D: Stadtverordnetenversammlung stärkt Infrastruktur der Freiw. Feuerwehr Frankfurt am Main
FRANKFURT AM MAIN (DEUTSCHLAND): Die Stadtverordnetenversammlung hat am 6. März 2026 die Fortschreibung des Prioritätenprogramms für Neu- und Umbauvorhaben von Feuerwehrhäusern der Freiwilligen Feuerwehr in Frankfurt am Main beschlossen. Damit wird das seit 2017 bestehende Bauprogramm nicht nur fortgeführt, sondern grundlegend neu aufgestellt: Statt einer festen finanziellen Begrenzung gibt es nun einen Grundsatzbeschluss, der eine flexible und langfristige Umsetzung ermöglicht – abhängig von der jeweiligen Haushaltslage.
Mit dem Beschluss schafft die Stadt die Grundlage, um weitere dringend notwendige Projekte auch über die bislang finanzierten Maßnahmen hinaus umzusetzen. Das bisherige Prioritätenprogramm aus dem Jahr 2017 war auf ein Investitionsvolumen von 20 Millionen Euro begrenzt. Aufgrund der stark gestiegenen Baukosten reichte dieses Budget für bis zu vier Neubauten. Aktuell liegen die Kosten für einen Neubau bei mindestens fünf Millionen Euro brutto pro Standort. Nach dem bereits fertiggestellten Feuerwehrhaus in Fechenheim (2022), dem Neubau in Griesheim (2025) sowie zwei weiteren Projekten bis voraussichtlich 2026 beziehungsweise 2028 wird dieses ursprüngliche Budget ausgeschöpft sein.
Mit dem heutigen Beschluss entfällt diese finanzielle Deckelung. Statt einer festen Obergrenze gibt es nun ein offenes Prioritätenprogramm. Perspektivisch können so ein bis zwei Feuerwehrhäuser innerhalb von zwei Jahren realisiert werden.
Insgesamt umfassen die noch offenen Neu- und Umbauvorhaben ein Investitionsvolumen von rund 75 Millionen Euro. Einige Bestandsgebäude sind in die Jahre gekommen und entsprechen nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards und den Anforderungen an moderne Arbeitsbedingungen. Themen wie Arbeitsschutz, getrennte Umkleiden, Energieeffizienz oder zeitgemäße Räume für die Kinder- und Jugendarbeit spielen dabei ebenso eine Rolle wie einsatztaktische Entwicklungen. Ohne das neu beschlossene Prioritätenprogramm könnten diese Maßnahmen nach Abschluss laufender Projekte nicht weiterverfolgt werden.
„Mit dem neuen Prioritätenprogramm setzen wir ein klares Zeichen für die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr in unserer Stadt“, betont Annette Rinn, Dezernentin für Ordnung, Sicherheit und Brandschutz. „Die schrittweise Modernisierung der Feuerwehrhäuser leistet einen positiven Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Freiwilligen Feuerwehren Frankfurt. Sie wird als deutliches Zeichen der Wertschätzung verstanden und stärkt nachhaltig das ehrenamtliche Engagement in unserer Stadt.“
Die Reihenfolge der Umsetzung richtet sich nach klar definierten Kriterien und Dringlichkeit. Maßgeblich sind unter anderem der bauliche Zustand der Standorte, aktuelle technische Vorgaben, energetische Standards, einsatztaktische Erfordernisse sowie die Verfügbarkeit geeigneter Grundstücke. Die Priorisierung erfolgt in enger Abstimmung mit der Stadtbrandinspektion. Neue Gebäude sollen zudem einen Beitrag zur städtischen Solaroffensive leisten, etwa durch Photovoltaikanlagen oder Dachbegrünung.
Für Markus Röck, Amtsleiter der Branddirektion, ist die Entscheidung ein wichtiges Signal an die ehrenamtlichen Einsatzkräfte: „Unsere Freiwilligen Feuerwehren leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Bevölkerungsschutz. Mit dem Grundsatzbeschluss erhalten wir die notwendige Planungssicherheit und können die Infrastruktur und Bedingungen vor Ort schrittweise modernisieren.“
Gebaut werden die neuen Feuerwehrhäuser durch die BKRZ GmbH & Co. KG; anschließend werden sie von der Branddirektion angemietet – jeweils im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Mit der heutigen Entscheidung stärkt die Stadt nicht nur ihre Sicherheitsinfrastruktur, sondern unterstreicht auch die Wertschätzung für das ehrenamtliche Engagement der Freiwilligen Feuerwehr in Frankfurt am Main.
