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Bayern: KFV Traunstein entwickelt Einstiegshilfe in die Feuerwehr

LANDKREIS TRAUNSTEIN (BAYERN): Mit der Veröffentlichung der 84-seitenstarken „Einstiegshilfe in die Feuerwehr“ erreicht der Kreisfeuerwehrverband Traunstein einen Meilenstein im Ausbildungswesen der heimischen Brandschützer. Dieser gibt den Verantwortlichen in den Wehren aber auch den Feuerwehranwärtern die Chance, alle geforderten Ausbildungseinheiten strukturiert zu erarbeiten und so den Überblick über die Modulare Truppausbildung (MTA) zu wahren. Die Firma Rosenberger hat die Druckkosten übernommen. Daher steht den heimischen Feuerwehren diese Arbeitshilfe kostenlos zur Verfügung.

Von Hubert Hobmaier, Stefan Lohwieser

Im Landkreis Traunstein wird bei den kommunalen Feuerwehren der Brandschutz und die Technische Hilfeleistung vollständig auf ehrenamtlichen Schultern getragen – Berufsfeuerwehrleute gibt es nicht. Dennoch treffen die Einsatzkräfte auf die gleichen Herausforderungen wie Berufsfeuerwehrleute und brauchen dazu eine fundierte Ausbildung, die ihnen das nötige Wissen und die Fertigkeiten an die Hand gibt.

Bayernweit einheitliche Feuerwehrausbildung

Bayernweit wird die Grundausbildung der Feuerwehrleute, egal ob in der Jugend oder als Quereinstieg, einheitlich als modulares MTA-Paket durchgeführt. Auf den Weg zur Abschlussprüfung müssen die angehenden Feuerwehrfrauen und -männer ein Basismodul, eine Funkausbildung, einen Erste-Hilfe-Kurs und ein Abschlussmodul durchlaufen, ehe sie als vollständig ausgebildet gelten. Die dafür nötigen Lerneinheiten und Unterrichte werden seitens der bayerischen Landesfeuerwehrschulen in digitaler Form zu Verfügung gestellt und müssen in den Feuerwehren vermittelt werden. „Den Feinschliff sollen die Anwärter dann in den Lehrgängen des Kreisfeuerwehrverbandes erhalten, der auch die geforderten Modulprüfungen abnimmt“, informiert der für das Ausbildungswesen zuständige Florian Ettmayr.

Große Hilfe für die Kommandanten vor Ort

„Die Verantwortung über die Ausbildung tragen die Kommandanten einer jeden Feuerwehr“, erklärt Fach-Kreisbrandmeister Florian Ettmayr, der das Begleitheft federführend entwickelt und vorangetrieben hat. Gleichzeitig betont er, „es war unser ausdrückliches Ziel, eine bessere Übersicht sowie eine klare Struktur über die geforderten Lerninhalte zu schaffen“.

Das Ausbildungsheft deckt alle zentralen Themen ab, die für den Einstieg in den aktiven Feuerwehrdienst notwendig sind – von den Grundlagen der Brandbekämpfung über technische Hilfeleistung bis hin zu Erste-Hilfe-Maßnahmen. Auch Einsatztechnik und sicherheitsrelevante Aspekte werden darin behandelt. Dabei steht die Übersicht über die Themen im Vordergrund und anhand von QR-Codes werden die Anwender direkt auf die Lernunterlagen geleitet.

Klare Gliederung sorgt für Übersicht und Struktur

Alle Lerneinheiten sind darin nach Thema, Inhalt, Lernziel und Lerndauer gegliedert. Darüber hinaus wird direkt zu Lernhilfen und nötigen Dokumenten verwiesen. Mit kleinen Symbolen wird aufgezeigt, zu welchem Zeitpunkt der Ausbildung das jeweilige Thema relevant ist. Mit der entsprechenden Unterschrift kann jeder Ausbilder die Durchführung direkt bestätigen. Somit erhält jede Feuerwehr die Möglichkeit, auf eine sehr einfache Art und Weise ihrer Dokumentationspflicht nachzukommen.

„Mit dem neuen Heft stellen wir sicher, dass unsere Nachwuchskräfte auf dem aktuellsten Stand ausgebildet werden – praxisnah, verständlich und nach einheitlichen Standards“, freut sich Florian Ettmayr. Erarbeitet wurde das Heft in enger Zusammenarbeit mit Kreisbrandinspektor Günter Wambach, Fach-Kreisbrandmeister „Jugend“ Jan Schröder sowie Fachausbildern und erfahrenen Einsatzkräften. Von der Idee bis zum Druck sind etwa neun Monate vergangen.

Rosenberger Hochfrequenztechnik sponsort die Druckkosten

In den kommenden Wochen und Monaten wird den Kommandanten und Jugendwarten in mehreren Veranstaltungen das Heft und dessen Anwendung präsentiert. In den Schulungsabenden werden die Ausbildungsverantwortlichen in die Anwendung eingewiesen. „Damit wollen wir sicherstellen, dass die Feuerwehren den größtmöglichen Nutzen haben und die neue Arbeitsunterlage optimal einsetzen“, so der Ausbildungsverantwortliche im Kreisfeuerwehrverband Traunstein.

Zunächst wurden 1.000 Exemplare gedruckt. Finanziert wurde das Projekt durch den Kreisfeuerwehrverband Traunstein mit Unterstützung der Firma Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co. KG aus Fridolfing. Der Geschäftsführer Franz Praxenthaler, hat dazu eigens Spendenscheck im Rahmen des Tags der Jugendfeuerwehr an die Vertreter die Verantwortlichen des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein übergeben und durfte im Gegenzug ein erstes Exemplar in Empfang nehmen.

Kreisbrandrat dankt den Arbeitgebern in der Region

„Dadurch ist es uns gelungen, dass wir den Feuerwehren das Begleitheft zur Grundausbildung kostenlos zur Verfügung stellen können“, freut sich unterdessen Kreisbrandrat Christof Grundner und zeigt sich sehr dankbar darüber, dass man mit der Rosenberger Hochfrequenztechnik einen Partner gewinnen konnte, der nicht nur einer der größten Arbeitgeber in der Region ist, sondern auch viel Wert auf eine fundierte Ausbildung der Mitarbeiter legt. „Dies ist eine wunderbare Kombination zur Ausbildung in den Feuerwehren“, so die Einschätzung von Christof Grundner.

Weiter führt der Kreisbrandrat an, „die Stärke unserer Freiwilligen Feuerwehren basiert auf der Bereitschaft der Einsatzkräfte sich ausbilden zu lassen und auf der Unterstützung engagierter Unternehmen, die hinter ihren Mitarbeitern stehen. Für viele Betriebe ist es selbstverständlich, ihre Mitarbeiter für Einsätze und Ausbildungsveranstaltungen freizustellen oder mit finanziellen Hilfen das Feuerwehrwesen zu unterstützen. Ohne diese Unterstützung wäre unser Ehrenamt Freiwillige Feuerwehr nicht denkbar!“, zeigt sich Christof Grundner überzeugt.

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