Brand

Nö: KHD-Einsatz beim Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden

ST. EGYDEN (NÖ): In der Nacht auf Donnerstag, 6. August 2026, stand die Feuerwehr Mödling im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes (KHD) des Bezirks Mödling beim Großbrand im Föhrenwald in St. Egyden im Einsatz.

Mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF3) und sieben Mitgliedern rückte die Mannschaft in den Nachtstunden in das Einsatzgebiet aus, um die örtlichen Feuerwehren bei den umfangreichen Nachlöscharbeiten zu unterstützen.

Nach dem Eintreffen wurde der Feuerwehr Mödling ein Einsatzabschnitt zugewiesen. Die Aufgabe bestand darin, verbliebene Glutnester gezielt abzulöschen und den betroffenen Waldboden großflächig zu benetzen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der hohen Temperaturen war eine sorgfältige und nachhaltige Kühlung der Brandfläche erforderlich, um ein erneutes Aufflammen des Feuers zu verhindern.

Über mehrere Stunden hinweg arbeiteten die Einsatzkräfte gemeinsam mit den weiteren Feuerwehren des KHD-Zuges Abschnitt für Abschnitt ab. Mithilfe des Tanklöschfahrzeuges wurden Glutnester bekämpft und die betroffenen Flächen kontinuierlich bewässert. Durch diese Maßnahmen konnte der Einsatzabschnitt während der gesamten Nacht gesichert und für die am Morgen nachrückenden Kräfte optimal vorbereitet werden.

Nach Abschluss der Arbeiten und der Übergabe des Einsatzabschnittes rückte die Mannschaft der Feuerwehr Mödling am Donnerstag Vormittag selbstständig wieder in das Feuerwehrhaus ein. Solche überörtlichen Einsätze zeigen einmal mehr, wie wichtig die Zusammenarbeit der Feuerwehren über Bezirksgrenzen hinweg ist. Ein herzliches Dankeschön gilt allen eingesetzten Feuerwehren und Organisationen für die hervorragende Zusammenarbeit sowie den eingesetzten Mitgliedern für ihren nächtlichen Einsatz und ihre Einsatzbereitschaft.

Freiw. Feuerwehr der Stadt Mödling

Allgemeine Infos zum Brand mit 7. August 2026

Ein Waldbrand im Föhrenwald bei St. Egyden am Steinfeld im Bezirk Neunkirchen hat seit Mittwochnachmittag, 5. August 2026, einen der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Tage in Niederösterreich ausgelöst. Mehr als 100 Hektar Waldfläche wurden vom Feuer erfasst. Mehr als 500 Feuerwehrleute standen zeitweise im Einsatz. Auch am Freitagvormittag, 7. August, liefen die Nachlöscharbeiten weiter – ein „Brand aus“ war noch nicht in Sicht.

Rasante Brandausbreitung durch Wind und Trockenheit

Das Feuer war am Mittwochnachmittag im Föhrenwald ausgebrochen. Aufgrund der extrem trockenen Vegetation und des zeitweise stärkeren Windes breiteten sich die Flammen rasch aus. Im Laufe des Nachmittags wurde die höchste Brandalarmstufe B4 ausgelöst. Die weithin sichtbare Rauchentwicklung war kilometerweit zu erkennen. In der Spitze waren nach Angaben der Feuerwehr 58 Feuerwehren mit mehr als 500 Mitgliedern und 86 Fahrzeugen eingesetzt. Zur Koordination wurde ein Bezirksführungsstab eingerichtet. Neben den zahlreichen Bodenkräften kamen die Sonderdienste Waldbrandbekämpfung und Flugdienst zum Einsatz.

Sechs Hubschrauber unterstützen aus der Luft

Die Brandbekämpfung erfolgte auch massiv aus der Luft. Drei Hubschrauber des Innenministeriums, zwei Maschinen des Bundesheeres sowie ein Hubschrauber von Heli Austria unterstützten die Einsatzkräfte mit Löschwasserabwürfen. Damit standen am ersten Einsatztag zeitweise sechs Hubschrauber zur Verfügung.

Am Abend des 5. August gelang es, den Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. Von einem Einsatzende konnte zu diesem Zeitpunkt jedoch keine Rede sein. Rund 150 bis 200 Feuerwehrleute blieben während der Nacht im Gebiet und arbeiteten an der Bekämpfung von Glutnestern.

Sechs Feuerwehrleute verletzt

Der Einsatz forderte auch Verletzte. Nach Angaben des NÖ Landesfeuerwehrkommandos wurden sechs Feuerwehrmitglieder verletzt. Drei Einsatzkräfte erlitten Verbrennungen, drei weitere eine Rauchgasvergiftung. Das Rote Kreuz stand mit mehr als 20 Kräften zur medizinischen Absicherung des Großeinsatzes bereit.

Meter für Meter durch den Waldboden

Am Donnerstag, 6. August, verlagerte sich die Arbeit zunehmend auf die langwierige Suche nach Glutnestern. Rund 200 Feuerwehrleute waren weiterhin tätig. Der Katastrophenhilfsdienst sowie die Sonderdienste unterstützten die örtlichen Kräfte. Dabei musste der Waldboden teilweise geöffnet und bearbeitet werden, um versteckte Brandstellen aufzuspüren und abzulöschen. Wind sorgte immer wieder dafür, dass einzelne Stellen erneut aufflammten.

Alleine aus dem Bezirk Wiener Neustadt standen am zweiten Einsatztag 102 Feuerwehrmitglieder mit 22 Fahrzeugen bereit. Wasser wurde teilweise im Tanklöschfahrzeug-Pendelverkehr herangeschafft. Vorsorglich errichteten die Einsatzkräfte an der Bezirksgrenze Neunkirchen/Wiener Neustadt zwei Faltbehälter mit jeweils 15.000 Litern und einen weiteren mit 10.000 Litern Fassungsvermögen.

Bereits am ersten Tag hatten 113 Feuerwehrleute mit 27 Fahrzeugen aus dem Bezirk Wiener Neustadt die Kräfte im Bezirk Neunkirchen unterstützt. Dabei waren unter anderem ein KHD-Zug sowie der Sonderdienst Waldbrandbekämpfung – Zug Süd eingesetzt worden.

Auch am dritten Tag rund 200 Kräfte im Einsatz

Am Freitagmorgen, 7. August 2026, war der Waldbrand zwar weiterhin unter Kontrolle, der Einsatz jedoch noch lange nicht beendet. Rund 200 Einsatzkräfte arbeiteten weiterhin im rund 100 Hektar großen Brandgebiet und suchten nach Glutnestern. Bezirksfeuerwehrkommandant Mario Lukas stellte gegenüber MeinBezirk klar, dass am Freitag noch nicht mit „Brand aus“ zu rechnen sei. Für den Abend war eine neuerliche Lagebeurteilung vorgesehen.

Föhrenwald bereits vor dem Großbrand extrem gefährdet

Die Waldbrandgefahr in der Region war bereits Monate zuvor außergewöhnlich hoch. Wegen geringer Jahresniederschläge und einer ungünstigen Niederschlagsverteilung hatte die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen bereits im März eine Waldbrandverordnung für 2026 erlassen. Besonders der große Föhrenwald wurde darin als gefährdet angesehen.

Erst am 18. Juli 2026, also weniger als drei Wochen vor dem jetzigen Großbrand, hatte es im Föhrenwald bei Saubersdorf bereits gebrannt. Damals waren etwa 1,5 Hektar betroffen; 16 Feuerwehren mit 138 Mitgliedern und 48 Fahrzeugen konnten eine weitere Ausbreitung verhindern.

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