D: Giftiger, ätzender Isolationslack ausgetreten → mehrere Verletzte, 8-stündiger Einsatz in Wetter/Ruhr

WETTER / RUHR (DEUTSCHLAND): Die Löscheinheiten Grundschöttel, Volmarstein, Wengern und Esborn wurden am Freitagmittag, 30. Oktober 2020, um 12:33 Uhr zu einem Gefahrguteinsatz im Altenhofer Weg alarmiert. Hier war auf einem Sattelauflieger, der auf einem Betriebsgelände stand, eine Chemikalie aus einem IBC-Behälter ausgetreten.

Der Stoff hatte sich auf der Ladefläche und dem Firmenboden verteilt. Nach dem Eintreffen der Feuerwehr konnten insgesamt acht Personen aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich gerettet und an den Rettungsdienst, der mit acht Fahrzeugen vor Ort war, übergeben werden. Durch die Rettungsdienstfahrzeuge wurden insgesamt fünf Personen zur ambulanten Behandlung in umliegende Krankenhäuser verbracht.

Nach der Menschenrettung wurde durch die Einsatzkräfte das Leck an dem Behälter mit einer Spezialknetmasse abgedichtet und die bisher ausgelaufene Flüssigkeit mit reichlich Bindemittel aufgesaugt. Da diese Arbeiten unter umluftunabhängigen Atemschutz durchgeführt werden mussten, wurden für die teilweise kräftezehrenden Arbeiten an dem Auflieger zusätzlich noch die Löscheinheit Alt-Wetter und weitere Kräfte aus Gevelsberg sowie die Kreisfeuerwehrzentrale alarmiert.

Bis zu den Abdichtungsmaßnahmen waren ca. 50 l eines giftigen und ätzenden Isolationslackes für Kabel ausgelaufen. Zur Identifikation des Stoffes mussten diverse Papiere gesichtet werden. Hierbei wurde auch die Unterstützung der Fachberaterin Chemie der Feuerwehr Gevelsberg in Anspruch genommen. Zum Abschluss der Arbeiten wurde der Inhalt des beschädigten IBC-Behälters durch die Einsatzkräfte in einen intakten Behälter umgefüllt. Ein Fahrzeug mit einem speziellen Bergungscontainer nahm den schadhaften Kunststoffbehälter auf und transportiere diesen ab. Eine Aussage zur Schadensursache kann durch die Feuerwehr nicht getätigt werden, hierzu hat die Kriminalpolizei die Arbeiten aufgenommen. Neben den obengenannten Einsatzkräften war ebenfalls die Polizei mit mehreren Kräften vor Ort und sperrte den Bereich weiträumig ab. Zu keinem Zeitpunkt bestand eine Gefahr für die Bevölkerung.

Ein besonderes Dankeschön für “hervorragende Nachbarschaftshilfe” geht auch an die angrenzenden Firmen ABUS und Zeschky. Diese stellten zum einen Teile ihrer Werksgelände sowie spezielles Material für den Einsatz zur Verfügung. Weiterhin wurden die Einsatzkräfte durch die Firma ABUS vorbildlich auf dem Werksgelände mit Speisen und Getränken verpflegt. Auch bei diesem Einsatz wurde das städteübergreifende Einsatzkonzept im Bereich der Pressearbeit umgesetzt. Zwei Pressesprecher der Feuerwehr Herdecke informierten die Medien vor Ort. Der Grundschutz für das Stadtgebiet Wetter (Ruhr) wurde für die Zeit des Einsatzes durch die Löscheinheit Bommern der Feuerwehr Witten an der Feuer- und Rettungswache im Schöntal sichergestellt. Einsätze mussten durch diese nicht abgearbeitet werden.

Nach umfangreichen Aufräum- und Reinigungsarbeiten konnte dieser Gefahrguteinsatz gegen 21:00 Uhr beendet werden.

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