Österreich: 94 Prozent Vertrauen in die Feuerwehr
Österreich fehlt das Berufsbild des Feuerwehrmannes (der Feuerwehrfrau) zwar nach wie vor, die Bevölkerung setzt aber auch 2014 hohes Vertrauenspotenzial in die Brandbekämpfer:
Von solchen Werten können Politiker nur träumen. Fast alle Österreicher (94 Prozent) vertrauen der Feuerwehr. Das ist das Ergebnis einer weltweiten GfK-Erhebung zum Vertrauen in einzelne Berufsgruppen. In Österreich wurden im Zuge der Erhebung 1120 befragt. Hinter den Löschtrupps folgen gleich dahinter die Krankenschwestern, Sanitäter, Apotheker und Ärzte.
Warum stehen gerade diese Berufsgruppen besonders hoch im Kurs? „In wirtschaftlich schlechten Zeiten wird das Soziale besonders geschätzt“, erklärt Ulrike Lavrencic von GfK.
Hinter den medizinischen Berufen folgen vor allem jene, bei denen die Österreicher auf Technik (und Techniker) vertrauen müssen: Also Piloten, Öffi-Fahrer und Ingenieure. Sie erreichen Werte über 80 Prozent. Auch Landwirte rangieren noch in dieser Kategorie. Im weltweiten Vergleich werden diese Berufsgruppen allesamt von den Österreichern besser bewertet.
„Wunschberufe“
Für Christian Korunka, Arbeits- und Organisationspsychologe an der Uni Wien, sind die gewählten Berufsgruppen an der Spitze wenig überraschend. „Das sind sehr männliche Klischees, es betrifft vor allem die Wunschberufe der kleinen Jungen.“
Es sind vor allem Professionen gewählt worden, wo die Betroffenheit hoch und der Wunsch nach Vertrauen schon im Vorfeld ausgeprägt ist: „Es ist besonders emotional, wenn es brennt oder wenn man krank ist. Auch im Flugzeug schaut jeder, ob der Pilot okay ist. Bei all diesen Situationen ist der Vertrauensvorschuss sehr wichtig“, erklärt Korunka. „Dazu kommt, dass der Feuerwehrmann schon der Held in jedem Kinderbuch ist.“ Auch Ärzte oder Krankenschwestern haben von Klein auf ein positiv besetztes Bild – schließlich machen sie die Betroffenen wieder gesund.
Überraschend: Im Vergleich zu anderen Ländern hat auch die österreichische Polizei hervorragende Werte.
Vier von fünf Österreichern vertrauen der heimischen Exekutive – der weltweite Durchschnitt liegt bei lediglich 56 Prozent.
Unter dem Schnitt anderer Länder sind hingegen Lehrer, Fußballer, Journalisten, Soldaten und TV-Moderatoren.
Politiker am Ende
Den österreichischen Politikern vertrauen sogar nur noch 20 Prozent, das sind weniger als in der Türkei (34 Prozent) oder Russland (30) und knapp mehr als etwa in Argentinien (15) oder Kenia (16). Damit sind die Parteienvertreter weit abgeschlagen am Schluss des Berufs-Rankings.
Nur Bürgermeister haben einen besseren Ruf als die anderen Politiker – die (extra abgefragten) Ortschefs sind im Mittelfeld zu finden, auf einer Ebene mit Priestern und Bankiers.
