Deutschland: Ermittlungen gegen Einsatzleiter wegen Schaummittel-Einsatz

KIEL (DEUTSCHLAND): Wie mehrere Medien im Land seit 8. Jänner 2015 berichten, hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe Ermittlungen gegen den Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Heide aufgenommen. Dieser soll dafür verantwortlich sein, dass bei einem Großfeuer im September 2014 ungeeignetes Schaummittel eingesetzt wurde, das nun für eine Verunreinigung des Bodens gesorgt haben soll.

Die Versicherung des geschädigten Landwirtes weigert sich, die Entsorgungskosten zu übernehmen. Die Stadt Heide hat sich schützend vor ihren Ehrenbeamten gestellt und ihm Rechtsbeistand gewährt. Der Kreisfeuerwehrverband Dithmarschen und der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein stehen ebenfalls an der Seite des Einsatzleiters. "Dieser Fall zeigt, welch’ hohe Verantwortung ein Einsatzleiter hat. Aber es darf hier keinesfalls die Verhältnismäßigkeit außer Acht gelassen werden", sagen Landesbrandmeister Detlef Radtke und Kreiswehrführer Hans-Hermann Peters. Im Einsatzfall müssen binnen Sekunden Entscheidungen getroffen werden, über die sich dann bei Nachbetrachtungen monatelang gestritten werden kann.

Bei dem Einsatz in Heide war eine große Halle betroffen, in der tausende von gepressten Rundballen gelagert waren. Um die Oberflächenspannung des Wassers herabzusetzen und eine löschwirksame Eindringtiefe des Wassers in die gepressten Ballen zu ermöglichen, wurde Schaummittel in geringer Dosis als Netzmittel eingesetzt. Aus den Einsatzprotokollen ist belegbar, dass von den Nachbarwehren ausdrücklich sogenanntes Mehrbereichsschaummittel benötigt werde.
Da in der Folge große Mengen Schaummittel angeliefert wurden ist eine vorherige Analyse über die Zusammensetzung des Schaummittels in der heißen Phase des Einsatzes kaum praktisch durchführbar. So ist zu erklären, dass in diesem Fall ein Mittel zum Einsatz kam, das zwar auch die Funktion als Netzmittel erfüllte, aber in seiner chemischen Zusammensetzung nur für Industrieanlagen Verwendung finden darf.

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