Deutsche Feuerwehreinheiten unterstützen Waldbrandbekämpfung in den Niederlanden
DEUTSCHLAND | NIEDERLANDE: Die Feuerwehren aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen, Königswinter und Ratingen starteten am Freitag, 1. Mai 2026 um 6:00 Uhr mit ihrer hierauf spezialisierten Einheit zur Unterstützung der Einsatzkräfte bei den Waldbränden in den Niederlanden. Begleitet werden sie von Fachberatern der Hilfsorganisation @fire sowie einer Versorgungseinheit der Johanniter-Unfall-Hilfe.
Die niederländischen Behörden hatten am Donnerstagabend über die Europäische Union ein Hilfeersuchen gestellt. Von Seiten der Bundesrepublik Deutschland wurde die Hilfe des vom Land NRW im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens gemeldeten Waldbrandmoduls an-geboten. Der aus 67 Kräften, 21 Fahrzeugen und 3 Anhängern bestehende Konvoi gliedert sich in haupt- und ehrenamtliche Feuerwehrkräfte und im Bereich der Versorgung tätige Helfer der Johanniter Unfallhilfe sowie Fachberater der auf Unterstützung bei Naturkatastrophen spezialisierten, nichtstaatlichen Hilfsorganisation @fire.

Es handelt sich um den vierten Einsatz des seit 2019 im europäischen Katastrophenschutzverfahren gemeldeten Moduls. Im August 2021 war die Einheit bereits zur Unterstützung am Peleponnes in Griechenland im Einsatz, 2022 ebenfalls im August erfolgte die Unterstützung bei Wald- und Vegetationsbränden im Großraum Bordeaux. Im Mai 2023 war das Modul nach erfolgreicher mehrtägiger Übung in Portugal von der EU offiziell zertifiziert worden. Im vergangenen Jahr unterstützte die Einheit in Spanien. Derzeit beschäftigen mehrere Wald- und Vegetationsbrände die Feuerwehrkräfte in den Niederlanden.
Der genaue Einsatzort und Auftrag für die EU-Waldbrandeinheit wird derzeit mit den niederländischen Behörden abgestimmt. Auf Grund der Nähe zur betroffenen Region von Oirschot wird die Waldbrandeinheit voraussichtlich bereits im Laufe des Vormittages im Einsatz sein. Das Europäische Katastrophenschutzverfahren sieht für solche Großbrände sogenannte Waldbrandmodule vor, die kurzfristig und gut vorbereitet innerhalb der Europäischen Union angefordert werden können.

Solch ein Modul besteht aus mehreren geländefähigen Löschfahrzeugen, einer Führungs- sowie einer Versorgungseinheit. Nach Abstimmungsgesprächen mit dem Innenministerium des Landes NRW sowie der Bezirksregierung Köln, die als Aufsichtsbehörden beteiligt waren, ging das Waldbrandmodul 2019 an den Start. Die Einheit stellte ein Pilotprojekt dar, bei dem die Erfahrungen, die in anderen EU-Ländern bereits mit den Modulen gewonnen wurden, auf Feuerwehren in Deutschland angewendet werden.
Seitens der Feuerwehr Leverkusen sind sechs Feuerwehrkräfte mit einem geländegängigen Tanklöschfahrzeug und einem Mannschaftstransportfahrzeug an diesem Einsatz beteiligt.
Update
Nachdem das angeforderte Modul um 10:00 Uhr den Sammelraum am Flughafen Eindhoven erreicht hatte, ging es für die erste Gruppe direkt in den Einsatz. Der Personaltausch wurde vor Ort um 15:30 Uhr bereits vollzogen und anschließend das Camp aufgebaut. Mindestens bis Sonnenuntergang werden die Maßnahmen aufrechterhalten.
Bei mehreren aktiven Brandstellen im Gebiet lag der Fokus der deutschen Kräfte an Tag 1 im Bereich der Gemeinde Weert, Provinz Limburg. Seit Donnerstagnachmittag ist dort eine Naturfläche von ca. 50ha betroffen. Das Gelände dient dem Militär für die Fahrerausbildung und besteht größtenteils aus sandigem, trockenem Boden mit entsprechend gut brennbarer Auflage. Böen und steigende Temperaturen begünstigen immer wieder das Aufsteigen von brennbarem Material, welches sich über größere Distanz als Spotfeuer niederlässt.

Elementar wichtig ist somit das Aufspüren von aktiven Flächen und gezielte Nachlöscharbeiten, teils im Pump&Roll-Verfahren mit den geländegängigen Tanklöschfahrzeugen, aber auch mit Handwerkzeugen und Löschrucksäcken. Hier werden insbesondere die Randbereiche und Begrenzungslinien aufbereitet. Das Modul ist gleichzeitig mit lokalen Kräften sowie einem weiteren Modul aus Frankreich an den Flanken eingesetzt.
Während Team A im Feld eingesetzt wurde, konnte Team B das Camp beziehen. Genutzt wird ein Gebäude auf einem Kasernengelände, welches in Teilen schon über die erforderliche Infrastruktur verfügt. Der Aufbau des kompletten Feldlagers blieb den Einsatzkräften somit erspart. Im Anschluss fand der Personalaustausch vor Ort statt. Am Standort der lokalen Einsatzleitung in unmittelbarer Nähe zum betroffenen Übungsplatz werden sowohl die Arbeitsaufträge vermittelt als auch Verpflegung gereicht. Den ausländischen Einheiten steht dabei immer ein ortskundiger, lokaler Feuerwehrmann zur Seite.

Die Einsatzdauer in den Niederlanden ist noch nicht absehbar und hängt einerseits vom Erfolg der Löschmaßnahmen, andererseits von einer möglichen Wetter- und/oder Lageänderung ab.
Nach der finalen Bestätigung des hilfeersuchenden Landes waren die deutschen Einsatzkräfte am Freitagmorgen um 07:00 Uhr mit 53 Kräften, 18 Fahrzeugen und drei Anhängern in Bonn gestartet. Im Vergleich zu den Einsätzen in Griechenland (2021), Frankreich (2022) und Spanien (2025) sowie der Zertifizierungsübung in Portugal (2023) spielt hier die vergleichsweise kurze Wegstrecke ins Nachbarland den Kräften in die Karten. Die Zeitspanne zwischen Alarmierung und Einleiten der ersten Maßnahmen war somit sehr kurz.


