Stmk: Über 1.300 Kräfte bei Unwetter am 1. Juli 2020 im Einsatz

STEIERMARK: Unwetter in der Steiermark am Abend des 1. Juli 2020. “Bis 22.30 Uhr standen aufgrund der schweren Unwetter 148 Feuerwehren mit ca 1.300 Kräften – bei annähernd 350 Schadenslagen (ohne Graz) im Hilfseinsatz”, berichtet Pressesprecher des Landes-Feuerwehrverbandes Thomas Maier per 22.45 Uhr.

Erste Einsätze sind bereits am frühen Abend kurz vor 17 Uhr, in den Feuerwehrbereichen Murau und Liezen angefallen. Mittlerweile sind Dutzende Unwettereinsätze (Überflutungen, Vermurungen und durch Sturm entwurzelte Bäume) in vielen weiteren Regionen bzw. Feuerwehrbereichen – wie zum Beispiel Graz-Umgebung, Voitsberg, Weiz, Deutschlandsberg, Leibnitz, Feldbach, Fürstenfeld, Hartberg oder Radkersburg dazugekommen. 

Überdies wurden mehrere Feuerwehren zur Bekämpfung eines Wohnhausbrandes (Riegersburg, 4 FWen) bzw. von zwei Wirtschaftsgebäudebränden (Kapfenstein 3 FF und Mettersdorf am Sassbach 6 FF) alarmiert.

Ein einsatztechnischer Hotspot ist sicher der Großraum im Bereich Thal, Hitzendorf, Steinberg-Rohrbach bzw. Berndorf (GU), wo von den dort eingesetzten Feuerwehren über 100 Einsatzstellen abzuarbeiten sind.

Info Berufsfeuerwehr Graz

Die ersten Alarmierungen in der Leitstelle der städtischen Feuerwehr sind ab 19.25 Uhr eingetroffen. Seitens der Berufsfeuerwehr wurden allein in der Zeit von 19.25 Uhr bis 21.15 Uhr nachstehende Einsätze abgearbeitet:

  • Baum auf Stromleitung, Stiftingtalstraße
  • Wassereinbruch Straße, Hauersteig
  • Person aus Lift befreien, Dr. Robert Graf Straße
  • Wassereinbruch Straße, Radegunder Straße
  • Person aus PKW befreien, Judendorfer Straße
  • Person aus PKW befreien, Tiefenbachstraße
  • Pumparbeiten, Nepomukgasse
  • Pumparbeiten, Thalstraße
  • PKW bergen, Robert Mlekus Weg
  • Person aus Lift befreien, Berliner Ring
  • Pumparbeiten, Thalbachweg (Wassereintritt im Haus)
  • Pumparbeiten, Raachgasse (Keller unter Wasser)
  • Pumparbeiten, Laudongasse (überlaufender Kanal)
  • Pumparbeiten, Elisabethinergasse (Wasser im Heizraum)
  • Person aus Lift befreien, Waltendorfer Hauptstraße
  • PKW bergen, Thalstraße (Fahrzeug droht in den Bach zu stürzen, keine Personen im Fahrzeug)
  • Pumparbeiten, Anton Kleinoscheg Straße (Wasser in der Tiefgarage)
  • Pumparbeiten, Schloßplatz (Wasser im Keller)
  • Brand in elektr. Anlage nach Blitzschlag, Janneckweg

Der Thalerbach konnte die massiven Wassermengen nicht mehr aufnehmen und ist übergetreten. Es liegen uns keine Informationen über Personenschäden vor. Auch für die nächsten Stunden zeichnet sich ein erhöhtes Einsatzaufkommen ab.


Update BF Graz:

In der Zeit von Mittwoch (1.7.2020) ab 19.25 Uhr bis heute (Donnerstag) 05.00 Uhr wurden seitens der Berufsfeuerwehr mehr als 50 Einsätze abgearbeitet. Branddirektor-Stellvertreter Ing. Heimo Krajnz: „80 Männer der Berufsfeuerwehr bewältigten das hohe Einsatzaufkommen. Neben zeitkritischen Menschenrettungen wurden vorwiegend Pumparbeiten und technische Hilfeleistungen durchgeführt. Besonders stark betroffen war der Bereich Gösting und Thal. Durch das professionelle Zusammenwirken aller Katastrophenschützer konnten Menschenleben gerettet sowie ein größerer Sachschaden verhindert werden. Durch das rasche Absenken des Mühlganges (die Wassermassen des Thalerbaches sowie das Oberflächengewässer wurden in den Mühlgang umgeleitet) konnte eine Eskalation der Lage verhindert werden. Die Freiwillige Feuerwehr Graz stand mit drei Fahrzeugen im Stadtgebiet im Einsatz. Auch heute sind am Nachmittag/gegen Abend kräftige Schauer oder Gewitter möglich. Wir bereiten uns jedenfalls auf eine weitere herausfordernde Einsatzlage vor!“

Berufsfeuerwehr Graz
Landes-Feuerwehrverband Steiermark

Am Nachmittag richtete ein schweres Unwetter im oberösterreichischen Bad Goisern ebenso schwere Schäden an → Bericht auf Fireworld.at

Info BFV Weiz (21.30 Uhr):

27 Feuerwehren im Einsatz
Ca. 70 Einsätze werden / wurden abgearbeitet
11 Disponenten der Florianbereitschaft (Bereichswarnzentrale) zur Zeit im Einsatz

Info BFV Graz-Umgebung (23.00 Uhr):

Wieder waren die Feuerwehren Berndorf und Steinberg-Rohrbach (beide Gemeinde Hitzendorf) von den heutigen Gewittern am stärksten betroffen. Insgesamt liegen laut Abschnittsfeuerwehrkommandant Bernhard Konrad im Abschnitt 6 um 250 Hilferufe vor, die von über 20 Feuerwehren der Abschnitte 1, 5 und 6 abgearbeitet werden.

Auch Bereichsfeuerwehrkommandant Gernot Rieger hat sich ein Bild über die Lage in Berndorf und Steinberg-Rohrbach gemacht. Aktuell (23 Uhr) sind noch an die 40 Einsatzadressen offen.

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