Steiermarks Feuerwehren leisten 2020 knapp 2.8 Mio. Stunden → coronabedingt 3 Mio. (!) weniger als sonst

STEIERMARK: Alljährlich präsentiert der Landesfeuerwehrverband Steiermark die Leistungsbilanz aller 771 steirischen Feuerwehren, die in Summe über 50.000 Mitglieder in deren Reihen zählen. Da ein Jahresempfang 2021, wie ansonsten üblich, aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie weder zweckdienlich noch möglich ist, präsentiert der LFV Steiermark die Zahlen für das Einsatz- und Berichtsjahr 2020 in Form einer Presseaussendung.

Gleich vorweg: die Einsatzzahlen haben sich gegenüber dem Vergleichsjahr 2019 nur geringfügig geändert, ein starkes Minus wird bei Veranstaltungen sowie im Verwaltungs-, Ausbildungs- und Übungsbetrieb verzeichnet. Auch die Arbeit mit der Feuerwehrjugend oder die Pflege der Kameradschaft waren im Jahr 2020 massiv eingeschränkt.

Die Zahlen für 2020

Im Jahr 2020 wurden von den rund 50.000 steirischen Florianis bei 222.538 Gesamttätigkeiten (-86.749 zu 2019) in Summe 2.749.369 Einsatz- und Arbeitsstunden geleistet. Das sind um knapp über 3 Millionen Leistungsstunden weniger, als dies im Vergleichsjahr 2019 der Fall war. Dennoch: der rechnerische Leistungsgegenwert entspricht bei einem fiktiven Stundensatz von 30 Euro rund 82,5 Millionen Euro.

Das zahlenmäßig größte Minus in der Statistik – über eine Million Arbeits- bzw. Leistungsstunden – ergibt sich aus dem Entfall nahezu sämtlicher Veranstaltungen, wie zum Beispiel Feuerwehrfeste etc.

Das Einsatzgeschehen war, im Vergleich zu 2019, trotz der Pandemie nahezu ident hoch. Die steirischen Feuerwehrkräfte wurden im Berichtsjahr 2020 zu insgesamt 46.029 Einsätzen (-1.787) alarmiert. Davon entfielen 10.536 Einsatztätigkeiten auf Brandeinsätze inkl. Brandsicherheitswachen (2019: 12.981). Alleine die ausgefallenen Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen etc. betragen rund 1.600 Einsätze.

Der Schwerpunkt der Einsatztätigkeiten liegt bei den Feuerwehren stets im Bereich der „Technischen Hilfeleistung“. Darauf entfielen im Berichtsjahr 2020 exakt 35.493 Einsätze. Das ist ein Plus von rund 660 Einsätzen gegenüber 2019, welches sich u.a. durch die Frühjahrsstürme, die unwetterreichen Sommermonate, die Unterstützleistung bei der Bevölkerungstestung sowie durch die Schneeeinsätze im Dezember erklären lassen. In Summe wurden bei den 46.029 Einsätzen exakt 530.106 Einsatz-Mannstunden geleistet. Das ist ein leichter Rückgang von ca. 14.000 Einsatz-Mannstunden gegenüber 2019.

Aus der Statistik des Landesfeuerwehrverbandes geht ebenso hervor, dass 1.269 Menschen und 1.663 Tiere gerettet werden konnten.

Übungen, Ausbildungen, Bewerbe und Sonstige Tätigkeiten (Verwaltung, Jugendarbeit, Wartung, Finanzielles und Veranstaltungen etc.) schlagen sich in Summe mit 176.509 Tätigkeiten zu Buche. Dafür wurden rund 2,2 Millionen Stunden aufgewendet. Das ist im Vergleich zu 2019 ein Rückgang von knapp 85.000 Tätigkeiten bzw. ein Minus von rund 3 Millionen Arbeits- bzw. Leistungsstunden.

Entsprechend den – dem Landesfeuerwehrverband zur Verfügung gestellten Zahlen – haben die steirischen Feuerwehren im Berichtsjahr 2020 bei ihren Einsätzen rund 805,5 Millionen Euro an Volksvermögen retten können.

Landesfeuerwehrkommandant Reinhard Leichtfried dazu: „Im Rückblick auf das Berichtsjahr 2020 danke ich – auch im Namen meines Stellvertreters Erwin Grangl – allen steirischen Feuerwehrmitgliedern sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Dienststellen des Landesfeuerwehrverbandes sehr, sehr herzlich, die trotz aller Einschränkungen und Maßnahmen in Bezug auf das Coronavirus bei den Einsätzen und den Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs immer wieder Hervorragendes geleistet und alle angeordneten Maßnahmen mit großer Disziplin mitgetragen haben. Dass das Virus brandgefährlich ist, das Leben vieler beeinträchtigt oder im schlimmsten Fall zerstört – das hat uns diese Pandemie mit aller Härte vor Augen geführt. Umso mehr erfüllt es mich mit Stolz, dass wir es in dieser Ausnahmesituation geschafft haben, nicht nur den Betrieb in den Dienststellen des Landesfeuerwehrverbandes nahezu uneingeschränkt aufrechtzuerhalten, sondern – und das freut mich ganz besonders – wir bisher auch keinen einzigen Totalausfall einer Feuerwehr zu verzeichnen hatten“.

„Mein Dank“, so Leichtfried abschließend, „geht ebenso an unsere politischen Vertreter – mit Landeshauptmann und Feuerwehrreferent Hermann Schützenhöfer sowie Stellvertreter Anton Lang an der Spitze, an alle Gemeinden, Behörden und befreundeten Einsatz-, Rettungs- und Blaulichtorganisationen , an die FAKS und an das Landesfeuerwehrinspektorat, an die Medien und an alle unsere Partner in der Wirtschaft und nicht zuletzt an die Kammern, Kirchen, Interessensvertretungen, Verbände und Vereine, die unsere Arbeit auch in herausfordernden Zeiten ermöglichen und unterstützen“.

Landes-Feuerwehrverband Steiermark

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