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Frankreichs Feuerwehren kämpfen gegen historischen Waldbrandsommer: Bis 1.8.2026 zwei tote Fw-Leute

FRANKREICH: Ausgetrocknete Vegetation, hohe Temperaturen und immer wieder auffrischender Wind haben im Juli 2026 in weiten Teilen Frankreichs zu außergewöhnlich vielen und teilweise extrem großen Waldbränden geführt. Besonders schwer betroffen waren die Gironde rund um Bordeaux, das Département Var, die Drôme und der Wald von Fontainebleau. Tausende Feuerwehrleute standen teilweise über viele Tage im Einsatz. Zwei von ihnen kamen bei einem Waldbrand ums Leben, Hunderte weitere wurden bis zum aktuellen Stand von 1. August 2026 verletzt.

Nach Angaben des französischen Innenministeriums waren bis Ende Juli 2026 seit Jahresbeginn bereits rund 119.000 Hektar Vegetation durch Brände betroffen. Landesweit wurden 14.320 Feuer registriert. Das Ministerium bezeichnete die Situation als beispiellos. Als wesentliche Rahmenbedingungen wurden die seit April anhaltende Trockenheit, mehrere Hitzeperioden, die stark ausgetrocknete Vegetation und zusätzliche Windereignisse genannt.

Früher Großeinsatz in der Drôme

Bereits Anfang Juli entwickelte sich im Massif du Justin bei Die im Département Drôme ein ausgedehnter Waldbrand. Das Feuer erfasste schließlich rund 4.400 Hektar. In dem gebirgigen und teilweise schwer zugänglichen Gelände standen zeitweise etwa 570 Feuerwehrleute sowie 120 Angehörige militärischer Einheiten im Einsatz. Drei Ortschaften, zwei Campingplätze und ein Ferienlager mit rund 450 Kindern mussten vorsorglich geräumt werden. Nach Angaben der Präfektur wurden einige Feuerwehrleute leicht verletzt. Gerade das steile Gelände stellte die Einsatzkräfte vor erhebliche Probleme. Löschfahrzeuge konnten nicht überall unmittelbar an die Brandfront herangeführt werden. Bodenmannschaften, Luftfahrzeuge und militärische Unterstützung mussten deshalb eng miteinander koordiniert werden.

Feuer erreicht den Wald von Fontainebleau

Am 12. Juli brachen auch im Waldgebiet von Fontainebleau südöstlich von Paris mehrere Brände aus. Rund 2.000 Hektar des bekannten Waldmassivs wurden betroffen. Bereits am ersten Einsatztag waren ungefähr 800 Feuerwehrleute eingesetzt. Hinzu kamen Canadair-Löschflugzeuge, Dash-Flugzeuge und Hubschrauber. Die großen Brandabschnitte konnten am 14. Juli stabilisiert werden. Weitere Einsätze und Nachlöscharbeiten dauerten jedoch bis zum 24. Juli 2026. Die Behörden betonten auch danach, dass die Feuer zwar unter Kontrolle waren, innerhalb der verbrannten Flächen aber weiterhin Glutnester auftreten konnten.

Zwei Feuerwehrleute bei Bordeaux getötet

Am 21. Juli ereignete sich in der Gironde ein besonders tragischer Zwischenfall. Bei einem Waldbrand im Bereich des Flughafens Bordeaux-Mérignac kamen zwei Feuerwehrleute ums Leben. Das Feuer war gegen 14.30 Uhr ausgebrochen. Die beiden Einsatzkräfte starben während der Brandbekämpfung. Die Gironde war zu diesem Zeitpunkt bereits auf die höchste Waldbrandwarnstufe gesetzt worden. Dieser Brand war nicht mit dem einen Tag später ausgebrochenen Großfeuer von Saumos identisch, das sich zum größten französischen Waldbrand der Saison entwickeln sollte.

42.000 Hektar in der Gironde

Der Brand von Saumos begann am 22. Juli nördlich des Beckens von Arcachon. Das Feuer breitete sich über die großflächigen Kiefernwälder in Richtung Le Porge, Lège-Cap-Ferret und weiterer Gemeinden aus. Insgesamt wurden rund 42.000 Hektar erfasst. In der Spitze waren nach Angaben des Innenministeriums etwa 3.300 Feuerwehrleute eingesetzt. Unterstützt wurden sie unter anderem von 1.500 Soldaten, 1.200 Polizisten und Gendarmen sowie rund 450 Mitgliedern von Zivilschutzorganisationen. Für die Brandbekämpfung und Aufklärung standen 24 Luftfahrzeuge zur Verfügung. Zusätzlich wurden Feuerwehrkräfte aus Neukaledonien, Mayotte und Französisch-Polynesien eingeflogen.

Mehr als 220.000 Menschen mussten im Verlauf des Einsatzes ihre Häuser, Urlaubsunterkünfte oder Campingplätze verlassen. Die Behörden meldeten mindestens 240 zerstörte Wohnhäuser. Bis zum 30. Juli wurden 231 verletzte Feuerwehrleute registriert. In der offiziellen Bilanz wurde nicht aufgeschlüsselt, wie schwer diese Verletzungen waren. Deshalb lässt sich daraus keine verlässliche Aussage über Art und Schwere der einzelnen Verletzungen ableiten.

Anfang August durften immer mehr Bewohner in ihre Gemeinden zurückkehren. Am 1. August wurde die Rückkehr unter anderem in Marcheprime, Arès, Saumos und Le Temple freigegeben. Einzelne Gebiete blieben allerdings weiterhin gesperrt, während die Einsatzkräfte Brandstellen kontrollierten und Wiederaufflammen bekämpften.

Großbrand im Var flammt erneut auf

Nahezu zeitgleich kämpften mehr als 1.000 Feuerwehrleute im Département Var gegen einen Brand im Gebiet des Gros Bessillon. Das am 21. Juli bei Pontevès ausgebrochene Feuer erfasste bis zum 28. Juli rund 4.500 Hektar. Mindestens 31 Wohnhäuser wurden zerstört. Die Arbeiten erfolgten teilweise in steilem Gelände und bei wechselnden Windrichtungen. Berichtet wurde von langen Einsatzphasen mit nur kurzen Erholungsmöglichkeiten für die ablösenden Einheiten.

Obwohl das Feuer zunächst als unter Kontrolle galt, kam es am 31. Juli westlich von Correns zu einer heftigen Wiederentzündung. Starker Mistral trieb die Flammen erneut voran. Die Präfektur bezifferte die von dieser neuerlichen Ausbreitung betroffene Fläche am 1. August mit rund 1.500 Hektar. Etwa 2.500 Menschen mussten vorsorglich evakuiert werden.

Die Herausforderungen für die Feuerwehren

Die besondere Belastung entstand nicht allein durch die Größe einzelner Brände. Mehrere Großfeuer liefen gleichzeitig in der Gironde, im Var, auf Korsika und in weiteren Départements. Dadurch mussten Löschflugzeuge, Hubschrauber, Spezialfahrzeuge und überregionale Verstärkung laufend neu verteilt werden. Allein für den Brand in der Gironde wurden 72 Feuerwehrkolonnen zusammengezogen. Frankreich aktivierte zudem den europäischen Katastrophenschutzmechanismus. Unter anderem kamen Löschflugzeuge und schwere Hubschrauber aus Kroatien, Portugal, Schweden, der Slowakei und Tschechien zum Einsatz.

Neben der unmittelbaren Brandbekämpfung mussten großräumige Evakuierungen organisiert, Verkehrswege gesperrt, Ortschaften geschützt und Unterkünfte für Zehntausende Menschen bereitgestellt werden. Gleichzeitig liefen über viele Tage Kontrollen der kilometerlangen Brandränder sowie Nachlöscharbeiten. Die hohen Verletztenzahlen in der Gironde und die dokumentierte Erschöpfung der Einsatzkräfte im Var zeigen, wie stark solche lang andauernden Einsätze das Personal beanspruchen.

Die französische Waldbrandsaison 2026 ist Anfang August noch nicht beendet.

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