Brand

Sbg: LUF-Einsatz bei gefährlichem Brand in Kohlestaub-Silo in Zement-Werk

Grödig (Sbg): In der Zementfabrik Leube in Grödig-Gartenau (Flachgau) ist Montagvormittag, 6. Mai 2013, ein Brand in einem Kohlenstaubsilo ausgebrochen. Der Lkw eines Frächters in unmittelbarer Nähe des Silos ist ausgebrannt. Der gelagerte Kohlestaub ist explosiv.

Die Feuerwehren Hallein, Grödig und Niederalm sind noch immer im Einsatz. Rudolf Zrost, Geschäftsführer des Zementwerks über die Lage: „Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir, dass der Kohlestaubsilo und ein Lkw in Brand geraten sind. Wir gehen davon aus und hoffen, dass niemand verletzt wurde. Bisher ist kein Personenschaden bekannt geworden.“

Der Kohlestaub in den Silos am Gelände ist hochexplosiv und leicht brennbar, sagt Zrost: „Deshalb sind die Silos auch mit CO2 geflutet, damit dem Brandmaterial der Sauerstoff entzogen wird. Eigentlich sollte es nicht brennen können, aber wie wir jetzt sehen, ist es leider doch passiert. Warum genau, ist noch nicht klar. Wir wissen auch noch nicht, wie lange es dauern wird, um den Brand zu löschen. Die Situation ist wegen der hohen Explosionsgefahr nicht einfach.“

In einen Silo passen zirka 500 Tonnen Kohlestaub. Zrost geht davon aus, dass der betroffene Silo derzeit zu 60 Prozent gefüllt ist. Derzeit kühlen rund 1.000 Liter Löschwasser pro Minute den Silo – man überlege allerdings auch, den Silo mit Stickstoff zu fluten, heißt es von der Feuerwehr.

Für die Einsatzkräfte ist es ein heikler Einsatz. Zrost verweist aber darauf, dass vor kurzem genau für so einen Notfall Schulungen unter den Mitarbeitern gemacht wurden. Der Einsatz könnte noch weitere Stunden bis in die Nacht auf Dienstag oder über diese hinaus dauern.

Freiw. Feuerwehr Hallein
ORF Salzburg

Bericht FF Grödig:
Um 11:16 Uhr wurde die Feuerwehr Grödig mittels Sirene, Ruftonempfänger und SMS zu einem Industriebrand bei der Firma Leube alarmiert. Wenige Minuten später rückten Voraus und Tank Grödig zum Einsatzort aus. Nach Einweisung der vor Ort befindlichen Brandschutzbeauftragten, konnte sich der Einsatzleiter OFK ABI Markus Schwab ein erstes Bild der Lage machen.

Im Kohlestaubsilo gab es eine Explosion, welche einen darunter befindlichen LKW (beladen mit Kunststoff) entzündete. Es wurde sofort versucht, den brennenden LKW aus der Gefahrenzone zu fahren, jedoch war dies aufgrund der fortgeschrittenen Schäden am Fahrzeug nicht mehr möglich. So wurde kurzerhand ein Radlader dazu verwendet, den LKW aus dem Unterstand zu ziehen und mit einem sofortigen Angriff unter Vornahme der Polylöschanlage und eines HD-Rohres die Brandbekämpfung gestartet.

Der Einsatzleiter erkannte sofort den Ernst der Lage und forderte weitere Kräfte an.

Somit wurde von der LAWZ Salzburg die Alarmstufe erhöht und weitere Feuerwehren alarmiert. Mit insgesamt 144 Mann/Frau und 36 Fahrzeugen standen die Feuerwehren aus Grödig (inkl. Löschzug Fürstenbrunn), Feuerwehr Anif (Löschzug Niederalm), Feuerwehr Hallein (inkl. Löschzug Bad Dürrnberg), Feuerwehr Golling und die Berufsfeuerwehr Salzburg im Einsatz.

Erste Atemschutztrupps mit Mittel- und Schwerschaumrohren wurden vorgeschickt und begannen mit den Löscharbeiten am Silo, an dem sich immer wieder Explosionen durch die am Dach befindlichen Druckklappen entluden und somit laufend höchste Explosionsgefahr bestand.

Innerhalb kürzester Zeit wurden 3 Tragkraftspritzen am Ufer der Königseeache in Betrieb genommen und somit konnte eine ausreichende Wasserversorgung sichergestellt werden. Parallel dazu wurde noch ein Monitor auf Stativ in Betrieb genommen, um den bereits stark temperierten Silo zu kühlen. Weiters brachte die Feuerwehr Golling das LUF 60 (Löschunterstützungsfahrzeug) zum Einsatz, welches sich als sehr große Hilfe erwies.

Der Silo wurde laufend mittels Wärmebildkamera und Fernthermometer kontrolliert, um eine potentielle Gefährdung frühzeitig zu erkennen bzw. einschätzen zu können.

Es wurden in regelmäßigen Abständen taktische Besprechungen des Einsatzleiters (OFK BR Rudolf Wessely FF-Hallein) mit den anwesenden Entscheidungsträgern (darunter BFK Günter Trinker, Berufsfeuerwehrchef Eduard Schnöll und Ortsfeuerwehrkommandanten aus Grödig, Fürstenbrunn, Niederalm, Golling, Bad Dürrnberg, Polizei, Rotes Kreuz, Landeschemiker, Brandermittler sowie Vertreter der Firma Leube) abgehalten und über die weitere Vorgehensweise diskutiert. Nach Ausbleiben des gewünschten Löscherfolgs, wurde schlussendlich nach Rücksprache mit dem Landeschemiker entschieden, den Silo mit Stickstoff zu fluten, woraufhin sich innerhalb kürzester Zeit der Silo abkühlte und fürs erste Entwarnung gegeben werden konnte. Nach fast 10 Stunden konnte somit der Einsatz für die Feuerwehr Grödig beendet werden.

Der Löschzug Niederalm wurde die Nacht über zur Brandwache bei der Firma Leube eingeteilt, um im Falle eines weiteren Aufflammens sofort eingreifen zu können. Der Silo wurde die ganze Nacht über beobachtet und mittels Wärmebildkamera und Fernthermometer kontrolliert. Die Brandursache wird zur Zeit noch ermittelt, aber der entstandene Sachschaden liegt nach ersten Aussagen im 6-stelligen Eurobereich.

FF Groedig

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