Vbg: Vier Feuerwehrmänner bei Chemieunfall in Hard verletzt
Hard (Vbg): Das Gebiet rund um die Reinigungsfirma Berendsen in Hard musste am Montag, 23. Dezembr 2013, von 3.00 bis 10.00 Uhr weiträumig gesperrt werden. Grund dafür war der Austritt einer ätzenden Essenz aus einem Behälter. Bei einer ersten Erkundung der Sachlage wurden vier Feuerwehrmänner verletzt.
Ein Betriebstechniker, der die Anlage hochfahren sollte, sowie ein Mitarbeiter der Firma, der gerade mit Ladearbeiten beschäftigt war, hatten am Montag gegen 3.00 Uhr den ätzenden Dampf im Firmengebäude entdeckt. Durch eine chemische Reaktion kam es auch zu einer Rauchentwicklung, die die Brandanmeldeanlage auslöste.
Nach vorläufigem Ermittlungsstand ging die Gefahr von einem defekten Fass aus, in dem das Wäschedesinfektions- und Bleichmittel „Ozonit“ gelagert wurde. Dieses enthält laut Gerold Hämmerle, Stützpunktleiter vom Gefahrengutzug Dornbirn, drei Chemikalien, die „recht aggressiv und gesundheitsgefährdend“ sind – unter anderem Peressigsäure und Wasserstoffperoxid. Aufgrund einer gebrochenen Leitung sei die Substanz ausgetreten, so Hämmerle.
Vier Mitarbeiter mit Atembeschwerden
Vier Feuerwehrmänner, die in der Nacht zu einer ersten Erkundung der Sachlage mit Atemschutzgerät die Reinigungsfirma betraten, verspürten starke Reizungen auf der Haut, schilderte Rot-Kreuz-Einsatzleiterin Petra Gebhard. Die Einsatzkräfte seien zur Beobachtung im Rettungsheim untergebracht worden, standen aber wenig später bereits wieder im Einsatz. Vorsorglich untersucht wurden im Krankenhaus auch vier Mitarbeiter des Unternehmens, die an Atembeschwerden litten. Sie wurden inzwischen wieder aus dem Spital entlassen.
Entwarnung erfolgte gegen 10.00 Uhr
Die Feuerwehren Hard waren mit Katstrophenzug, Höchst, Dornbirn, Hohenems, Lustenau und Schwarzach mit 15 Fahrzeugen und rund 100 Personen im Einsatz, um die Flüssigkeit abzupumpen und die Chemikalie zu sichern. Anrainer rund um die Reinigungsfirma wurden angewiesen, Fenster und Türen geschlossen zu halten, da die schadhafte Luft durch das Absaugen nach außen gedrückt wurde. Betroffen waren laut Polizei acht Wohnblöcke, in denen mehrere rund 100 Personen wohnhaft sind.
Gegen 10.00 Uhr wurde Entwarnung gegeben. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr mehr, die letzten Aufräumarbeiten seien nun im Gange, sagt Einsatzleiter Ingo Mager Montagvormittag gegenüber dem ORF Vorarlberg.
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