Jugend

Bayern: Viel Bewegung bei den Kinderfeuerwehren in der Region Traunstein

TRAUNSTEIN (BAYERN): Die mittlerweile 18 Kinderfeuerwehren im Landkreis Traunstein sind auch 2026 mit großem Engagement, viel Begeisterung und zahlreichen abwechslungsreichen Aktionen aktiv. Die ersten vier Monate des Jahres 2026 zeigen, wie wichtig die Nachwuchsarbeit für die Feuerwehren vor Ort ist.

Von Hubert Hobmaier

Spielerisches Lernen, erste Einblicke in die Feuerwehrtechnik, Gemeinschaftserlebnisse sowie wichtige Werte wie Hilfsbereitschaft und Verantwortung standen dabei im Mittelpunkt. Während mancherorts Fahrzeuge und Ausrüstungen erkundet wurden, trainierten andere Gruppen Erste Hilfe oder probten für die „Kinderflamme“. Wieder andere fertigten zu Ostern kreative Bastelarbeiten rund um das Thema Feuerwehr an.

„In vielen Orten treffen sich die jüngsten Feuerwehrmitglieder mittlerweile regelmäßig zu Gruppenstunden“, informiert Cornelia Kübler, die im Kreisfeuerwehrverband Traunstein für den Bereich Kinderfeuerwehren verantwortlich ist. Sie berichtet weiter: „Egal wo man hinsieht – überall sind die Kinder mit Feuereifer bei der Sache und werden kreativ sowie abwechslungsreich an die Themen rund um die Feuerwehr herangeführt.“ Kinderfeuerwehren sind dabei mehr als ein reines Freizeitangebot; sie sind ein wichtiger Baustein für die Zukunftssicherung des Ehrenamts.

Spannende Ausbildung mit Praxisbezug

Ein Schwerpunkt liegt auf der Brandschutzerziehung und dem Verständnis für die Feuerwehrarbeit. In Matzing beschäftigten sich die Kinder mit der Frage, was Feuer zum Brennen benötigt. Mithilfe kindgerechter Experimente wurde das sogenannte „Verbrennungsdreieck“ anschaulich erklärt.

Auch in Tittmoning stand dieses Thema nach der Neugründung der Kinderfeuerwehr „Blaulichtstörche“ auf dem Programm. Darüber hinaus erkundeten die Kinder das Feuerwehrhaus, lernten Fahrzeuge kennen und übten das richtige Verhalten im Notfall.

Technisches Wissen vermittelten unter anderem die Kinderfeuerwehren in Traunreut, Seeon-Seebruck-Truchtlaching und Heiligkreuz-Trostberg. Dort wurden Fahrzeuge und Ausrüstung genau unter die Lupe genommen, Schläuche erklärt, Hydranten gesucht und Löschübungen vorbereitet. Ein besonderes Highlight war für die Kinder in Traunreut der Besuch eines Atemschutzgeräteträgers in voller Einsatzkleidung.

Erste Hilfe schon bei den Jüngsten

Dass Helfen keine Frage des Alters ist, bewiesen viele Kinderfeuerwehren mit Übungen zur Ersten Hilfe. In Traunreut, Stein, Holzhausen und Tittmoning lernten die Kinder wichtige Grundlagen für medizinische Notfälle kennen. Dazu gehört sowohl das richtige Absetzen eines Notrufs als auch das Einleiten erster Maßnahmen bis zum Eintreffen professioneller Hilfe.

In Holzhausen sorgte ein besonders praxisnahes Angebot für Begeisterung: Unterstützt durch Mitglieder der Realistischen Unfalldarstellung (RUD) des Traunsteiner Malteser Hilfsdienstes konnten unterschiedliche Verletzungsszenarien dargestellt werden. So übten die Kinder altersgerecht, auch in ungewohnten Situationen ruhig und hilfsbereit zu bleiben.

Oster-Blaulichter mit roten Nestern

Neben Ausbildung und Technik kam auch der Spaß nicht zu kurz. In vielen Gruppenstunden wurde gebastelt und mit feuerwehrbezogenen Spielen für gemeinschaftliche Erlebnisse gesorgt. In Traunstein gestalteten die Kinder in der Osterzeit individuelle Holzanhänger, in Stein entstanden Feuerwehr-Schlüsselanhänger aus „Fimo-Knete“. Die „Traunwalchener Traunfunken“ bastelten „Oster-Blaulichter“ mit roten Osternestern und blau gefärbten Eiern.

In Hart-Ising konstruierten die Kinder eigene Atemschutzgeräte aus Flaschen und Gurten. Stolz präsentierten sie anschließend ihre selbstgebauten „Rucksäcke“. Darüber hinaus unterstützten die Kinder die örtliche Christbaumaktion und halfen fleißig beim Einsammeln der ausrangierten Bäume. Auch die Faschingsfeiern boten ein abwechslungsreiches Programm: In Stein und Heiligkreuz-Trostberg wurde gemeinsam gespielt, gelacht und gefeiert. „Solche Erlebnisse stärken den Zusammenhalt innerhalb der Gruppen und fördern soziale Kompetenzen“, betont Cornelia Kübler.

Starke Leistungen bei der Kinderflamme

Besondere Höhepunkte in den ersten Monaten des Jahres waren die erfolgreichen Prüfungen zur Kinderflamme. In Bergen meisterten 20 Kinder ihre Prüfungen und erhielten stolz ihr erstes Feuerwehrabzeichen. Auch in Petting war die Freude groß: Dort legten 17 Kinder erfolgreich die Kinderflamme in der Stufe „Dunkelblau“ ab. Die Leistungsabzeichen motivieren und bestärken die Kinder und zeigen zugleich, wie viel Wissen und Können bereits in jungen Jahren vermittelt wird.

Mehrere Kinder konnten im ersten Quartal den nächsten Schritt gehen und in die Jugendfeuerwehr wechseln. In Bergen wurden drei Kinder verabschiedet, in Petting wechselten sogar sieben Nachwuchskräfte in die nächste Altersstufe. Diese Übergänge verdeutlichen die nachhaltige Wirkung der Kinderfeuerwehren: Sie schaffen früh eine Bindung zur Feuerwehr, vermitteln Werte und sichern langfristig engagierten Nachwuchs. „Die Bilanz der Kinderfeuerwehren in der Region fällt für die vergangenen Monate äußerst positiv aus“, freut sich Cornelia Kübler und ergänzt: „Mit viel Herzblut leisten die Betreuerinnen und Betreuer wertvolle Arbeit. Sie fördern Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft – und legen gleichzeitig das Fundament für die Einsatzkräfte von morgen.“

Kreisfeuerwehrverband Traunstein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert