Stmk: „Feuerwehrmatura“ in Lebring: Ältester Kandidat ist 65 Jahre jung!

Lebring (Stmk): Zum 37. Mal stellten sich am 13. April 2013 steirische Feuerwehrmitglieder der wohl schwierigsten und aufwendigsten Einzelprüfung im Feuerwehrwesen, dem Bewerb um das FLA in Gold.
Zum 37. Mal stellten sich steirische Feuerwehrmitglieder der wohl schwierigsten und aufwendigsten Einzelprüfung im Feuerwehrwesen, dem Bewerb um das Feuerwehr-Leistungsabzeichen (FLA) in Gold. Das FLA in Gold ist sicher eines der höchsten Ziele für ein Feuerwehrmitglied. Da es sich hier um die wohl schwerste Einzelprüfung im steirischen bzw. österreichischen Feuerwehrwesen – quasi um die „Königsdisziplin“ – handelt, wird sie in Feuerwehrkreisen umgangssprachlich auch gerne als „Feuerwehrmatura“ bezeichnet. Die Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark ist der Veranstaltungsort der „Feuerwehrmatura“, welche am Samstag, dem 13. April 2013, stattgefunden hat. 101 Feuerwehrmitglieder, darunter auch Damen, haben sich zum Bewerb gemeldet, 92 sind am Prüfungstag erschienen. Die Bewerber lassen den ganzen Tag über ihr intensives Feuerwehr-Wissen vom Bewerterstab des Landesfeuerwehrverbandes Steiermark, an der Spitze mit Bewerbsleiter BR d.F. Josef Hager und Stellvertreter BR Johann Hönigschnabl, prüfen. Fachliches Wissen, Know-how, ein entsprechend hoher Motivationsfaktor und nicht zuletzt sowie eine ausreichende Menge an Selbstdisziplin sind wichtige Voraussetzungen, um diese – sehr selektive Prüfung – überhaupt in Angriff zu nehmen.

Sieben Stationen sind von den Bewerbern positiv zu meistern, wobei umfangreiches Fachwissen in den Bereichen „Ausbildung in der Feuerwehr, Berechnen, Ermitteln und Entscheiden, Brandschutzplan, Fragen aus dem Feuerwehrwesen, Führungsverfahren und Verhalten vor der Gruppe (Exerzieren)“ abverlangt wird. Löschwasserberechnungen gehören ebenso zum Prüfungsportfolio, wie auch Fragen zum einsatztaktisch richtigen Vorgehen bei Technischen Einsätzen bzw. Brandeinsätzen.
Im Bereich der Brandschutzpläne sind von den Kandidaten entsprechende Symbole zu finden, korrekt zuzuordnen sowie deren Auswirkungen im Hinblick auf einen Feuerwehreinsatz zu erklären, wie z.B. spezielle Brandgefahren. Weiterführend ist sowohl das Formulieren und Geben von Befehlen als auch das Verhalten vor der Gruppe prüfungsrelevant. Dazu findet das sogenannte Exerzieren im Übungshof der FWZS statt. Theoretisches Wissen – zu einem aus mehreren Hundert Fragen bestehenden Katalog – in Bezug auf das Feuerwehrwesen sowie die Prüfungsstation „Ausbildung in der Feuerwehr“ mit lernpsychologischen und didaktischen Hintergründen runden alljährlich das umfangreiche Prüfungsportfolio ab.
Feuerwehrmatura mit 65
Hoher Respekt und ungeteilte Anerkennung gebührt am heutigen Prüfungstag im besonderen Maße dem wohl ältesten Teilnehmer an der „Feuerwehrmatura“. OBM d.V. Regierungsrat Waldemar Renz, Mitglied der FF Paldau im BFV Feldbach (Bez. Südoststeiermark). Er feiert am 30. Mai d.J. seinen 65 Geburtstag. Ob seine intensiven und wochenlangen Lern- und Vorbereitungstätigkeiten von Erfolg gekrönt sein werden, wird die Schlusskundgebung mit Siegerverkündigung um ca. 17:00 Uhr zeigen. Ebenso erfolgt hier die Bekanntgabe der Landessieger.

FLA Gold: Schlusskundgebung und Siegerverkündigung
Dank der hervorragenden Vorbereitung im Vorfeld zur Prüfungsabnahme durch Bewerter- und Ausbildnerteams erreichten über 90 Prozent der TeilnehmerInnen an der „Feuerwehrmatura“ ihr Ziel und haben im Rahmen der Schlusskundgebung und Siegerverkündigung das begehrte Abzeichen verliehen bekommen. Von den insgesamt 92 StarterInnen haben 84 die Prüfung erfolgreich bestanden. Den Landessieg holte sich Oberfeuerwehrmann Daniel PICHLER von der FF St. Katharein an der Laming (BFV Bruck an der Mur) mit 187 Punkten (+62 Zeitgutpunkte), gefolgt von Löschmeister Michael SCHWARZL von der FF Fehring (BFV FB), der mit 186 Punkten (+ 70 Zeitgutpunkte) Platz 2 erreichte. Den dritten Platz belegte Hauptfeuerwehrmann Martin JEREB von der Betriebsfeuerwehr voestalpine TUBULARS GmbH & Co KG (BFV MZ) mit 186 Punkten und 55 Zeitgutpunkten.
Auch für Oberbrandmeister Regierungsrat Waldemar RENZ, Mitglied der FF Paldau im BFV Feldbach (Bez. Südoststeiermark), der in Kürze seinen 65er feiert, nahm der heutige Tag ein sehr erfreuliches Ende. ÖBFV-Präsident LBD Albert Kern gratulierte ihm persönlich zur positiv absolvierten „Feuerwehrmatura“. Beste Teilnehmerin beim Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold war Brandmeister Nora MAIERL von der FF Frohnleiten (GU) mit 184 Punkten und 44 Zeitgutpunkten – sie belegte Rang 12.

Bewerbsleiter BR Josef Hager konnte neben Hofrat Dr. Kurt Kalcher von der Fachabteilung 20 Katastrophenschutz u. Landesverteidigung, ÖBFV-Präsident Landesfeuerwehrkommandant LBD Albert Kern sowie zahlreiche Bereichsfeuerwehrkommandanten, Bereichsfeuerwehrkommandanten-Stellvertreter bzw. die Schulleitung der FWZS zur Schlusskundgebung willkommen heißen.
