Realbrandausbildung in Bayern geht in die vierte Runde
Landesfeuerwehrverband Bayern und Dräger setzen ihre Partnerschaft bis 2028 fort | Trainings mit mobiler Brandübungsanlage werden von 2026 bis 2028 an 60 Standorten in Bayern durchgeführt | Das erweiterte Trainingskonzept beinhaltet neue Module zu Brandverläufen und Einsatzhygiene
Unterschleißheim. Zum vierten Mal in Folge führen der Landesfeuerwehrverband (LFV) Bayern und Dräger die Realbrandausbildung für bayerische Feuerwehren gemeinsam durch, finanziert vom Bayerischen Staatsministerium des Inneren, für Sport und Integration. Von 2026 bis 2028 kommt die holzbefeuerte Brandübungsanlage Fire Dragon 1000 an rund 60 Standorten in Bayern zum Einsatz.
Seit 2015 trainieren bayerische Feuerwehren mit einer mobilen Anlage von Dräger reale Einsatzszenarien unter praxisnahen Bedingungen. Bislang haben rund 16.000 Atemschutzgeräteträger an den Trainings teilgenommen.
„Der Einsatz unter Atemschutz zählt zu den gefährlichsten und herausforderndsten Einsatzarten im Feuerwehrdienst. Die Realbrandausbildung unterstützt unsere Feuerwehrkräfte dabei, die notwendige Routine zu entwickeln und stärkt das Vertrauen, sich auch unter Belastung richtig und sicher zu verhalten.“ sagt Johann Eitzenberger, Vorsitzender des LFV Bayern. „Eine professionelle Ausbildung ist in Hinblick auf den Gesundheitsschutz unserer überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräfte essenziell – die Realbrandausbildung leistet hier einen entscheidenden Beitrag“.
„Dass wir die Realbrandausbildung in Bayern gemeinsam mit dem Landesfeuerwehrverband Bayern und dem Staatsministerium bereits in die vierte Runde führen, zeigt, wie wirkungsvoll das Konzept ist. Für uns ist das zugleich Ansporn, die Ausbildung kontinuierlich weiterzuentwickeln“, so Rainer Klug, Vorstand Sicherheitstechnik bei Dräger.
Praxisnahe Ausbildung mit erweitertem Konzept
Mit der Fortführung des Projekts wird das Ausbildungskonzept gezielt erweitert. Neue Elemente tragen dazu bei, Einsatzkräfte noch gezielter auf aktuelle Anforderungen vorzubereiten:
- Das an den bayerischen Landesfeuerwehrschulen etablierte Ampelschema zur Lagebeurteilung wird systematisch in die Trainings integriert.
- Neue Module vermitteln Maßnahmen zur Einsatzhygiene und zu Entkleidungsprozeduren, um gesundheitliche Belastungen durch Rauchgase zu reduzieren.
- Technische Neuerungen im Fire Dragon 1000 ermöglichen es, verschiedene Brandverläufe in Gebäuden darzustellen.
Realbrandausbildung stärkt Sicherheit und Einsatzkompetenz
Das Realbrandtraining vermittelt Handlungssicherheit, die sich nicht aus dem Lehrbuch ergibt. Moderne Bauweisen und der vermehrte Einsatz kunststoffhaltiger Materialien führen dazu, dass Brände heute häufig schneller verlaufen und für Einsatzkräfte gefährlicher sind als früher. Umso wichtiger ist für Atemschutzgeräteträger fundiertes Wissen über moderne Brandverläufe, wie es in solchen Trainings vermittelt wird. Einsatzkräfte wenden Wissen unter realen Bedingungen an, trainieren Abläufe bis zur Routine und lernen, auch unter körperlichem und psychischem Stress strukturiert zu agieren. Die hochwertige Ausbildung ist zugleich ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung gegenüber den überwiegend ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmitgliedern in Bayern.

