Microsoft bringt virtuelle Fans in NFL-Stadien

Die US-Football-Liga NFL startet weitgehend ohne echte Fans in die Saison, doch bei Schlüsselspielen werden Anhänger der Heimmannschaft als “Fan Mosaic” zumindest virtuell dabei sein. Dieses besteht aus Fans, die mit Hilfe von Microsofts Videochat-Plattform Teams auf LED-Displays im Stadium angezeigt werden. Auch bei Touchdown-Feiern in der Endzone soll digitale Technologie einspringen, um trotz leerer Ränge für Stimmung zu sorgen.

Virtuell volles Haus

Für Spiele mit “Fan Mosaic” lädt die Heimmannschaft ausgewählte Fans zu einem virtuellen VIP-Erlebnis ein, bei dem diese Fans auf zwei Bildschirmen das Spiel sowie eine Gallerie anderer Fans sehen. Die Videoaufnahmen der einzelnen Fans werden dann eben zu dem Mosaik gemischt, das auf LED-Tafeln im Stadion sowie bei TV-Übertragungen zu sehen ist. Beim Sound werden die echten Fan-Reaktionen mit verstärkten Publikumsgeräuschen gemischt, damit es eher nach vollem Haus klingt.

Ohne echte Fans, mit denen Spieler interagieren können, droht gerade das Feiern nach einem Touchdown eher fade auszufallen. Bei Schlüsselspielen kommen daher Kameras und LED-Screens an der Endzone zum Einsatz. Punktet ein Spieler, werden Fans aus dem Mosaik zusätzlich auf diese Bildschirme gestreamt. Das eröffnet feiernden Spielern die Möglichkeit, nach einem Touchdown virtuell mit echten Fans zu interagieren. Auch das verspricht mehr Stimmung als bloßer Spielerjubel vor leeren Sitzen.

Bewährte Partnerschaft

Microsoft ist 2013 einen Sponsoring-Deal mit der NFL eingegangen, der zunächst Surface-Tablets für Spielanalysen an die Seitenlinien brachte. Die seither mehrfach verlängerte Partnerschaft hat dieses Jahr angesichts der COVID-19-Pandemie auch den ersten virtuellen Draft der besten College-Spieler möglich gemacht. Mit den virtuellen Fans betreten die Partner nun aber kein völliges Neuland.

Microsoft bringt bereits seit Ende Juli für die NBA mithilfe von Teams und riesigen LED-Anzeigetafeln virtuelle Fans auf die Ränge. Das dürfte allerdings logistisch etwas einfach gewesen sein, da die Basketball-Liga ihre Saison komplett nach Orlando verlagert hat und eine Halle doch deutlich kleiner ist als ein NFL-Stadion.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.