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Landes-Feuerwehrverband Oberösterreich gibt Standort Linz auf → 100 Mio. Euro für neues Feuerwehrzentrum

LINZ (OÖ): Oberösterreich soll ein neues Feuerwehrzentrum erhalten. Das Projekt zählt zu den größten Zukunftsvorhaben im oberösterreichischen Feuerwehrwesen und soll die Bereiche Ausbildung, Katastrophenschutz, Logistik, Koordination, Organisation und Service künftig an einem Standort zusammenführen. Diesbezüglich rief das Land Oberösterreich am 8. Juli 2026 im Landes-Feuerwehrverband in Linz eine Pressekonferenz ein.

Mit dem Vorhaben reagieren das Land Oberösterreich und der Oö. Landes-Feuerwehrverband auf steigende Anforderungen im Feuerwehr- und Katastrophenschutzwesen. Ziel ist es, die Infrastruktur langfristig so weiterzuentwickeln, dass die Feuerwehren auch künftig bestmöglich auf Einsätze vorbereitet werden können.

95.000 Feuerwehrmitglieder im Einsatz für die Sicherheit

Rund 95.000 Feuerwehrmitglieder engagieren sich in Oberösterreich für die Sicherheit der Bevölkerung. Jährlich leisten sie mehr als sieben Millionen freiwillige Stunden. Dieses Engagement bildet eine wesentliche Grundlage für den Schutz der Menschen im Bundesland.

Gleichzeitig verändern sich die Rahmenbedingungen laufend. Einsätze werden anspruchsvoller, technische Entwicklungen bringen neue Gefahrenlagen mit sich und Extremwetterereignisse fordern die Einsatzorganisationen zunehmend.

Mehr Einsätze durch Unwetter und neue Gefahrenlagen

Die oberösterreichischen Feuerwehren werden allein bei Brandeinsätzen im Jahresdurchschnitt rund 13.000-mal alarmiert (über die LWZ). Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung bei Unwettereinsätzen. In Jahren mit geringerer Unwetterbelastung sind rund 5.000 Einsätze zu bewältigen. Im Jahr 2021 wurden bereits rund 12.600 Unwettereinsätze verzeichnet, 2023 waren es mehr als 13.600.

Diese Zahlen zeigen, wie wichtig moderne Ausbildungs-, Übungs- und Koordinationsmöglichkeiten für die Feuerwehren sind. Neben der Ausbildung braucht es auch eine leistungsfähige Logistik sowie Strukturen, die Katastrophenschutz und Einsatzvorbereitung nachhaltig unterstützen.

Rund 100 Millionen Euro für moderne Infrastruktur

Für das neue Oö. Feuerwehrzentrum ist ein Investitionsvolumen von rund 100 Millionen Euro vorgesehen. Die Mittel werden eigens für dieses Projekt bereitgestellt. Damit soll eine umfassende Modernisierung der Feuerwehrinfrastruktur ermöglicht werden.

Landeshauptmann Thomas Stelzer hebt in der Presseunterlage hervor, dass die Feuerwehren eine zentrale Säule der Sicherheit in Oberösterreich sind. Eine Investition in ihre Zukunft sei daher unmittelbar auch eine Investition in den Schutz der Bevölkerung. Gute Ausbildung, moderne Infrastruktur und vorausschauende Planung seien entscheidend, lange bevor ein Einsatz beginnt. Die Mittel sollen über vier Jahre über ein Sonderbudget kommen und die regulären Feuerwehrbeschaffungen nicht beeinflussen.

Bessere Trainingsbedingungen für realistische Ausbildung

Ein Schwerpunkt des neuen Feuerwehrzentrums liegt auf der Ausbildung. Die Anforderungen an die Einsatzkräfte steigen in vielen Bereichen: etwa bei Atemschutz- und Heißausbildungen, Realbrandübungen, Hochwasserübungen, Katastrophenschutzszenarien, Sonderdiensten sowie Verkehrs- und Technikeinsätzen.

Der derzeitige Standort erfüllt weiterhin wichtige Aufgaben, stößt aber laut Presseunterlage räumlich und funktional an Grenzen. Vor allem großflächige Übungsszenarien sowie moderne Lager- und Logistikstrukturen können dort nur eingeschränkt umgesetzt werden.

Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer

Landes-Feuerwehrkommandant Robert Mayer betont, dass Ausbildung möglichst nahe an der Realität erfolgen muss. Das neue Feuerwehrzentrum soll die Voraussetzungen schaffen, um Feuerwehrmitglieder bestmöglich auf ihre Einsätze vorzubereiten und die hohe Qualität der Ausbildung langfristig abzusichern.

Zentrum für Ausbildung, Katastrophenschutz und Logistik

Das geplante Feuerwehrzentrum soll zentrale Aufgaben des Feuerwehrwesens und des Katastrophenschutzes bündeln. Vorgesehen sind moderne Trainingsmöglichkeiten, leistungsfähige Lager- und Logistikflächen, zeitgemäße Führungs- und Kommunikationssysteme sowie Service- und Organisationsstrukturen für die Unterstützung der Feuerwehren im ganzen Bundesland.

Landeshauptmann Thomas Stelzer

Damit soll ein Kompetenzzentrum entstehen, von dem alle Feuerwehren in Oberösterreich profitieren. Genannt werden insbesondere qualitätsgesicherte Ausbildung, realitätsnahe Übungsmöglichkeiten, fachliche Unterstützung und eine starke Koordination im Hintergrund.

St. Marien als vorgesehener Standort

Für die Standortsuche wurde eine umfassende Analyse auf Basis eines Kriterienkatalogs durchgeführt. Wichtige Kriterien waren unter anderem landeseigene Flächen, ausreichende Entwicklungsmöglichkeiten für die kommenden Jahrzehnte und die wirtschaftliche Weiterentwicklung des Standorts.

Links unten die neue Fläche. In der Bildmitte die Papierfabrik Nettingsdorf. Mit dem Neubau des A1-Anschlusses sowie der zugehörigen Umfahrung Haid (Baustart 2027) liegt das Gelände dann unter 2 km von der Autobahn entfernt.

Dabei haben sich landeseigene Flächen in der Gemeinde St. Marien als geeignete Option herauskristallisiert. Der Standort bietet laut Presseunterlage genügend Entwicklungsspielraum, um aktuelle und künftige Anforderungen im Feuerwehr- und Katastrophenschutzwesen berücksichtigen zu können. Außerdem werden die zentrale Lage und gute Erreichbarkeit hervorgehoben.

Weitere Gespräche und Planungen

Als nächster Schritt sind vertiefende Gespräche und Planungsprozesse mit der Gemeinde vorgesehen. Dabei sollen die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten geprüft und die weiteren Schritte vorbereitet werden.

Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Landesrätin Michaela Langer-Weninger verweist darauf, dass die Menschen im Notfall rasche und professionelle Hilfe erwarten. Dieses Engagement der Feuerwehren brauche bestmögliche Rahmenbedingungen. Mit dem neuen Zentrum werde daher nicht nur in Gebäude und Infrastruktur investiert, sondern vor allem in jene Menschen, die ihre Freizeit und Kraft in den Dienst der Sicherheit stellen.

Feuerwehr- und Katastrophenschutz-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.

Umsetzung in mehreren Schritten

Die Realisierung des Projekts soll schrittweise erfolgen. Grundlage dafür sind sorgfältige Planung, geordnete Verfahren und wirtschaftliche Verantwortung. Der bisherige Standort soll im Zuge der Projektentwicklung verwertet werden; der Erlös soll in das Gesamtprojekt einfließen.

In den kommenden Jahren stehen Genehmigungsverfahren, vertiefende Planungen, ein Architektenwettbewerb sowie technische und organisatorische Detailarbeiten an. Nach aktuellem Stand wird mit einem Baubeginn nach Abschluss dieser Schritte voraussichtlich in etwa drei bis vier Jahren gerechnet.

Visualisierung A 1 West Autobahn ASt Traun Umfahrung Haid. Das neue Verbandsgebäude wird dann keine 2 km von der Autobahn A 1 entfernt liegen.

Investition in die Zukunft der Feuerwehren

Mit dem neuen Oö. Feuerwehrzentrum soll die Leistungsfähigkeit des Feuerwehrwesens in Oberösterreich langfristig abgesichert werden. Das Projekt ist auf die kommenden Jahrzehnte ausgerichtet und soll dazu beitragen, Ausbildung, Einsatzvorbereitung, Katastrophenschutz und Unterstützung der Feuerwehren weiterzuentwickeln.

Landeshauptmann Thomas Stelzer sieht darin eine wichtige Zukunftsmaßnahme für Oberösterreich. Angesichts wachsender Herausforderungen müssten auch die Möglichkeiten der Feuerwehren entsprechend weiterentwickelt werden.

Oö. Landes-Feuerwehrverband

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