Technisch

Stmk: Rund 3.500 Feuerwehrleute bei Überflutungen im Einsatz

Steiermark: Durch starke Regenfälle während der Nachtstunden sind per 13. September 2014 viele Teile in der Steiermark überflutet, Dutzende Einsätze werden aus den Bereichsfeuerwehrverbänden Voitsberg, Deutschlandsberg, Leibnitz, Radkersburg, Graz-Umgebung, Fürstenfeld, Fürstenfeld, Weiz und Feldbach gemeldet.

Update: 14. September 2014, 15.30 Uhr

Vereinzelte Einsätze sind auch in den Bereichsfeuerwehrverbänden Judenburg und Hartberg aufgelaufen.

Für knapp 2.000 steirische Feuerwehrmitglieder war die letzte Nacht eine kurze… so stehen derzeit allein im Großraum Feldbach noch 42 Feuerwehren mit 650 Mann und 72 Fahrzeugen im Einsatz, steiermarkweit waren es bisher 160 Feuerwehren.


Massive Überflutungen – Häuser und Landwirtschaft geschädigt, zahlreiche Straßensperren in den ersten Einsatzstunden…
Hauptsächlich rück(t)en die Einsatzkräfte aus, um Keller auszupumpen bzw. überflutete Straßen zu sichern. Mitunter sorgten Windböen für abgerissene Äste und umgeknickte Bäume, auch in der Landwirtschaft ist es zu massiven Schäden gekommen, Äcker standen bzw. stehen knietief unter Wasser.


Ein Hotspot des Einsatzgeschehens im Großraum Feldbach ist Bad Gleichenberg. Hier trat der Sulzbach über seine Ufer und überflutete Wohnhäuser und Geschäftslokale. Dies teilweise über einen Meter.
Ebenso musste die B66 in Bad Gleichenberg (Kreisverkehr) für einige Zeit gesperrt werden, hier war aufgrund massiver Überflutungen kein Weiterkommen für Autofahrer möglich. Ähnlich verhielt es sich im Bezirk Südoststeiermark auf zahlreichen Landes- und Gemeindestraßen.


So musste die Verbindung Fehring-Kapfenstein-Radkersburg (L204) für einige Stunden gesperrt werden, weil zwischen Fehring und Mahrensdorf der Haselbach über seine Ufer getreten ist und die Landesstraße an mehreren Stellen massiv überschwemmte.


Vereinzelt wurden auch (kleinere) Rutschungen gemeldet – so wie derzeit in Trautmannsdorf (Südoststeiermark) und Klausen (L242), ebenfalls Bezirk Südoststeiermark. Hier (Klausen) hat eine Hangrutschung etwas größeren Ausmaßes den Bach verlegt. Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und STED sowie der Landesgeologe sind vor Ort. (wie gerade eben (10.51 Uhr) bekannt wurde). Durch den Einsatz von vielen leistungsstarken Tauch- und Schmutzwasserpumpen haben die Feuerwehrmitglieder die Situation steiermarkweit im Griff.


Situation beruhigt sich leicht. Entwarnung?
Wettertechnisch ist tagsüber eine leichte Beruhigung angezeigt, wiewohl ab den Nachmittagsstunden bzw. frühen Abendstunden – bis hinein in die erste Nachthälfte – mit weiteren Niederschlägen bis zu 20 Liter zu rechnen ist. Und jeder Tropfen, der zusätzlich vom Himmel fällt, ist einer zu viel. Die Aufnahmefähigkeit der Böden ist im Moment gleich null.

Update per 18.15 Uhr:
Laut aktueller Mitteilung der Landesleitzentrale „Florian Steiermark“ sind seit Beginn der Einsätze in den frühen Morgenstunden – bis heute Nachmittag – insgesamt 240 Feuerwehren im Hochwassereinsatz gestanden, zum Teil tun sie das noch immer. Insgesamt waren steiermarkweit etwas über 2.500 Feuerwehrfrauen und –männer tätig, die mit Tauch- und Schmutzwasserpumpen gegen die Widrigkeiten der Natur gekämpft haben.


Ein großer Teil der feuerwehrspezifischen Aufräumarbeiten konnte von den Feuerwehrkräften bereits abgeschlossen werden, wie wohl in manchen Gebieten die Arbeit andauert bzw. vereinzelt immer wieder neue Einsätze hinzukommen. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist derzeit unbekannt.


Auch wenn die Anzahl der Notrufe laut Landesleitzentrale „Florian Steiermark“ seit den Mittagsstunden deutlich zurückgegangen ist und sich auch die Wettersituation – von den Niederschlägen her betrachtet – am Nachmittag vorsichtig entspannt hat, so gibt es laut Prognose der ZAMG in den Abendstunden erneut Potenzial für Niederschläge von bis zu 20 Liter, dies vor allem im Südosten. Daher bleibt die Lage in den betroffenen Gebieten weiterhin angespannt, die Feuerwehren bleiben weiterhin sehr sensibilisiert – denn jeder Tropfen Wasser der in diesen Stunden noch nachkommt, kann einer zu viel sein…


Bezirk Südoststeiermark: Im Bezirk Südoststeiermark (Bereichsfeuerwehrverbände Feldbach und Radkersburg) sind knapp 1.000 Feuerwehrmitglieder von rund 80 Feuerwehren (rund 40 Prozent der gesamten Einsatzkräfte) über Stunden im Dienst am Nächsten gestanden.
Update: 14. September, 09.50 Uhr:
Wie gestern (13.9.) mitgeteilt, wurden Samstag, in den frühen Morgenstunden, weite Teile der Steiermark von einer massiven Regenfront getroffen. Während sich in den Nachmittagsstunden die Situation wettertechnisch leicht entspannte, sorgte eine Gewitterfront aus dem Südosten für eine zweite Einsatzspitze, die in den Abendstunden begann und bis weit in die Nacht auf Sonntag (14.9.) andauerte. Besonders betroffen von dieser zweiten Einsatzspitze waren die Bezirke Leibnitz, Graz-Umgebung, Deutschlandsberg und Weiz sowie vereinzelt auch der südliche Teil vom Bezirk Südoststeiermark (BFV Radkersburg). Ein Hotspot im Bezirk Leibnitz war die Gemeinde Heimschuh, wo es zu großflächigen Überflutungen kam. Insgesamt waren hier zeitgleich 12 Feuerwehren eingesetzt.

In den betroffenen Gebieten (LB, GU, DL, WZ, SO) traten Bäche über die Ufer und überschwemmten Straßen, Gebäude und landwirtschaftliche Flächen. Auch Dämme (bzw. Rückhaltebecken) wie z.B. in Heimschuh, konnten die enormen Wassermassen nicht mehr aufnehmen und wurden überspült. Vereinzelt kam es auch zu umgestürzten Bäumen.

Den gestrigen Samstag zusammenfassend, waren steiermarkweit rund 3.500 Feuerwehrfrauen und –männer von knapp über 330 Feuerwehren tätig, sie wurden zu 560 Einsatzadressen alarmiert. Mit Tauch- und Schmutzwasserpumpen wurde gegen die Widrigkeiten der Natur gekämpft oder – zum Teil großflächige – Sandsackbarrieren errichtet.

Heute Sonntag (14.9.): Seit den frühen Morgenstunden, etwa seit 03:00 Uhr, sind sowohl Anzahl der Notrufe als auch Feuerwehreinsätze deutlich rückläufig. Ein großer Teil der feuerwehrspezifischen Aufräumarbeiten konnte von den Feuerwehrkräften bereits während der Nachtstunden abgeschlossen werden.

Aktuell (7:30 Uhr) stehen insgesamt 15 Feuerwehren in den Bezirken Leibnitz und Deutschlandsberg im Einsatz. Mancherorts wird die Arbeit der Feuerwehren sicher noch andauern bzw. im Laufe des Tages fertig gestellt. Auch ist nicht auszuschließen, dass vereinzelt immer wieder neue Einsätze hinzukommen (hoher Grundwasserspiegel drückt auch Wasser in Keller).
Aus wettertechnischer Sicht ist laut Prognose der ZAMG zu erwarten, dass sich das Niederschlagsvolumen auf den Norden der Steiermark verlagern wird. Vereinzelt sind Regenschauer aber auch in der restlichen Steiermark nicht auszuschließen.

Update: 14. September, 15.30 Uhr:

Die Wetterunbilden der letzten Stunden haben auch im Bezirk Voitsberg einige Feuerwehren in Atem gehalten. In der Zeit von Samstag, 13.9. – 05.30 Uhr bis Sonntag, 14.9.2014 – 08.00 Uhr waren 17 Wehren (vor allem im süd- und östlichen Teil unseres Bezirkes – hauptsächlich betroffen die Gemeinden St. Johann/Köppling – FF Hallersdorf und FF Köppling, Söding, Mooskirchen, Krottendorf-Gaisfeld und Stallhofen) mit mehr als 300 Mann rund 1400 Stunden bei etwas mehr als 100 Tätigkeiten im Einsatz.

Als Besonderheiten sind neben dem Abpumpen von Wasser aus überfluteten, vorwiegend Kellerräumen, Behebung von Verklausungen, Sperre überfluteter Straße Hangsicherungsarbeiten in Stallhofen erfolgreiche, rasche Menschenrettung in Söding (Person in Pkw im Überflutungsbereich) zu nennen. Das Team bei „Florian Voitsberg“ hatte weit mehr als 100 Telefonate abzuarbeiten und nahezu ebenso viele Alarmierungen vorzunehmen.

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