D: Nach Brandkatastrophe mit 14 Toten -> Behinderte brauchen besondere Fluchtweg
Titisee-Neustadt (Deutschland): Die Behindertenwerkstatt im Schwarzwald war laut Deutschem Feuerwehrverband gut auf den Ernstfall vorbereitet. Die Mitarbeiter hätten alles richtig gemacht. Dennoch starben 14 Menschen.
Die Sicherheitsvorkehrungen der Caritas-Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt seien optimal gewesen, die Rauchmelder hätten schnell angeschlagen, sagt Hartmut Ziebs, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands, am Tag nach der Brandkatastrophe. Den Tod von 14 Menschen habe das aber nicht verhindern können. Der Brand habe sich wahrscheinlich rasend schnell entwickelt. „Es gibt Brände, da haben Sie einfach keine Chance.“
Der Einrichtung könne man keinen Vorwurf machen, da sie die erhöhten Brandschutz-Anforderungen für Behindertenwerkstätten erfüllt habe. Besonders Rettungswege müssten so gestaltet sein, dass auch Rollstuhlfahrer sie selbstständig benutzen könnten, erläutert Ziebs. Dazu gehörten auch breitere Türen und deutlich kürzere Fluchtwege. Soweit möglich, würden Werkstätten ein- oder zweigeschossig gebaut. In mehrgeschossigen Einrichtungen müsse es spezielle Aufzüge geben, die im Brandfall auch genutzt werden dürfen. „Das ist nicht einfach, aber technisch möglich“, so Ziebs. Die Rauchmelder seien direkt zur Feuerwehr geschaltet.
Besonders wichtig aber sei, dass die Mitarbeiter der Caritas-Behindertenwerkstätte in Titisee-Neustadt richtig reagiert hätten. Wie man Behinderte im Notfall aus dem Gebäude bringt, hätten diese regelmäßig üben müssen. „Zum Glück – sonst wären vielleicht noch mehr Menschen ums Leben gekommen.“ Nicht jeder geistig Behinderte erkenne die Gefahr eines Brandes oder verstehe die Alarmsirenen. Daher brauche man im Grunde für jeden Behinderten einen Betreuer, der ihn im Notfall rausführt. „Das kostet eine wahnsinnig lange Zeitspanne, bis man alle raus hat“, sagt Ziebs.
