Brand

Sbg: Zwei Waldbrände im Riedingtal forderten umfangreichen Einsatz

GÖRIACH | ZEDERHAUS (SBG): Der bereits dritte Waldbrand innerhalb weniger Tage beschäftigte die Feuerwehren des Bezirkes Lungau am 7. und 8. August 2026. Nachdem am 7. August der Waldbrand in Göriach nach insgesamt zwei Tagen Löscharbeiten erfolgreich bekämpft werden konnte, wurde die Feuerwehr Zederhaus in der Nacht auf den 8. August zu einem weiteren Waldbrand im Riedingtal alarmiert.

Text und Bilder: BSBÖ OVI Keidel Thomas

Feuerschein im Bereich der Riedlingspitze

Die Feuerwehr Zederhaus wurde am Freitag, dem 7. August 2026, zu einem Waldbrand im Riedingtal, gegenüber der Moosalm, alarmiert. Bereits die Zufahrt zur gemeldeten Einsatzstelle gestaltete sich schwierig. Die Zufahrtsstraße war infolge des zuvor herrschenden Gewitters durch Murenabgänge verlegt und musste zunächst freigeräumt werden.

Nach dem Erreichen des Einsatzbereiches konnte im Bereich der Riedlingspitze ein Feuerschein wahrgenommen werden. Da aufgrund der Dunkelheit kein Hubschraubereinsatz mehr möglich war und keine direkte Zufahrtsmöglichkeit zur Brandstelle bestand, wurde die Drohne Lungau zur weiteren Lageerkundung alarmiert.

Brand in steilem und dicht bewaldetem Gelände

Nach dem Eintreffen der Drohne wurde unverzüglich ein Erkundungsflug durchgeführt. Dabei konnte der Brand eines Baumes sowie des umliegenden Waldbodens in einem sehr steilen, unwegsamen und dicht bewaldeten Gelände festgestellt werden. Gemeinsam mit der ebenfalls alarmierten Bergrettung wurde geprüft, ob ein gesicherter Aufstieg für Einsatzkräfte möglich war. Aufgrund der Dunkelheit und der schwierigen Geländeverhältnisse musste diese Möglichkeit jedoch ausgeschlossen werden.

Nach Rücksprache zwischen dem Bezirksfeuerwehrkommandanten OBR Leonhard Ernst, Abschnittsfeuerwehrkommandant 2 BR Volker Mörtl und dem Einsatzleiter sowie Ortsfeuerwehrkommandanten der Feuerwehr Zederhaus, OBI Harald Pfeifenberger, wurde entschieden, den Einsatz in den frühen Morgenstunden mit Unterstützung eines Hubschraubers fortzusetzen.

Alarmierung zusätzlicher Kräfte

In den frühen Morgenstunden des 08. August wurden zusätzlich die Feuerwehr Mauterndorf mit der Waldbrandausrüstung, die Feuerwehr Ramingstein mit dem Einsatzleitfahrzeug, die Flughelfer des Bezirkes Lungau sowie erneut die Drohne Lungau alarmiert. Im Bereich der Schliereralm wurde ein geeigneter Hubschrauberlandeplatz eingerichtet. Die örtliche Einsatzleitung wurde im Bereich der Moosalm aufgebaut.

Hubschrauber unterstützt Löscharbeiten

Gegen 06:30 Uhr traf der Hubschrauber des Bundesministeriums für Inneres (BMI) ein. Nach einem ersten Erkundungsflug wurde unverzüglich mit den Löschflügen begonnen. Dabei wurde Löschwasser mittels Bambi Bucket zur Brandstelle transportiert und über dem betroffenen Bereich abgeworfen.
Im weiteren Einsatzverlauf folgten zahlreiche Transportflüge für Einsatzkräfte und Material zur schwer zugänglichen Brandstelle.

Das eingeflogene Bodenpersonal begann unterdessen mit der Brandbekämpfung. Aufgrund des steilen und unwegsamen Geländes waren die Arbeiten äußerst anspruchsvoll. Mit Löschrucksäcken und Schanzwerkzeug wurden die betroffenen Bereiche bearbeitet und Glutnester gezielt abgelöscht.

Zweite Brandstelle im Bereich der Zliemhütte entdeckt

Während die Löscharbeiten an der Riedlingspitze bereits auf Hochtouren liefen, informierte ein Hüttenbesitzer den Einsatzleiter OBI Harald Pfeifenberger über einen weiteren Waldbrand im Bereich der Zliemhütte. Der Hubschrauber führte daraufhin unverzüglich einen Erkundungsflug in diesem Bereich durch. Dabei konnte auch diese Brandstelle bestätigt werden.

Ein erster Erkundungstrupp wurde anschließend in Richtung der zweiten Brandstelle entsandt. Die Erkundung ergab, dass sich auch diese Brandstelle in einem sehr unwegsamen, felsdurchsetzten und dicht bewaldeten Gelände befand. Gebrannt hatte ein Baum sowie der umliegende Waldboden.
Ein gesicherter Abstieg von Feuerwehrkräften zur Brandstelle war aufgrund der Geländeverhältnisse nicht möglich.

Bergrettung unterstützt bei zweiter Brandstelle

Während der Hubschrauber beide Brandstellen mit Löschwasser anflog, zeigte sich, dass die Löschwasserabwürfe im Bereich der Zliemhütte nicht den erforderlichen Löscherfolg brachten.
Daher entschied die Einsatzleitung, die Bergrettung Zederhaus nachzualarmieren. Gemeinsam wurde ein Zugang zur Brandstelle hergestellt, sodass Einsatzkräfte der Bergrettung und Feuerwehr mit Löschrucksäcken zur Brandbekämpfung vorrücken konnten.

Aufwendige Löscharbeiten an beiden Brandstellen

An beiden Einsatzstellen waren umfangreiche Nachlöscharbeiten erforderlich. Die betroffenen Bäume mussten Stück für Stück zerkleinert werden, um darunterliegende Glutnester erreichen zu können. Zusätzlich wurde der Waldboden mit Schanzwerkzeug aufgegraben und die darin befindlichen Glutnester gezielt abgelöscht. Durch das Zusammenspiel von Hubschrauber, Bodentrupps und Bergrettung konnten die Brände schließlich erfolgreich bekämpft werden.

An der ersten Brandstelle im Bereich der Riedlingspitze konnte kurz nach 11:30 Uhr „Brand aus“ gemeldet werden. Nach dem Rücktransport von Mannschaft und Material wurde dieser Einsatzabschnitt abgeschlossen. Auch an der zweiten Brandstelle im Bereich der Zliemhütte zeigten die Arbeiten der Bodentrupps den gewünschten Erfolg. In den frühen Nachmittagsstunden konnte auch dort „Brand aus“ gemeldet werden.

Rund 45 Hubschrauberflüge durchgeführt

Im Zuge des Einsatzes wurden durch den Hubschrauber des BMI insgesamt rund 45 Flüge durchgeführt. Neben Löschwasser wurden dabei auch Einsatzkräfte und Material zu den schwer zugänglichen Brandstellen transportiert. Insgesamt standen rund 60 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Bergrettung im Einsatz.

Im Einsatz standen:

Feuerwehr Zederhaus
Feuerwehr Mauterndorf mit Waldbrandausrüstung
Feuerwehr Ramingstein mit Einsatzleitfahrzeug
Flughelfer des Bezirkes Lungau
Drohne Lungau
Bergrettung Zederhaus
Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Leonhard Ernst
Abschnittsfeuerwehrkommandant 1 BR Harald Graggaber
Abschnittsfeuerwehrkommandant 2 BR Volker Mörtl
Katastrophenschutzreferent Christoph Wiedl
Polizei
Hubschrauber des Bundesministeriums für Inneres

Feuerwehren Bezirk Lungau (Facebook-Seite)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert