Übungen

Nö: Schwadorfer Staffelübung 2013 – Detailbericht

Schwadorf (Nö): Am 27.April 2013 war es wieder soweit. Ein Ausbildungshighlight stand an der Tagesordnung: Die Schwadorfer Staffelübung. Mittlerweile wird die Staffelübung seit 13 Jahren durchgeführt.

Das besondere an der Staffelübung ist, dass die Einsatzkräfte verschiedenste Einsätze abarbeiten müssen. Diese werden teilweise in Zugsstärke oder auch in Gruppenstärke durchgeführt.

Punkto Ausbildungslevel ist die Staffelübung in der obersten Stufe, nämlich der Anwendungsstufe (Einsatzausbildung) angesiedelt. Die Einsatzkräfte erfahren erst bei der Alarmierung den Einsatzort (irgendwo im Gemeindegebiet) sowie das Alarmstichwort. Vorort wird auf eine sehr reale Lagedarstellung mit vielen Darstellern und einer Schminkerin wert gelegt. Zusätzlich übt auch der Rettungsdienst – RK Schwechat – mit einem RTW mit. Somit ergeben sich für die Übenden nur wenige Fragen zur Lage – die in der Regel sowieso durch die Darsteller beantwortet werden können – sofern sie befragt werden 🙂

Viele Wege führen nach Rom… bzw. zum Einsatzziel – Nach diesem Motto betrachten auch die Übungsbeobachter und Überwacher die Übung. Die Beobachter haben die Aufgabe den gewählten Weg durch Anregungen zu optimieren bzw. andere Möglichkeiten/Wege vorzustellen und anzubieten. Somit gibt es sehr viel Input für die Übenden.

In diesem Jahr agierten als Übungsbeobachter ABI Markus Mikeska (FF Schwechat) , HBI Wolfgang Niederauer (Kommandant FF Schwadorf) und OLM Richard Klutz (Ausbilder FF Schwadorf), sowie Petra Schmeikal vom RK Schwechat.
Heuer wurde erstmals ein Sonderfahrzeug (Teleskopmastbühne – FF Ebergassing) mit in die Staffelübung eingebaut.
Nach der Begrüßung der Einsatzkräfte, Beobachter und Gäste wurden die Fahrzeuge besetzt….

Einsatz 1: „Zimmerbrand mit eingeschlossener Person“ – Bruckerstrasse alte Spinnerei – Zugseinsatz (KDOF, LFB, TLFA 4000, Steig Ebg., RD)
Beim Eintreffen befand sich im 4.OG eine um Hilfe schreiende Person am Fenster. Leichter Rauchaustritt war bemerkbar. Nach der Kontaktaufnahme durch den Einsatzleiter, wurde festgestellt dass die Person die Wohnung über das Stiegenhaus nicht mehr verlassen kann. Vom Einsatzleiter wurde ein Rohr im Innenangriff über das Stiegenhaus angeordnet, parallel dazu wurde der Hubsteiger für die Menschenrettung in Stellung gebracht. Von „Rüst Schwadorf“ wurde eine Zubringleitung vom Fabrikskanal hergestellt und von „Kommando Schwadorf“ eine Einsatzleitstelle eingerichtet. Beim Betreten des Objektes wurde eine weitere Person im Stiegenhaus mit Brandverletzungen vorgefunden und ins Freie geleitet. Nach der Menschenrettung und Brandbekämpfung war das Ziel erreicht.

Videolink 1: http://www.youtube.com/watch?v=D7AI2TefEfw

Einsatz 2: „Person in Notlage – lebloser Jäger auf Hochstand“ – Weingartenweg, Zufahrt über Schwadorfer Wald – (TLFA 4000)
Auf einem Hochstand Nähe dem Schwadorfer Wald, erlitt ein Jäger einen Herzkreislaufstillstand. Eine anwesende Begleiterin begann mit der Reanimation. Nachdem Eintreffen wurde die Reanimation sofort von der Feuerwehr übernommen und verschiedene Möglichkeiten bezüglich der Rettung vom Hochstand in Betracht genommen. Der Einsatzleiter entschied sich für eine Rettung mittels Notrettungsset. Lediglich für das Abseilen mußte die Reanimation unterbrochen werden. Das Ziel konnte erreicht werden. Wie schlagfertig die Darsteller sind zeigt ein kurzer Dialog zwischen Begleiterin und Einsatzleiter: EL „Wos hobts gmocht do heroben?“ Begleiterin scharf: „Nau Blumem pflücken woa ma net…“

Einsatz 3: „Person in Notlage – Verletzte Person auf Silo“ – Lagerhausstrasse 3, (LFB und Steig Ebergassing, RD)
Bei einem Arbeitsunfall wurde eine Arbeiterin am Fuß schwer verletzt (tiefe Schnittwunde) und konnte die Arbeitsplattform aus eigener Kraft nicht mehr verlassen. Von den Kräften „Rüst Schwadorf“ wurden sofort 2 Mann auf die Plattform, ausgerüstet mit dem Rettungsrucksack, geschickt, um die Person erst zu versorgen.

Nachdem der RD eingetroffen war, stieg auch dieser auf die Plattform nach. Mit der Schaufeltrage und der Rettungswanne von Steig Ebergassing wurde die Person mittels diesen zu Boden gebracht. Ziel erreicht.

Videolink: http://www.youtube.com/watch?v=Ed9PnOpTqEE&feature=youtube_gdata

Einsatz 4: „Geruchsbelästigung“ – Spitalgasse 5, Stiege 2 (KDOF)
Einen etwas anderen Einsatz mußte das Kommandofahrzeug abarbeiten. Zwar lautete das Alarmstichwort nur „Geruchsbelästigung“ jedoch bot sich den Kräften eine prisante Lage. Beim Eintreffen kam den Kräften bereits eine Person entgegen welche offensichtlich Opfer einer Pfeffersprayattacke im Stiegenhaus geworden ist. Nach dem anfangs nicht klar war ob der Täter noch im Objekt ist wurde kurz zugewartet und die Polizei angefordert. Nach dem das Opfer mehrmals befragt wurde, konnte sichergestellt sein dass kein Täter mehr im Objekt war. Unter Atemschutz wurde das Stiegenhaus begangen und gelüftet. Im 2. OG wurde eine weitere Person, bedingt ansprechbar, vorgefunden und sofort ins freie geleitet. Durch die sichere vorgangsweise des Einsatzleiters konnte das Ziel erreicht werden.

Videolink: http://www.youtube.com/watch?v=jfYTNEXqefo&feature=youtube_gdata

Einsatz 5: „Schwerer Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen“ – Lagerhausstrasse, Bereich Weizenhalle (KDOF, LFB, TLFA 4000, RD)
Bei einem Verkehrsunfall zwischen einem LKW und einem Pkw kam der Pkw, welcher mit 3 Personen besetzt war, seitlich an einer Mauer zum Stillstand. Der Anhänger des Lkw kam vor dem Pkw zum Stillstand.

Nach dem Eintreffen der ersten Kräfte wurde der Anhänger händisch entfernt. Nachdem eine Befreiung der 3 Insassen in dieser Lage sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde, entschied der Einsatzleiter den Pkw samt Insassen nach Eintreffen der Ergänzungskräfte langsam auf die Räder zu stellen. Dieser Vorgang wurde auch in Absprache mit dem Rettungsdienst gemacht und funktionierte ausgezeichnet. Durch die hohe Anzahl von Einsatzkräften konnte der Pkw ganz sanft auf die Räder gestellt werden. In weiterer Folge wurden nach und nach die Verletzten Personen aus dem Fahrzeug befreit.
Bei der Nachbesprechung wurden weitere Varianten und Möglichkeiten besprochen, wobei das Entfernen des Daches bei mehreren Eingeklemmten eine durchaus brauchbare Variante ist, da von vielen Seiten der Rettungsdienst „hinein“ arbeiten kann.

Videolink: http://www.youtube.com/watch?v=q0snepQJjEQ&feature=youtube_gdata

Einsatz 6 „Abgestürztes Kleinflugzeug im Deponiebereich Schwadorf“ – Müllnerstrassl, nähe AMW (KDOF, LFB, TLFA 4000, RD)
Ein Szenario welches für viele Feuerwehren eher unwahrscheinlich ist, aber für uns eine durchaus realistische Annahme durch die Flughafennähe ist.
Eine zweimotorige Kleinmaschine kam gleich nach dem Start in Schwiergkeiten und stürzte im Deponiebereich Schwadorf ab. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte wurden mehrere brennende Flugzeugteile vorgefunden sowie ein Teil der Kabine. Die Trümmer waren über die ganze Schottergrube verteilt. Über die Anzahl der Passagiere war anfangs nichts bekannt. Nach der Ersterkundung wurden die Gruppen gesplittet und die Bereiche der Grube abgesucht. Nach und nach wurden Verletzte, teilweise ansprechbar, teilweise nicht ansprechbar vorgefunden.

Mit den diversen Tragehilfen (Schaufeltrage, Rettungswanne, Rettungstuch) wurden die Verletzten auf eine Sammelstelle gebracht. Zwischenzeitlich wurde ein Schaumrohr vorgenommen und die brennenden Flugzeugteile abgelöscht. Nach dem die Information über die Anzahl der Verletzten kam und niemand mehr abgängig war konnte das Ziel erreicht werden. Es zeigte sich das der Verletztentransport im unwegsamen Gelände eine Vielzahl an Helfern braucht. Die Lageerkundung von „oben“ ist durchaus hilfreich. Nachdem die Ausbreitungsgefahr durch die brennenden Flugzeugteile in der Schottergrube gering war, konnte das richtigerweise in der Erstphase vernachlässigt werden – anders wäre die Situation im Hochsommer in einem Waldstück…. Ziel erreicht.

Videolink: http://www.youtube.com/watch?v=gA8NFnUXJCM&feature=youtube_gdata

Bei der Übung nahmen folgende Kräfte teil:
FF Schwadorf: 4 Fahrzeuge – 28 Mann
FF Ebergassing: 2 Fahrzeuge – 4 Mann (Einsatz 1 und 2)
FF Schwechat: 1 Fahrzeug – 1 Mann (Übungsbeobachter)
RK Schwechat: 1 Fahrzeug – 4 Mann
Reale Lagedarsteller: Nadine Tomsich, Lisa Haumer, Petra, Angela Kastner, Bianca Moser,
Schminkerin: Gabi Schuh
Fotograf: Markus Ully
Ausarbeitung: HBI Niederauer, OLM Klutz;
Ein großes Dankeschön an:
Fa. Richard Blaha, Herren Richard Auer Welsbach, Betriebsleiter Ing. Johann Meyer, Herrn Wolfgang Horak & Fr. Markiz, Marktgemeinde Schwadorf, Mario Freitag, AWS Schwadorf;

Freiw. Feuerwehr Schwadorf

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