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Wenn der Schnee zur Last wird: Die weiße Gefahr am eigenen Dach

Warnungen vor starkem Schneefall machen derzeit in den Medien die Runde und man erinnert sich nur allzu gut an Schneelasteinsätze aus vergangenen Jahren. Zahlreiche Hausbesitzer bangen um das Durchhaltevermögen ihres Daches. Fireworld.at hat Hintergrundinformationen, Tipps für Hausbesitzer und ein informatives Schneelast-Berechnungstool eingeholt. Ein Gastbeitrag von DI Peter Spreitzer vom Büro „Acht. Ziviltechniker GmbH“ in Wien.

Der intensive Schneefall des Winters 2005/2006 (und mittlerweile auch einigen Folge-Wintern) und die angespannte Situation auf Österreichs Dächern ist uns allen noch in Erinnerung. Was können wir aus der Vergangenheit lernen? Was kann jeder Hausbesitzer in Zukunft besser machen, damit die Sicherheit unserer Gebäude erhöht wird?

Ein Blick zurück
Um den Jahreswechsel 2005/2006 setzte intensiver Schneefall ein, vor allem im Raum Salzburg, Oberösterreich und Steiermark. Im bayrischen Berchtesgaden stürzte eine Eishalle ein, in Oberösterreich Hallenkonstruktionen. Unsicherheit und Panik waren die Folge. Im Laufe des Jänners beruhigte sich die Situation. Anfang Februar gab es erneut starke, lang anhaltende Schneefälle. Da aufgrund der kühlen Witterung im Jänner noch sehr viel Altschnee auf den Dächern war, spitzte sich die Situation dramatisch zu. Die Berichte und Bilder aus dem Fernsehen (Bad Ischl, Steiermark, Niederösterreich, Burgenland etc.) über das Abschaufeln der Dächer und über eingestürzte Gebäude sprachen für sich.

Die Hintergründe
Das Klima verändert sich. Aufgrund Aufzeichnungen und Prognosen kann davon ausgegangen werden, dass sich die Schneemengen und somit die Schneelasten in weiten Teilen Österreichs erhöhen werden. Diesem Umstand trägt bereits die unlängst überarbeitete Schneenorm Rechnung. Dies bedeutet, dass seit 1. Jänner 2006 alle neuen Gebäude Österreichs mit anderen, großteils höheren Schneelasten belastet und ausgelegt werden müssen. Diese Tatsache wird durch die großen Schneemengen im Winter 2005/2006 unterstützt und indirekt bestätigt.

Wie schwer ist Schnee wirklich?
Das Gewicht des Schnees ist sehr unterschiedlich. Sehr trockener Neuschnee wiegt ca. 50 kg/m3, feuchter Neuschnee ca. 150 kg/m3, einige Wochen alter Schnee ca. 300 kg/m3. Im Extremfall können Schneedecken bis zu 600 kg/m3 schwer werden.

Wie viel darf es schneien?
Neuschnee ist nicht wirklich schwer. Die Neuschneemengen, die Dächer zum Einsturz bringen, müssten in allen Orten Österreichs unrealistisch hoch sein. Somit ist für Gebäude, die ausschließlich mit Neuschnee belastet sind, die Gefahr des Einsturzes sehr gering. Einstürze von Gebäuden sind oft auf unzureichend gewartete bzw. unzureichend statisch dimensionierte Gebäude zurück zu führen.

Wann wird’s gefährlich?
Bleibt der Schnee über einen längeren Zeitraum auf Dächern liegen wird er kompakt, die Dichte des Schnees wird größer. Laufende Niederschläge (Schnee und auch Regen) bei keinen bzw. nur wenigen Tauperioden verstärken diesen Effekt. Fallen dann große Mengen Neuschnee wird es gefährlich. Die hohe Belastung kann von den Dächern nicht mehr aufgenommen werden. Die Situation wird wie im Februar und März 2006 kritisch.

Was kann jeder Hausbesitzer tun?
Wie beim Menschen ist es bei Gebäuden wichtig, den Körper, die Struktur in Schuss zu halten. Häuser sind nicht für die Ewigkeit gebaut. Je länger sie gepflegt werden, umso länger leben sie. Gut erhaltene Gebäude können auch kurzfristig höhere Lasten aufnehmen, da Tragreserven vorhanden sind.

Achten Sie auf Ihr Gebäude. Beschädigtes Holz, verrostete Stahlteile und Risse in Mauerwerk und Beton können von jedermann erkannt werden. Beigezogene Fachleute beraten und unterstützen Sie dann in der Beurteilung und Problemlösung.

Wie viel Schnee darf auf den Gebäuden liegen?
In Österreich werden die fallenden Schneemengen schon jahrelang aufgezeichnet. Basierend auf diesen Aufzeichnungen werden für jede Ortschaft Schneelasten festgelegt (in einer Ö-Norm), die bei der Planung der Gebäude zugrunde gelegt werden. Diese Schneelasten sind abhängig vom Standort, der Seehöhe und der Dachneigung. So sind zum Beispiel die Holzbalken eines Dachstuhls in Tirol weit dicker als die in Burgenland bzw. bleibt auf flachen Dächern mehr Schnee liegen als auf steilen. Liegt auf dem Dach mehr Schnee als bei der Planung zugrunde gelegt wurde, besteht Einsturzgefahr.

Wie bekomme ich Sicherheit bei Schneefall?
Beobachten und messen Sie in gewissen Abständen die maximale Schneehöhe

auf dem Dach und vergleichen Sie diese mit der bei der Planung bzw. beim Bau Ihres Gebäudes zugrunde gelegten Schneehöhe. In Österreich sind bereits Programme auf dem Markt, die Sie dabei unterstützen. Die Internetplattform www.schneewAcht.at beispielsweise ist für den ‚normalen Hausbesitzer’ ebenso geeignet wie für Körperschaften, die viele Objekte besitzen oder verwalten – dort können Sie Schneehöhen für Gebäude jeder Ortschaft Österreichs einfach und rasch berechnen lassen.

schneewAcht.at, Online-Schneelastberechnung
Acht.at Ziviltechniker GmbH Wien

Wir bedanken uns sehr herzlich bei der Firma „Acht.Ziviltechniker GmbH“ und deren Geschäftsführer, Herrn Dipl. Ing. Peter Spreitzer, für die Zurverfügungstellung dieses Fachbeitrages! /Fireworld.at, 30. Jänner 2014

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