Brandfrüherkennung in Presscontainern: Zwei Maturaprojekte – eine gemeinsame Mission!

OBERÖSTERREICH: Es sind zwei Projekte, aber eine gemeinsame Mission – die im Ernstfall sogar Leben retten kann: HAK und HTL-Maturanten aus Wels arbeiten im Rahmen der Bildungsinitiative „Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr“ und der Pöttinger Entsorgungstechnik GmbH an einer Lösung zur Brandfrüherkennung in Presscontainern.

Montagmorgen – bei Arbeitsbeginn wird die Haube der Müllpresse geöffnet. Sofort steigt dunkler Rauch auf, Mitarbeiter alarmieren die Feuerwehr und unternehmen erste Löschversuche. Im Presscontainer entstand ein Schwelbrand, der das ganze Wochenende über unentdeckt blieb. Leider verursachen Fehleinwürfe in Müllpresscontainern immer wieder zum Teil gefährliche Brände.

Fehleinwürfe als unterschätzte Brandgefahr

Fehleinwürfe entstehen oft versehentlich, zum Teil aber auch bewusst durch Ignoranz und Unwissenheit über die möglichen Folgen. Durch die zunehmende Anbindung von Presscontainern an Gebäude besteht natürlich die Gefahr, dass sich ein Brand auch auf angrenzende Gebäude ausbreitet. In Entsorgungsbetrieben weiß man um die Problematik von gefährlichen Fehleinwürfen – beispielsweise von Akkus.

„Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr“ bündelt Know-how

Die Pöttinger Entsorgungstechnik führte im Frühjahr 2018 das Steuermodul „falconic“ ein, das neue Möglichkeiten für die Umsetzung bzw. Machbarkeit einer Brandfrüherkennung im Presscontainer schafft. „Die Bildungsinitiative ‚Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr‘ bildet hier eine ideale Plattform, die Know-how aus dem Feuerwehrwesen bündelt. Die Umsetzung mittels einer Diplomarbeit war ein logischer Schritt“, so Branddirektor Franz Humer, Vizepräsident des Österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes und Kommandant der Feuerwehr Wels, auf dessen Initiative hin die Projekte unter Federführung der Feuerwehr Wels ins Leben gerufen wurden. Im Oktober 2019 fand die Kick-Off Veranstaltung der Diplomarbeiten in der Hauptfeuerwache Wels statt, wo alle Projektbeteiligten Gelegenheit hatten, sich kennenzulernen und untereinander auszutauschen. Die Pöttinger Entsorgungstechnik stellte dazu zwei Presscontainer der neuesten Generation zur Verfügung, die vor Ort mit der Webanwendung demonstriert wurden.

Zwei Projekte – eine gemeinsame Mission

Die HAK1 Wels übernimmt die statistische Auswertung der Brandeinsätze für Abfallbrände und Containerbrände in Oberösterreich, um eine Grundlage für die weitere Arbeit zu schaffen. Im Anschluss wird eine Kundenbefragung bei Entsorgungsbetrieben & Haushalten zum Thema Mülltrennung und Müllbrand durchgeführt sowie ein Vermarktungskonzept erstellt.
Die HTL Wels ist zuständig für die Analyse und Bewertung am Markt befindlicher Systeme, einer Untersuchung und Erarbeitung eines Melde- & Löschsystems sowie die Durchführung praktischer Versuche. Zuletzt erfolgt die Auswahl und finale Konzeptionierung eines Systems, welches künftig in den Müllpressen zum Einsatz kommen wird.

„Win-Win-Situation, die Leben rettet“

„Die beiden Projekte sind eine Win-Win-Situation für alle. Sowohl für die Feuerwehr, die bei derartigen Einsätzen künftig mehr Sicherheit hat, aber auch für die Pöttinger Entsorgungstechnik und die angehenden Maturanten, die durch ihr Maturaprojekt im Ernstfall Leben retten“, betont Wolfgang Reisinger, vom Landes-Feuerwehrkommando OÖ.


Über die Bildungsinitiative „Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr“

Kinder und Jugendliche „fit“ zu machen für Feuer- und Alltagsgefahren – das ist das Ziel des Projekts „Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr“. Damit wollen die oberösterreichischen Feuerwehren einen wesentlichen Beitrag zur Brand- und Katastrophenschutzerziehung in Kindergärten und Schulen leisten. Dabei soll vor allem das Bewusstsein gestärkt werden. Die Inhalte werden in Kindergärten und Schulen vermittelt und vielfach mit Unterstützung der örtlichen Feuerwehren noch interessanter und realitätsnaher gestaltet. Nach Altersgruppen gestaffelt, stehen in vier Modulen alters- und lehrplanabgestimmte Fachinhalte und Methodenvorschläge für Pädagoginnen und Pädagogen zur Unterrichtsgestaltung zur Verfügung. Darüber hinaus werden Diplomarbeiten durch fachliches Know-how aus dem Feuerwehrwesen unterstützt und begleitet.
• Kindergarten
• Volksschule
• Sekundarstufe I (Hauptschule, Neue Mittelschule, AHS-Unterstufe)
• Sekundarstufe II (AHS-Oberstufe, BHS, BMS, PTS, Berufsschule)

Nähere Infos zum Projekt und dessen Aktivitäten finden Sie auf:
www.gemeinsam-sicher-feuerwehr.at

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.