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Österreich: Information zur „Waldbrand-Datenbank Österreich“

Österreich: 254 Waldbrände in Österreich im Jahr 2012 – das ist die vorläufige Bilanz nach Abschluss der Recherchetätigkeiten am Institut für Waldbau, Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien.

Diese Zahl ist vergleichbar mit 2011 (260 Waldbrände) und liegt etwas über den Jahren 2007 (251) und 2003 (233). Weshalb das Dürrejahr 2003 erst an vierter Stelle zu finden ist, dürfte an der in den letzten Jahren verbesserten Berichterstattung und umfangreicheren Erhebung von Brandereignissen liegen.

Waldbrände in Österreich 2012, gruppiert nach Monaten und Bundesländern

Mehr als 70% aller Waldbrände summierten sich im Zeitraum März bis Mai. Danach gab es, trotz einiger Hitzeperioden im Juli und August, kaum nennenswerte Feueraktivität. Am meisten Waldbrände wurden in Niederösterreich verzeichnet: 65-mal mussten die Feuerwehren hier ausrücken. Immerhin 60 Waldbrände gab es in Kärnten, 47 in der Steiermark. Tirol war im Vergleich zu vergangenen Jahren mit nur 32 Bränden weniger betroffen. Am unteren Ende rangieren Salzburg (7), Vorarlberg (5) und Wien (5). Die größte Einzelbrandfläche gab es Ende April im Zuge des Feuers bei Gschöder, Gemeinde Gußwerk (Steiermark). Zehn Hektar – größtenteils Kahlschlagfläche – standen in Flammen. Sämtliche Feuer zusammengenommen schlugen mit etwa 60 Hektar Brandfläche zu Buche. Dies sind 20 Hektar mehr als 2011, aber weniger als im Hitzejahr 2003.

Waldbrand-Datenbank Österreich
Am Institut für Waldbau, Universität für Bodenkultur Wien, werden seit 2008 Waldbrände erhoben.

Neben schriftlichen und telefonischen Erkundigungen bei Gemeinden werden die Informationsportale und Homepages der Feuerwehren abgefragt. Metadaten zur Brandursache, Verortung, Brandfläche, zu betroffenen Baumarten, beteiligten Feuerwehren, Einsatzdauer u. ä. werden laufend in einer Datenbank erfasst. Eine detaillierte Beschreibung und Verortung liegt derzeit für über 3800 Brandereignisse in Österreich vor, wovon etwa 3000 auf Waldbrände entfallen. Damit stellt die Datenbank an der Universität für Bodenkultur die umfassendste Dokumentation von Waldbränden in Österreich dar. Der zunehmende Umfang an Datensätzen erforderte 2012 eine Umgestaltung der Erfassung. Mit Unterstützung der Projekte AFFRI (Austrian Forest Fire Research Initiative), ALP FFIRS (Alpine Forest Fire Warning System) und FIRIA (Fire Risk Austria) wurde ein WebGIS basiertes System erstellt, welches seit Anfang März 2013 im Testbetrieb läuft und vor wenigen Tagen der Öffentlichkeit präsentiert werden konnte.

Das Informationsportal ermöglicht Interessierten über eine interaktive Karte Waldbrandereignisse abzufragen und Statistiken oder Grafiken zu erstellen. Die Ergebnisse können verschieden aufbereitet (Einzelereignisse, Bezirke, Bundesländer) und mit unterschiedlichen Filtern versehen werden (bspw. nach Ursachen oder nach der Größe der Brandfläche). Bei der Darstellungsform „Einzelbrände“ sind, sofern verfügbar, die Links zu den jeweiligen Feuerwehrberichten per Klick auf das Brandereignis in der Karte abrufbar.

Screenshot der WebGIS Applikation mit interaktiver Karte und Abfragefenster

Daneben ist es auch möglich, Waldbrandereignisse zu melden. Die Verortung erfolgt interaktiv über die WebGIS-Karte. Ergänzende Informationen wie Ursache, Dauer und Brandfläche können eingegeben und Fotos/Videos zum Brandereignis hochgeladen werden. Die Meldungen werden von einem Administrator überprüft und freigeschaltet, wonach sie in der internen Datenbank und öffentlich im WebGIS aufscheinen.

Vegetationsbrände von 1993 bis 2012 in Österreich, dargestellt als Einzelbrände

Das neue Waldbrandportal bündelt zudem Informationen zur aktuellen Waldbrandgefahr und bietet einen raschen Zugang zu dem vom Institut für Waldbau betreuten Waldbrand-Blog. In Zukunft sind für die österreichische Waldbrand-Datenbank weitere innovative Funktionen geplant, welche den Informationsumfang und die Anwendungsmöglichkeiten verbessern sollen.

Die Waldbranddatenbank Österreich finden Sie auf der Website der Universität für Bodenkultur unter dem Direktlink http://fire.boku.ac.at

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