Kooperation zur standardisierten Bergung von brennenden e-Fahrzeugen in Kärnten

KÄRNTEN: Elektro- und Hybridfahrzeuge sind mittlerweile Teil des üblichen Verkehrsaufkommens auf den Kärntner Straßen. Die grünen Ziffern auf den „Pkw-Nummerntafeln“ sind nicht mehr exotische Momentaufnahmen, sondern gewohntes Bild für die Verkehrsteilnehmer.

Feuerwehrreferent Landesrat Daniel Fellner: „Neben vielen Vorteilen bringt jede neue Technologie, trotz ausgereifter und breitgefächerter Sicherheitssysteme, aber auch spezifische Gefahren mit sich“. Bei Elektrofahrzeugen kann es beispielsweise im Falle von weitreichenden mechanischen Beschädigungen durch einen Unfall oder hervorgerufen durch eine intensive und andauernde Brandbelastung, zu Reaktionen am Hochvolt-Akku kommen. Diese chemischen Abläufe können bis zu mehreren Wochen andauern, wobei der Akku während dieser Phase laufend Wärme und Rauch abgibt. Die Feuerwehr kann als Erstmaßnahme einen derartigen Akku-Brand stabilisieren, dann geht es um den sicheren Abtransport und die Entsorgung des Fahrzeuges.

„Hier war eine klare Abgrenzung zwischen der Brandbekämpfung, was die Kernaufgabe der Feuerwehr ist, und der Entsorgung von Elektrofahrzeugen, die in den Verantwortungsbereich der Entsorgungsbetriebe fällt, dringend von Nöten“, ist Fellner überzeugt. Deswegen wurde im Zuge eines gemeinsamen Termins mit Vertretern des Landesfeuerwehrkommandos und der Wirtschaftskammer am Gelände der Landesfeuerwehrschule das gemeinsame Vorgehen noch einmal konkretisiert und abgestimmt. „Kärnten geht dabei auch mit dem neuen Feuerwehrgesetz im Gegensatz zu anderen Bundesländern, wo einzelne Feuerwehren mit speziellen Entsorgungscontainern für e-Fahrzeuge ausgestattet werden, einen anderen Weg, nämlich den der Kooperation“, führt Fellner weiter aus.

Kooperation von Landes-Feuerwehrverband und Wirtschaftskammer

Von dieser Kooperation sind auch Landesfeuerwehrkommandant Rudolf Robin und Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Mandl überzeugt. Einhellig werden die Zusammenarbeit und die Nutzung von Synergien begrüßt. „Feuerwehrfahrzeuge sind der Beseitigung von Gefahren in Verzug vorbehalten, alles andere obliegt der Wirtschaft“, meint LFK LBD Rudorf Robin. Mandl hob die gute Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Wirtschaft in Kärnten hervor: „Auch wenn man bei diesen komplexen Aufgaben nicht immer eine klare Trennlinie ziehen kann, sind wir in vielen Bereichen aufeinander angewiesen. Ich bedanke mich bei der Politik und dem Landesfeuerwehrverband für das verständnisvolle Miteinander.“

Die Kärntner Feuerwehren werden bereits seit vielen Jahren im Umgang mit e-Fahrzeugen geschult. Die nunmehrige Kooperation, welche auch klare Vorgaben zur Entsorgung enthält, schließt den Kreis, freut sich der Leiter der Landesfeuerwehrschule, Klaus Tschabuschnig. Die Kärntner Entsorgungsbetriebe werden die fachliche Beratung der Feuerwehr nutzen und das nötige Equipment, auf Basis gewonnener Erfahrungswerte, weiterentwickeln, sind sich Spartenvertreter Bruno Urschitz und Gerald Taferner einig.

Somit hat Kärnten vorgesorgt: eine klare e-Mobility-Strategie, bestens ausgebildete Feuerwehren und gerüstete Entsorgungsbetriebe, damit im Falle des Falles, professionelle Hilfe geleistet werden kann.

Landes-Feuerwehrverband Kärnten

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