Nö: Großübung im S1-Tunnel Stetten: Feuerwehren und Rotes Kreuz probten den Ernstfall
STETTEN (NÖ): „Schwerer Verkehrsunfall, brennender Pkw und zahlreiche Verletzte“ → vier freiwillige Feuerwehren aus dem Bezirk Korneuburg übten gemeinsam mit dem Roten Kreuz den Ernstfall im Tunnel Stetten auf der S1.

Am Donnerstagabend, dem 8. Oktober 2026, fand im Tunnel Stetten auf der S1 eine großangelegte Einsatzübung statt. Die vier zuständigen Tunnelfeuerwehren Enzersfeld, Königsbrunn, Korneuburg und Langenzersdorf stellten gemeinsam mit dem Roten Kreuz aus dem Bezirk Korneuburg ihr Können unter Beweis. Organisiert wurde die Übung vom Straßenerhalter Bonaventura in Zusammenarbeit mit der EGIS Operations Austria GmbH.

Für die Durchführung musste die S1 zwischen den Anschlussstellen Hagenbrunn und Korneuburg Nord in beiden Fahrtrichtungen vollständig gesperrt werden. Nach umfangreichen Vorbereitungsarbeiten und der Positionierung mehrerer Unfallfahrzeuge sowie zahlreicher Unfalldarsteller wurde um 21:00 Uhr der Übungsalarm ausgelöst.
Schwerer Unfall mit mehreren Einsatzstellen.

Das Übungsszenario stellte die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. In der Tunnelröhre in Fahrtrichtung Korneuburg war es zu einem schweren Verkehrsunfall mit mehreren beteiligten Fahrzeugen gekommen. Zahlreiche Personen wurden dabei verletzt, einige davon waren in ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Durch den Zusammenstoß geriet zudem ein Pkw in Brand. Im entstandenen Rückstau ereignete sich ein weiterer Auffahrunfall mit mehreren Verletzten.

Als erste Feuerwehr traf die Freiwillige Feuerwehr Enzersfeld ein, errichtete die Einsatzleitung und begann mit ihrem Tunnellöschfahrzeug die Brandbekämpfung. Nach und nach trafen die weiteren Feuerwehren und Einsatzkräfte des Roten Kreuzes ein.

Nachdem der Brand bekämpft worden war, konzentrierten sich die Feuerwehrkräfte auf die Rettung der zahlreichen verletzten und eingeschlossenen Personen. Mehrere Atemschutztrupps arbeiteten sich durch die Tunnelröhre vor, während zwei weitere Trupps den Tunnel systematisch nach möglicherweise vermissten Personen absuchten.
Parallel dazu richtete das Rote Kreuz in der benachbarten Tunnelröhre in Fahrtrichtung Wien einen Triageplatz ein. Dort wurden die geretteten Personen entsprechend der Schwere ihrer angenommenen Verletzungen gesichtet und anschließend medizinisch versorgt.

Wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall
Nach rund zwei Stunden intensiver Übungsarbeit waren sämtliche Personen gerettet und versorgt. Zahlreiche Übungsbeobachter, darunter Vertreter des Abschnittsfeuerwehrkommandos Korneuburg, benachbarter Feuerwehrabschnitte, des Roten Kreuzes und der Autobahnpolizei, verfolgten den Einsatzablauf und zeigten sich mit den erbrachten Leistungen sehr zufrieden.

Auch für den Straßenerhalter Bonaventura und die EGIS Operations Austria GmbH lieferte die Übung wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Sicherheit und der Zusammenarbeit mit den Einsatzorganisationen.
Im Anschluss trafen sich die Beteiligten im Feuerwehrhaus Korneuburg, wo das Rote Kreuz Korneuburg für die Verpflegung sorgte. Bei einer gemeinsamen Nachbesprechung wurden die Abläufe analysiert und Erfahrungen ausgetauscht.

Die großangelegte Übung verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig regelmäßige gemeinsame Übungen und eine gut abgestimmte Zusammenarbeit der Einsatzorganisationen sind. Gerade bei Einsätzen in Straßentunneln, wo eingeschränkte Platzverhältnisse, lange Anmarschwege und zahlreiche gleichzeitig anfallende Aufgaben besondere Herausforderungen darstellen, sind eingespielte Abläufe von entscheidender Bedeutung.
Bezirks-Feuerwehrkommando Korneuburg

