stamm der Wehr, besteht er heute aus 75 KameradInnen. Ab der Gründung diente eine Löschhütte als Unterstand, drei Jahre später bezog die Feuerwehr ihr erstes Rüsthaus in der Sauerbrunnstraße. 1978 erfolgte dann der Umzug in das neu gestaltete Gebäude in der Grazer Straße, das 2002 durch den zeitgemäßen Neubau an der Umfahrungsstraße abgelöst wurde. Einen großen Wandel machte auch die Geräteausstattung mit. 1872 stand gerade einmal eine Handdruckspritze zur Verfügung, 1927 gab es die erste Motorspritze, heute steht der Wehr modernes Gerät einschließlich Mannschaftsfahrzeugen, Kran-, Tankwagen und Drehleiter zur Verfügung. Die jüngste Anschaffung: der Mercedes Sprinter aus dem Jahr 2010.

Ein wichtiges Kapital, fernab jeder technischen Ausstattung, stellt für die Feuerwehr Stainz das Verständnis der PartnerInnen für den mitunter zeitintensiven Einsatz der Feuerwehrleute dar. Ihnen wurde in einem eigenen Festprogrammpunkt ein herzliches Danke ausgesprochen: mit einem Blumengruß für die Frauen, einem Wein-Set für die Männer. Und einem frenetischen Applaus der festlichen Gemeinde. „Lehnen Sie sich zurück“, lud Brandmeister Hannes Maier anschließend zu einem Bilder-Streifzug durch 140 Jahre Feuerwehrgeschichte von Stainz ein. Von Nachbarschaftshilfe, dem Heiligen Florian und enthaupteten Brandstiftern war die Rede und von Josef Muchitsch und Josef Tölg als den ersten Stainzer Feuerwehrleuten. Aber auch von den Auflösungen der Wehr in den Jahren 1893 und 1939. Als erster Stainzer wurde Franz Kortschak zum Abschnittsbrandinspektor ernannt, unter Karl Faßwald wurde das Ausbildungswesen stark forciert. Bedeutend das Jahr 2001: Mit Stefanie Gollob trat die erste Frau der Feuerwehr bei. Die aktuellsten Bilder zeigten eine moderne Wehr mit zeitgemäßer Ausstattung einschließlich aktueller Homepage. Fünf Kameraden sind als Bezirksbeauftragte tätig, eine Bewerbsgruppe nahm heuer erstmals an einem Bundesbewerb teil. Der Abschluss des Festaktes blieb dem Herrgott vorbehalten. Feuerwehrpfarrer Andreas Gerhold sprach ein Gebet und segnete mit den KameradInnen auch die im Rüsthaus aufgestellte Florian-Statue. Mit einem Hinweis auf den Landesfeuerwehrtag 2013 in Stainz bedankte sich HBI Anton Schmidt mit einem dreifachen Gut heil bei den Gestaltern des Festakts, allen KameradInnen und den Gästen für ihr Kommen. Der Rest des Abends war dem gemütlichen Miteinander gewidmet. Erinnerungen an viele schöne und manch brenzlige Situationen machten an den Tischen die Runde. „Es taugt mir noch immer“, bereute es Marcel Gressl (15) keine Sekunde, der Wehr beigetreten zu sein. Schließlich hat er damit seinen Kindheitswunsch erfüllt. Ähnlich die Gefühlslage von Stefanie Gollob, Sanitätsbeauftragte für Stainz und den Abschnitt Oberes Stainztal. „Ich fand es unfair, dass früher nur Burschen zum Schnuppern eingeladen wurden“, ist die Kindergartenpädagogin mittlerweile als Wehrmitglied nicht mehr wegzudenken.

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