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D: Zwei Löschfahrzeuge und Feuerwehrboot in Alsfeld in den Dienst gestellt

Alsfeld (Deutschland): Zwei Löschfahrzeuge und ein Feuerwehrboot wurden am Samstagnachmittag, 21. Juni 2014, feierlich auf dem Alsfelder Marktplatz in Dienst gestellt.

Mit zahlreichen Grußworten und einer musikalischen Umrahmung der „show and brass band“ wurden die Einsatzfahrzeuge offiziell in Alsfeld begrüßt.

„Mit der Übergabe der beiden Löschfahrzeuge wird die Verantwortung der Stadt Alsfeld für den Brandschutz gezeigt“, so Bürgermeister Stephan Paule. Aus seiner Sicht würden die neuen Fahrzeuge zeigen, wie sich die Stadtpolitik dem Feuerwehrwesen verschreiben würde. „Die Stadt Alsfeld ist mit dem Bedarfs- und Entwicklungsplan auf die Bedürfnisse der Feuerwehr eingegangen“, so Paule. Laut seinen Angaben plane die Stadt Alsfeld den Brandschutz von langer Hand, dennoch sei das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug in Rekordzeit beschafft worden.


Bei den Feuerwehrfahrzeugen handelt es sich um ein Hilfeleistungslöschfahrzeug vom Typ 20 (HLF 20), ein für den Katastrophenschutz ausgelegtes Löschfahrzeug vom Typ 10 (LF 10 KatS) und ein Schnelleinsatzboot vom Typ 340 (SEB 340). Das 285 Pferdestärken zählende Hilfeleistungslöschfahrzeug „HLF 20“ verfügt über einen dreiteiligen Kofferaufbau mit einem 2.000 Liter fassenden Löschwassertank, zudem befindet sich auf dem Fahrzeug ein 120 Liter Schaummitteltank mit automatischer Zumischung. Die eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe kann pro Minute 2.000 Liter Wasser bei einem Ausgangsdruck von 10 bar fördern. Zur Beladung gehören vier im Mannschaftsraum verbaute Pressluftatmer, welche schon auf der Anfahrt angelegt werden können. Eine vierteilige Steckleiter sowie eine dreiteilige Schiebleiter können mit einer Vorrichtung automatisch vom Dach entnommen werden. Eine umfangreichere Beladung zur technischen Unfallhilfe wie beispielsweise ein hydraulischer Rettungssatz mit Spreizer, Schere und Zylinder sowie ein pneumatischer Hebesatz finden sich auf dem Fahrzeug. Weiterhin gehört zur Beladung ein Gerätesatz zur Absturzsicherung, ein Sprungretter, Schornsteinfegerwerkzeug und Elektrowerkzeug, sogar eine Rettungsplattform zur Hilfe bei Verkehrsunfällen mit Lastwagen ist verladen. Verbaut ist in dem Fahrzeug auch ein dreizehn Kilovoltampere starker Stromerzeuger.

Das zwölf Tonnen schwere Löschfahrzeug „LF 10 KatS“ verfügt über 218 Pferdestärken und einen 1.200 Liter fassenden Löschwassertank. Es ist mit einer Feuerlöschkreiselpunkte ausgestattet, die 2.000 Liter Wasser pro Minute bei einem Ausgangsdruck von 10 bar fördern kann. Neben der schon sehr umfangreichen Normbeladung ist eine zusätzliche Tragkraftspritze nebst Armaturen mitgeführt, die pneumatisch absenkbar im Aufbau untergebracht ist. Weiterhin hat das Fahrzeug eine Schmutzwasserpumpe, eine Tauchpumpe und einen Schlammsauger, um speziell für Unwettereinsätze gerüstet zu sein.

Das 140 Kilogramm schwere Schnelleinsatzboot „SEB 340“ in Aluminiumbauweise verfügt über keinen Motorantrieb, sondern wird per Ruder betrieben. Das schwimmende Feuerwehrauto kann auch für die Eisrettung eingesetzt werden, da es am Boden Schlittenkufen sowie eine Schiebehalterung am Heck besitzt.


Für die neuen Einsatzfahrzeuge wurden die Bürger Peter Schwärzel und Alexander Sascha Klohk von Bürgermeister Paule als Paten ernannt. „Die Übergabe an die Paten erfolgt symbolisch, sie steht für den Schutz aller Bürger der Stadt Alsfeld“, so der Bürgermeister. Aus seiner Sicht werde mit den Bürger-Paten eine gute Tradition ins Leben gerufen, ebenso wie mit der Segnung der Einsatzfahrzeuge. „Das gehört zur Tradition einer Feuerwehr mit abendländischer Kultur“, so Paule.

Die Pfarrer Jerzy Dmytruk und Peter Remy nahmen die ökumenische Fahrzeugweihe vor. „Das Menschen sich für die Rettung anderer Menschen einsetzen, ist ein Segen“, so der katholische Pfarrer Dmytruk. Der evangelische Pfarrer Remy zitierte den Heidelberger Feuerwehrfabrikanten Carl Metz: „Es handelt sich nicht allein um die Anschaffung von Löschgerätschaften, denn die Werkzeuge sind tot, aber die Nächstenliebe und der feste Wille, im Falle der Not helfen zu wollen, müssen lebendig sein“. Pfarrer Remy hob dazu hervor, dass der Segen den Feuerwehrleuten und nicht den Einsatzfahrzeugen gelte.

Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland sprach in seinem Grußwort von zwei sehr leistungsstarken Fahrzeugen für die Feuerwehr Alsfeld, die nun offiziell eine 25-jährige Dienstzeit antreten würden. „Das Hilfeleistungslöschfahrzeug hatte ja schon einige Feuertaufen“, so der Kreisbrandinspektor zu den Einsätzen vor der offiziellen Indienststellung.


Stadtbrandinspektor Michael Eilts sprach von einem großen Tag und einem Novum für die Feuerwehr Alsfeld: „Zum ersten Mal in ihrer nun 160-jährigen Geschichte werden zwei neue Löschgruppenfahrzeuge in Dienst gestellt, kann man sich in einem Jubiläumsjahr ein schöneres Geschenk vorstellen?“. Wie der Stadtbrandinspektor schilderte, war die in Indienststellung der beiden Fahrzeuge dennoch nicht geplant. „Wie in den meisten Fällen überholt einen die eigene Planung dann, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann“, so Michael Eilts. Das Hilfeleistungslöschfahrzeug sei eine Ersatzbeschaffung für ein 24 Jahre altes Tanklöschfahrzeug, dass nach 24 Jahren erfülltem Feuerwehrleben beim Bücking-Großbrand den Dienst quittierte. Dem entgegen erfolgten die Pläne für die Neuanschaffung des Katastrophenschutz-Löschfahrzeugs schon im Jahr 2009, nachdem ein Einsatzfahrzeug ausgemustert wurde. „Fünf Jahre mussten ins Land gehen, in denen wir unsere Aufgaben für die Bürger in und um Alsfeld mehr oder weniger immer unter Anspannung bewältigt haben“, so Eilts. Laut seinen Schilderungen hätten einige Einsätze gezeigt, dass für das neue Löschfahrzeug dringender Handlungsbedarf bestanden hätte.


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„Wir haben uns nicht mit dem kurzfristigen Gedanken begnügt, wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wie die Feuerwehr Alsfeld ihre Aufgaben auch noch in fünfzehn oder zwanzig Jahren bewältigen kann“, so Eilts zu den neuen Fahrzeugen. Er unterstrich, dass die neuen Feuerwehrautos für die Bürger der Stadt Alsfeld angeschafft wurden, um elektiven Schutz zu gewähren. „Für die meisten Einsatzarten der heutigen Zeit sind wir jetzt in der Lage, kompetente Hilfe zu leisten“, so der Stadtbrandinspektor. Er zeigte sich über die Patenschaft der Einsatzfahrzeuge an interessierte Bürger besonders erfreut. „Nehmen Sie dieses Ehrenamt wahr, besuchen Sie uns in der Wache, unterhalten Sie sich mit den Gerätewarten und überzeugen Sie sich, dass diese Fahrzeuge ordnungsgemäß gewartet, gepflegt und für ihren beschafften Zweck eingesetzt werden“, so die Einladung von Eilts an die Paten. Seinen Feuerwehrkameraden sprach der Stadtbrandinspektor auf dem Marktplatz einen Dank für ihren freiwilligen Dienst aus: „Es ist eben nicht normal, in der heutigen Fun-Gesellschaft oder Ellenbogengesellschaft, in der in weiten Teilen auch Egoismus herrschen, für andere da zu sein“, so der Stadtbrandinspektor.

Bürger-Pate Peter Schwärzel zeigte sich für seine Ernennung sehr erfreut, hob jedoch hervor, dass er sich den Feuerwehrleuten mehr als den Feuerwehrfahrzeugen verbunden fühle. Er mahnte: „Die Bürger der Stadt Alsfeld dürfen diese Einsatzfahrzeuge nicht als Spielzeuge der Feuerwehr ansehen“.

Wehrführer Carsten Schmidt umschrieb das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug als neue Speerspitze der Feuerwehr Alsfeld. Das Löschfahrzeug sieht er im ersten Katastrophenschutzzug des Vogelsbergkreises mit den Feuerwehren Eifa und Lingelbach gut aufgehoben. „Ich hoffe, dass die Fahrzeuge im Jahr 2039 unfallfrei außer Dienst gestellt werden“, so der Wunsch des Wehrführers zum Abschluss der Feierlichkeiten. Im Rahmen der Fahrzeugübergabe spielte die „show and brass band“ dem Feuerwehrkameraden Michael Schmidt ein Geburtstagsständchen.

Freiw. Feuerwehr Alsfeld

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