D: Umbau eines gebrauchten Lkw zum Feuerwehr-Gerätewagen in Buseck dauert bereits neun Jahre
BUSECK (DEUTSCHLAND): Die Gemeinde Buseck im Landkreis Gießen in Hessen wollte einem Bericht der Hessenschau vom 5. März 2026 zufolge bei der Anschaffung eines neuen Gerätewagens für die Feuerwehr ursprünglich Geld sparen und zugleich nachhaltig handeln. Statt ein neues Fahrzeug zu kaufen, entschied sich die Kommune für den Umbau eines gebrauchten Lastwagens. Doch fast zehn Jahre später ist das Projekt noch immer nicht abgeschlossen – und die Kosten sind deutlich gestiegen.
Gebrauchtfahrzeug statt Neubeschaffung
Im Jahr 2017 kaufte die Gemeinde einen gebrauchten 10,5-Tonner von Mercedes mit Baujahr 2008 für rund 50.000 Euro. Das Fahrzeug sollte zu einem Gerätewagen Logistik für die Feuerwehr umgebaut werden. Geplant waren unter anderem eine rote Lackierung, Blaulicht, Rollladenöffnungen sowie eine verlängerte Ladefläche. Außerdem sollte der Lkw Platz für bis zu sechs Einsatzkräfte bieten und künftig Material wie Feuerwehr-Ausrüstung oder Sandsäcke transportieren. Der Umbau sollte ursprünglich eine kostengünstige Alternative zu einem neuen Feuerwehrfahrzeug darstellen, da Neufahrzeuge dieser Art in der Regel deutlich teurer sind.
Kosten steigen deutlich an
Neun Jahre nach dem Kauf ist der Gerätewagen jedoch noch immer nicht fertig. Laut Bürgermeister Michael Ranft (CDU) hat die Gemeinde inzwischen rund 170.000 Euro in den Umbau investiert. Damit nähern sich die Kosten einer Neuanschaffung an. Zum Vergleich: Die nordrhein-westfälische Gemeinde Versmold kaufte im vergangenen Jahr einen neuen Gerätewagen Logistik für 285.500 Euro.
Verzögerungen und technische Herausforderungen
Während der verschiedenen Bauphasen stand der Lkw bei unterschiedlichen Firmen in der Region. Unter anderem wurde das Fahrzeug verlängert, wofür es in der Mitte zerteilt wurde. Nach Angaben des stellvertretenden Gemeindebrandinspektors Michael Sames kam es beim Umbau zu unerwarteten Schwierigkeiten – insbesondere im Bereich der Elektronik. Zudem hätten die speziellen Anforderungen an Feuerwehrfahrzeuge mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich angenommen. Zwischenzeitlich stand der Lkw mehrere Jahre unfertig im Freien. Dadurch entstanden Rost- und Lackschäden, die inzwischen ebenfalls behoben werden müssen.
Projekt über mehrere Amtszeiten hinweg
Das Projekt erstreckt sich inzwischen über mehrere Amtszeiten hinweg. Insgesamt waren bereits drei Bürgermeister, drei Gemeindebrandinspektoren und zwei Gemeindeparlamente damit befasst. Nach Angaben von Bürgermeister Ranft gab es zeitweise auch Überlegungen, den Umbau abzubrechen und das Fahrzeug wieder zu verkaufen. Schließlich entschied sich die Gemeinde jedoch, das Projekt fortzuführen, da die Feuerwehr weiterhin Bedarf an dem Fahrzeug hat.
Hoffnung auf Fertigstellung in diesem Jahr
Mit März 2026 arbeitet eine weitere Firma am Umbau des Lkw. Die Verantwortlichen in Buseck hoffen, dass der Gerätewagen bis Ende des Jahres fertiggestellt werden kann. Sollte dies gelingen, wäre das Fahrzeug allerdings bereits 18 Jahre alt. Viele Feuerwehren denken nach etwa 20 Jahren Nutzungsdauer bereits über eine Neuanschaffung nach.
Anmerkung von Fireworld.at: In Österreich lag die Nutzungsdauer früher bei 15 Jahren, heute stehen die Fahrzeuge bei den freiw. Wehren meist 25 bis 30 Jahre – manchmal noch länger – im Dienst!


