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Bayern: Einsatzübung in Waging am See: Brand in sozialer Einrichtung

WAGING AM SEE (BAYERN): „Brand B 3 mit Personenrettung in Unteraschau“ lautete die Einsatzmeldung bei einer Großübung der Freiwilligen Feuerwehren Otting, Gaden und Waging am See im September 2026. Einsatzörtlichkeit war ein angenommenes Therapieheim im Ortsteil Unteraschau in der Marktgemeinde Waging am See.

Bericht und Fotos: Thomas Pfeffer, FF Waging am See

Bei einer derartigen Meldung schrillen im wahrsten Sinne des Wortes die „Einsatzglocken“ bei den alarmierten Feuerwehren. Schließlich handelt es sich in einer derartigen sozialen Einrichtung bei den Bewohnern oft um Personen in schwierigen Lebenslagen, welcher besondere Hilfe oder Pflege benötigen. Zielgruppen können schließlich auch Kinder und Jugendliche, Senioren, Menschen mit Behinderungen sowie sozial schwache oder kranke Personen sein.

Die örtlich zuständige Feuerwehr aus Otting traf mit ihrem Löschgruppenfahrzeug (LF 10/6) als erstes an der angenommen Einsatzstelle ein. Oberste Priorität hatte erst die Erkundung der  Einsatzstelle, um den genauen Ausmaß der Lage feststellen zu können. „Ein bereits auf der Anfahrt zu sehender und vor allem täuschend echt wirkender Übungsrauch, eine ausgelöste Brandmeldeanlage sowie eine Person die bereits drohte aus einem Fenster abzustürzen, sorgten für umgehende Maßnahmen“, so der stellvertretende Kommandant Michael Würnstl von der FF Otting.

Glücklicherweise befand sich der angenommene Leiter der Einrichtung auch vor Ort und konnte wertvolle Hinweise an die Einsatzleitung geben. Insgesamt waren 13 Personen vermisst und mussten gerettet werden. Die weiteren anrückenden Kräfte mit dem Löschzug aus Waging, bestehend aus Einsatzleitwagen (ELW 1), Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20/16), der Drehleiter (DLA-K 23/12) und dem Tanklöschfahrzeug (TLF 16/25) sowie die FF Gaden mit einem Mittleren Löschfahrzeug (MLF) wurden dann einsatztaktisch auf die zwei Abschnitte „Eingangsbereich“ und „Hochtenne“  aufgeteilt.

In diesen Abschnitten hatten dann jeweils die Personenrettung aus zwei Stockwerken, sowie die Brandbekämpfung im Treppenhaus oberste Priorität. Die ersten Rettungsmaßnahmen fanden über tragbare Leitern statt. Das schauspielerische Können der angenommen Patienten stellte die insgesamt fünf Atemschutztrupps vor große Herausforderungen. Über die Drehleiter wurde in der Erstphase eine sogenannte Anleiterbereitschaft hergestellt:  Dies ist eine taktische Maßnahme um im Notfall einen sofortigen zweiten Rettungs- und Rückzugsweg für die vorgehenden Atemschutzgeräteträger im Innenangriff zur Verfügung zu haben. Medizinische Sauerstoffflaschen im Flur erschwerten das Vorgehen der Einsatzkräfte. Auch eine Propangasflasche wurde entdeckt und aus dem Gebäude entfernt.

Im weiteren Verlauf der Übung wurden dann über die Drehleiter sämtliche Fenster in den Obergeschossen kontrolliert und drei weitere Personen gerettet. Mit Überdrucklüftern konnte das Gebäude rauchfrei gemacht werden. Durch die First-Responder-Gruppe der FF Waging und Kräfte der Feuerwehr Gaden konnte eine Verletztensammelstelle eingerichtet werden. Einen vermissten Betreuer galt es zu reanimieren.

Aufgrund der Lage erhöhte die Einsatzleitung die Alarmstufe auf „B 4“ und forderte über die Integrierte Leitstelle in Traunstein das sogenannte Modul „Lange Schlauchleitung“ an, um eine größere Versorgung mit Löschwasser sicherzustellen. Der Ortsteil Unteraschau verfügte nur über eine Hydrantenleitung. Ebenfalls galt es die Notfallleistelle der Bahn zu verständigen, um die Bahnstrecke Traunstein – Waging zu sperren. Diese befand sich in unmittelbarer Nähe der Übungsstelle.

Kreisbrandmeister Georg Fleischer, welche als Übungsbeobachter fungierte, zeigte sich zufrieden von dem Vorgehen der Einsatzkräfte. Neu gewonnene Erkenntnisse werden in weitere Einsatzplanungen aufgenommen. Erfreulich war auch, dass viele motivierte Jugendfeuerwehrmitglieder an der Übung teilnahmen. Die Übung wurde von Ideengeber Stefan Maier von der Waginger Feuerwehr gemeinsam mit Kommandant Michael Schramke, Florian Metzger und Adrian Kolb ausgearbeitet. „Das Teamwork der drei Feuerwehren muss ausdrücklich erwähnt werden“, so  Stefan Maier: „Bei einer derartigen Lage seien alle Kräfte extrem gefordert.“ Etwa 50 Einsatzkräfte mussten koordiniert werden.

Freiw. Feuerwehr Waging am See

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